Enby Q&A: 7

Jeden Mittwoch veröffentlichen wir hier eine Frage und Antwort (“Q&A”) zu Nicht-Binären (“Enby”) Geschlechtern. Unser_e Gastautor_in ist Sasha. Es ist nichtbinär, das bedeutet, dass es weder männlich noch weiblich ist. Zu diesem Thema erreichen es immer wieder Fragen, die wir hier mitsamt den Antworten veröffentlichen dürfen. Sasha betreibt außerdem die Webseite https://geschlechtsneutral.wordpress.com

Frage: Wie identifizierst du dich selbst? Welche Rolle spielt dein Geschlecht für dich im Alltag? Welche Pronomen benutzt du für dich selbst und mit welchen Begriffen (z.B. Mädchen, Frau, Dame, Lady, weiblich, feminin, etc.) fühlst du dich angesprochen?

Antwort: Ich bin neutrois (das ist ein nichtbinäres, neutrales Geschlecht), benutze für mich ausserdem je nach Situation die Labels trans, inter und genderqueer, und sag manchmal auch einfach “weder männlich noch weiblich”.

Mein Pronomen ist “es”. Dieses Pronomen hat den Vorteil dass es neutral ist, und dass alle schon wissen wie es genau dekliniert wird. Nachteile sind leider die Assoziation mit Entmenschlichung, und dass die deklinierten Formen (es, ihm, sein) den deklinierten Formen von “er” sehr ähnlich sind.
Mit den allermeisten geschlechtszuweisenden Begriffen kann ich mich gar nicht identifizieren. Damit angesprochen zu werden ist mir sehr unangenehm, besonders online. Statt Herr/Frau, Mädchen/Junge nutze ich Person, Mensch und Kind. Andere Begriffe lassen sich künstlich neutral formulieren, zB “Dozierperson”, “ich bin jemand, dier…”, “Elter” statt Mutter/Vater, etc.
Zu manchen Gelegenheiten nutze ich generische Maskulina oder Feminina für mich (je nach dem welche Generika mein aktuelles Umfeld/Gegenüber benutzt), das ist aber selten und ich bin da etwas empfindlich wenn andere es tun, weil ich nie weiss wann es ein Generikum und wann eine Zuweisung ist.

Mein Geschlecht spielt im Alltag dann eine Rolle, wenn mir ein falsches Geschlecht zugewiesen wird oder meines nicht anerkannt wird (was Dysphorie auslöst), und wenn es explizit anerkannt wird (was Euphorie auslöst).
Ersteres merke ich vor allem beim Ausfüllen von Formularen und im formellen Schriftverkehr. Manchmal aber auch im Supermarkt an der Kasse oder sowas banales, da ist es dann auch etwas mühsamer weil ich da eher nicht drauf vorbereitet bin.
Zweiteres passiert mir zum Glück mittlerweile sehr häufig in meinem vertrauten Umfeld, da hab ich viel Glück mit “meinen” Leuten <3
Ich finde es übrigens schade, dass sich trans Themen oft auf Geschlechtsdysphorie konzentrieren und Geschlechtseuphorie komplett aussen vor lassen. Das Gefühl, “ich” sein zu dürfen, damit anerkannt und akzeptiert und wertgeschätzt zu werden, mich nicht verstecken und verstellen zu müssen, mich “richtig” fühlen zu können.. es macht so unglaublich viel aus! Es befreit, entkrampft, gibt Raum zum sich entfalten.. Schon “nur” die richtigen Pronomen zu finden und konsequent damit angesprochen zu werden kann schon so viel Sicherheit geben! Geschlechtseuphorie kann ich sehr empfehlen 🙂

Enby Q&A: 6

Jeden Mittwoch veröffentlichen wir hier eine Frage und Antwort (“Q&A”) zu Nicht-Binären (“Enby”) Geschlechtern. Unser_e Gastautor_in ist Sasha. Es ist nichtbinär, das bedeutet, dass es weder männlich noch weiblich ist. Zu diesem Thema erreichen es immer wieder Fragen, die wir hier mitsamt den Antworten veröffentlichen dürfen. Sasha betreibt außerdem die Webseite https://geschlechtsneutral.wordpress.com

Frage:
Welche Anrede soll verwendet werden, wenn man dich anspricht? Und welches Pronomen wenn man über dich spricht?

Antwort: Das ist eine sehr gute Frage!
Leider trauen sich viel zu wenig Leute, sie zu stellen, weil sie glauben dass sie das Pronomen einer Person vom Aussehen ableiten können, oder dass sich die bevorzugte Anrede automatisch aus dem Geschlecht ergibt.
Nachfragen ist immer besser, also Danke dass du das tust 🙂

Leider ist die Frage in meinem Fall auch etwas deprimierend, denn die deutsche Sprache ist nicht sehr freundlich zu nichtbinären Menschen.

– Anrede
Es gibt schlicht und einfach keine brauchbare.

Bestellformulare kennen meistens nur „Frau“ und „Herr“. Manchmal gibt es noch „Firma“ oder „Familie“, und manchmal kann ich die Anrede leer lassen. Der Post ist das aber zum Glück egal, die stellt Post auch zu, wenn die Anrede nicht zum Vornamen „passt“ oder gar keine Anrede dasteht.
Ich lasse die Anrede in solchen Formularen am liebsten leer, nehme sonst Firma, oder tippe im schlimmsten Fall zufällig irgendetwas.

Bei Emails und Briefen ist es schon schwieriger, weil da noch eine Anredefloskel dazugehört. „Sehr geehrter Mensch“? „Liebe Person“? Klingt seltsam.
Wenn diese Anredefloskel unbedingt sein muss, dann lässt sie sich zum Beispiel entgendern, indem die Wortendung mit Sternchen * oder x ersetzt wird. Also „Sehr geehrt* [Name]“ oder „Liebx [Name]“.
Etwas informeller geht „Guten Tag“ oder sogar „Guten Tag [Vorname][Nachname]“ sehr gut. So wurde ich auch schon öfter von Firmen und Behörden angeschrieben.

Für mich ganz persönlich ist es auch in Ordnung, die neutrale Form mit „-es“ zu verwenden. Also „Liebes Sasha“ und „Sehr geehrtes Sasha [Nachname]“. Mehr dazu unten bei Pronomen.

Wenn ich anderen Leuten vorgestellt werde braucht es manchmal auch Anredewörter. „Herr [Nachname]“ und „Frau [Nachname]“ lassen sich ebenfalls nicht geschlechtsneutral ausdrücken, und bevor ich einen Doktortitel habe wird es da wohl keine brauchbare Alternative geben. Also am besten auch leer lassen oder halt auf [Vorname][Nachname] ausweichen.

Auf Englisch gibt es mittlerweile neben Mrs. und Mr. auch Mx. Auch auf Deutsch gibt es viele Neuschöpfungen wie „Frann“, „Perx“ oder „Ind.“ Aber offiziell durchgesetzt hat sich davon bisher nichts.

– Pronomen
Hier gibt es immerhin auch auf Deutsch eine geschlechtsneutrale Variante, nämlich das Pronomen „es“, das ich für mich bevorzuge.

Also „Das ist Sasha. Es schreibt gerade Texte für seine Webseite. Du kannst ihm einen Keks schenken, dann freut es sich.“

Vorteile dieses Pronomens sind, dass es geschlechtsneutral ist, und dass wir alle schon wissen wie das Pronomen funktioniert, weil wir es täglich benutzen.
Der Nachteil ist leider, dass dieses Pronomen eher mit Dingen assoziiert ist als mit Personen. Auf viele Leute wirkt es deswegen entmenschlichend und beleidigend, eine Person mit „es“ zu benennen. Deswegen solltest du auch auf keinen Fall ungefragt dieses Pronomen für jemanden benutzen, sondern nur wenn es ausdrücklich gewünscht ist!
Ein weiterer Nachteil ist, dass die deklinierten Formen von „es“ (es, es, ihm, sein) sehr ähnlich sind wie die von „er“ (er, ihn, ihm, sein) und manchmal verwechselt werden oder sich falsch anhören.

Auch hier: Dass ich als neutrois Person „es“ als Pronomen habe, bedeutet nicht, dass das für alle neutrois Menschen oder gar alle nichtbinären auch gilt!

Manche nichtbinären Leute benutzen lieber neue Pronomen wie „xier“ oder „hen“ oder „si_er“, oder einfach „sie“ oder „er“, oder verschiedene Pronomen im Wechsel. Manche möchten auch gar keine Pronomen für sich verwendet haben, sondern nur den Namen.

Enby Q&A: 5

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Frage:
Es passiert mir immer wieder, dass ich in Gedanken falsche Pronomen für mich selbst benutze. Bedeutet das, dass ich nicht wirklich trans bin?

Nein 🙂
Das passiert allen trans Leuten mit denen ich bisher drüber geredet habe. Mir auch.
Und es löst auch bei mir immer noch oft Unsicherheit und Zweifel aus.

Aber naja, ich habe ja auch mehr als ein Jahrzent lang täglich falsche Pronomen abgekriegt. Ich hab zwar früh gewusst dass irgendwas nicht stimmt, aber Pronomen mit denen ich mich wohl fühle kenne ich erst knapp ein Jahr. Die falschen hatten also sehr lange Zeit um sich einzubrennen, und die neuen brauchen halt erstmal eine Weile um sich festzusetzen, selbst wenn sie sich gut und richtig anfühlen.

Ich denke dass das reine Gewohnheitssache ist und es nichts über dein trans sein aussagt, wenn du hin und wieder aus Versehen in alte Muster zurückfällst.

Enby Q&A: 4

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Frage:
Wann kam bei dir das Bewusstsein auf, dass du dich nicht mit einem der binären Geschlechtern identifizieren kannst, und dich stattdessen als neutrois zu bezeichnest?

Antwort: Das war ein schleichender Prozess.
Meine Kindheit war zum Glück dank der eher offenen Erziehungseinstellung meiner Eltern wenig von Geschlechterstereotypen geprägt. Ausserdem war ich schon sehr früh bekannt dafür, bei allen Themen mein eigenes Ding zu machen und notfalls mit dem Kopf durch die Wand zu gehen dafür. Geschlechterkram fiel da wohl nicht speziell auf, auch mir nicht.
In der Pubertät hörte das aber auf. Dass mein Körper sich veränderte fand ich anfangs noch auf eine wissenschaftlich-analytische Art faszinierend. Aber nur bis mir klar wurde, dass ich diese Veränderungen jetzt mein ganzes Leben lang würde mit mir herumtragen müssen. Und vor allem, dass meine Umwelt an meinen neuen Körper bestimmte Annahmen und vor allem Verpflichtungen knüpfte. In dieser Zeit wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich in eine Schublade gedrängt werde, in die ich nicht passe. Dass ich mich mit dem mir angepappten Label nicht identifizieren kann.

Diese Zeit war geprägt von Umzügen und Schulwechseln, und ich nutzte jeden Wechsel dazu, eine neue Strategie auszuprobieren. Die erste Strategie war verstecken. Unter Kleidung, in Ecken geflüchtet, mit leise sprechen, mit laut sprechen, mit ablenken.. Schulsport wurde zur Qual, Umkleidekabinen waren zum Gucken interessant aber zum gesehen und in eine Kategorie gedrängt werden eine Katastrophe, und ich kann mich nicht erinnern, in dieser Zeit Schultoiletten genutzt zu haben.
Die zweite Strategie war anpassen. Ich orientierte mich an den offenbar beliebtesten meiner angeblichen Geschlechtsgenossen, und versuchte sie zu kopieren. Ich freundete mich an, liess mich beraten, machte alles so genau wie möglich nach.. ..und versuchte zwischen denen die ich mochte und jenen die alle mochten meinen eigenen Stil zu finden. Aber irgendwie fand ich nur die Gewissheit, in keine dieser Welten zu gehören.

Mit 15 oder 16 stiess ich im Internet und kurz darauf auch im Bekanntenkreis auf das Thema Transsexualität. Da machte es zum ersten Mal Klick. Endlich hatten meine Gefühle einen Namen. Es war so eine Art Erleuchtung, zu erfahren dass andere Leute auch mit Dysphorie kämpfen und dass es das tatsächlich gibt, sich mit dem zugeschriebenen Geschlecht nicht identifizieren zu können.

Aber dennoch.. so sehr die Problembeschreibung auf mich zutraf, wenn es um die Lösung ging, dann fühlte ich mich als würde ich betrügen. Ich habe das sehr lange auf Fake-Vorwürfe geschoben, die selbstverständlich aufkommen, wenn eins sich im Internet als „anderes“ Geschlecht „ausgibt“, wie ich es in der Zeit gemacht habe. Aber irgendwann musste ich akzeptieren, dass ich „das andere Geschlecht“ zwar als Teil meiner Identität brauche und es gut tut, das im Freundeskreis ausleben zu können, dass ich mich aber effektiv an „beiden Polen“ nicht wohl fühle. Wie es dann weiterging kannst du im Blogpost „mein Leben in 5 Kapiteln“ nachlesen.

Enby Q&A: 3

Jeden Mittwoch veröffentlichen wir hier eine Frage und Antwort (“Q&A”) zu Nicht-Binären (“Enby”) Geschlechtern. Unser_e Gastautor_in ist Sasha. Es ist nichtbinär, das bedeutet, dass es weder männlich noch weiblich ist. Zu diesem Thema erreichen es immer wieder Fragen, die wir hier mitsamt den Antworten veröffentlichen dürfen. Sasha betreibt außerdem die Webseite https://geschlechtsneutral.wordpress.com

Frage: Wo liegt für dich persönlich der Unterschied zwischen Agender und Neutrois (falls du überhaupt einen siehst)?

Antwort: Die beiden Begriffe/Konzepte/Geschlechter werden sehr oft synonym benutzt und können auf Aussenstehende auch gleich wirken, was Pronomen und Begriffe und ähnliches angeht. Für mich persönlich gibt es aber einen klaren Unterschied.

Neutrois ist ein neutrales Geschlecht neben männlich und weiblich. Das heisst ich habe ein Geschlecht, aber es ist weder weiblich noch männlich, sondern neutrois.
Agender hingegen bedeutet geschlechtslos. Eine agender Person hat kein Geschlecht und benutzt für diesen Zustand das Label „agender“.

Viele Leute denken bei „Geschlecht“ nur an weiblich und männlich, da klingt neutrois im ersten Moment auch nur nach „kein Geschlecht“. Manche Leute können sich auch einfach nicht vorstellen, dass es neben weiblich und männlich noch andere Geschlechter gibt, aber sie können akzeptieren dass jemand gar kein Geschlecht hat. In diesen Fällen ist neutrois natürlich gleich wie agender. Manche agender oder neutrois Personen benutzen auch beide Labels je nach Situation, oder sie befinden sich irgendwo dazwischen und nehmen das hübscher klingende Wort oder das was sich schneller erklären lässt. Es gibt viele Gründe, das eine oder das andere Label für sich zu benutzen

Enby Q&A: 2

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Frage:
Kann jemand mit nichtbinärem Geschlecht trotzdem lesbisch oder schwul sein?

Die kurze Antwort ist: Ja, absolut.

Und hier kommt die lange Antwort.
Zunächst mal: Schon die Wörter „heterosexuell“ und „homosexuell“ (bzw. homo– und hetero-romantisch) stossen ja an ihre Grenzen, wenn sie sich nicht mehr auf ein System aus nur zwei Geschlechtern beziehen. Du kannst natürlich „hetero“ übersetzen als „bezieht sich auf Leute, die nicht das gleiche Geschlecht haben wie ich”, und „homo“ als „bezieht sich auf Leute, die das gleiche Geschlecht haben wie ich”. Dann könnte „bi“ bedeuten „sowohl Leute, die das gleiche Geschlecht haben wie ich, als auch Leute, die nicht das gleiche Geschlecht haben wie ich“ oder auch einfach „zwei bestimmte Geschlechter”.
Diese Definitionen funktionieren unabhängig davon wie viele Geschlechter es gibt.

Aber bei „lesbisch“ und „schwul“ ist es schwieriger, weil in diesen Wörtern meist eine Aussage über das eigene Geschlecht der Person drinsteckt.
Meist wird „schwul“ übersetzt als „männliche Person, die männliche Personen begehrt”, und „lesbisch“ als „weibliche Person, die weibliche Personen begehrt”.

Es gibt nichtbinäre Menschen, die sich zusätzlich als Mann oder Frau identifizieren. Für solche Leute sind die Begrife „schwul“ und „lesbisch“ wahrscheinlich einfach anwendbar.

Aber kann eine Person, die weder weiblich noch männlich ist, schwul oder lesbisch sein?

Ich finde: Ja. Denn im Grunde sind das keine „logischen“ Kategorien, sondern es sind Labels. Es gibt kein Gericht oder Naturgesetz, das entscheidet, ob eine Person lesbisch oder schwul ist. Sondern die Person merkt mit der Zeit, wer sie ist und welche Leute sie auf sexuelle und/oder romantische Art begehrt, sie spürt und fühlt Dinge, und dann sucht sie Wörter dafür, um diese Gefühle zu beschreiben.

Diese Wörter sind Labels, Schildchen quasi, die wir an uns dranhängen, um zu kommunizieren, wie wir funktionieren. Es ist einfacher, kurze Wörter dafür zu haben, als jedes Mal genau zu erklären, was wir eigentlich empfinden. Und diese Labels helfen uns, schneller Leute zu finden, denen es ähnlich geht wie uns; so können wir Erfahrungen austauschen, uns weniger alleine fühlen, uns zusammentun.

Aber Menschen sind komplex und kompliziert, und diese Labels sind sehr starr und simpel. Wir suchen uns die Labels aus, die am besten zu uns passen, aber sie passen selten perfekt und zu 100%, weil die Realität einfach bunter ist als ein paar Buchstaben.

Wenn also eine nichtbinäre Person von sich sagt „ich bin schwul“, dann kann das zum Beispiel die Kurzfassung sein für
– „als ich noch nicht wusste, dass ich NB bin, dachte ich, ich sei männlich, und ich fühle mich hauptsächlich von Männern angezogen. Schwul war jahrelang ein wichtiger Teil meiner Identität, deswegen benutze ich dieses Wort auch jetzt noch für mich.“
– „ich fühle mich der Schwulenszene sehr verbunden, deswegen trage ich dieses Label, weil ich mich damit am wohlsten fühle.“
– „wenn ich mit der Person ausgehe, mit der ich zusammen bin, dann halten uns die meisten Leute für zwei Jungs. Deswegen sage ich einfach, ich sei schwul, das verwirrt alle am wenigsten.“
– „ich bin NB mit maskuliner Tendenz, und ich fühle mich angezogen von Menschen, die sich maskulin präsentieren, egal welches Geschlecht sie haben.“
– „aktuell passt das Wort schwul von allen, die ich kenne, am besten. Aber vielleicht finde ich irgendwann ein besseres Label.“
– „ich bin in einer eingetragenen Partnerschaft und wir sind beide juristisch männlich, deswegen ist schwul für mich das richtige Wort.“
– „meistens bin ich mit Leuten zusammen, die sich selbst als schwule Männer bezeichnen.“
– …und viele andere mögliche Lebensrealitäten.

Wichtig ist: Es geht dabei um Selbstbezeichnung.
Die aufgezählten Beispiele sind mögliche Gründe dafür, dass jemand für sich selbst dieses Label benutzt. Es sind keine Gesetze. In jedem dieser Beispiele könnte die Person auch ein ganz anderes Label für sich benutzen. Die Beispiele dienen also nicht dazu, jemand anderem ungefragt ein Label aufzudrücken. Wenn du wissen möchtest, welche Labels eine Person für sich benutzt, dann frag sie am besten. Vielleicht möchte sie es dir erzählen.

Und noch was: Es kann sein, dass du nicht nachvollziehen kannst, warum eine Person ein bestimmtes Label für sich benutzt. Vielleicht weil das Label für dich selbst nicht ganz das gleiche bedeutet, oder weil du bisher nicht wusstest, dass sich das Label auch auf diese Art definieren lässt, oder vielleicht weil du ein anderes Label passender fändest. Oder vielleicht sogar, weil du findest dass sich nicht alle Menschen einfach so bezeichnen dürfen wie sie es für richtig halten, weil sonst alles durcheinander gerät und niemand mehr weiss was Sache ist.
Das ist okay.
Es ist nicht schlimm, dass du es nicht nachvollziehen kannst, schliesslich geht es hier nicht um dich.
Die allermeisten Leute haben sehr gute Gründe, warum sie ein bestimmtes Label für sich benutzen. Und ich finde es wichtig, diese individuellen Gründe und Entscheidungen zu respektieren.

Also, ja, nichtbinäre Personen können alles mögliche sein, auch schwul oder lesbisch 🙂

Enby Q&A: 1

Ab heute gibt es auf diesem Blog ein Special zu nicht-binären Geschlechtern. Jeden Mittwoch werden wir eine Frage und Antwort (“Q&A”) zu Nicht-Binären (“Enby”) Geschlechtern hier veröffentlichen. Unser_e Gastautor_in ist Sasha. Es ist nichtbinär, das bedeutet, dass es weder männlich noch weiblich ist. Zu diesem Thema erreichen es auch immer wieder Fragen, die wir hier mitsamt den Antworten veröffentlichen dürfen. Sasha betreibt außerdem die Webseite https://geschlechtsneutral.wordpress.com

“Frage: Wie viele Geschlechter gibt es denn jetzt eigentlich? Auf Facebook stand mal, es würde 50 geben! Aber stimmt das?”

Antwort: Ja und nein.

Diese 50 Geschlechter, die Facebook mal unter grossem Medienrummel als Option zur Verfügung gestellt hat, die gibt es tatsächlich alle. Andere Quellen sprechen von 3 Geschlechtern. Wieder andere sagen es gibt über 100.

Welche Quelle hat denn jetzt Recht?
Alle. Und keine.

Zuerst mal: Es gibt keine gerichtliche Instanz, die festlegt wie viele Geschlechter es auf der Welt gibt. Was es gibt sind Menschen, die ihre Geschlechtsidentität ausdrücken indem sie sie in Worte fassen. Und dann gibt es Menschen, die diese Worte sammeln, aufschreiben und als Liste veröffentlichen.

Also stellen wir uns vor, Personen A, B, C, D, E, F, G, H, I und J leben irgendwo auf dieser Welt in einer Gesellschaft, in der es für Geschlecht nur die Kategorien „Mann“ und „Frau“ gibt. Personen A, B, C, D, E, F, G, H, I und J merken alle, dass sie nicht in diese zwei Kategorien hineinpassen.
Sie denken darüber nach, warum genau sie nicht in diese Kategorien hineinpassen, an welchen Stellen sie sich davon nicht beschrieben fühlen, und welche Aspekte nicht auf sie zutreffen.

Person A merkt, dass sie mit diesen Kategorien, und allem was damit assoziiert ist, überhaupt nichts anfangen kann. Sie erklärt: „Ich habe kein Geschlecht. Dieses Konzept trifft auf mich einfach nicht zu.“
Person B spürt, dass auf sie eher eine Kombination dieser zwei Kategorien zutrifft. Sie beschreibt das so: „Ich bin eine Person, die in gewissen Aspekten eine Frau ist, und in gewissen anderen Aspekten ein Mann. Ich vereine beides in mir.“
Person C entscheidet, eine dieser Kategorien für sich ein Stück weit öffnen. Sie sagt über ihr Geschlecht: „Ich bin ein untypischer Mann, aber nichtsdestotrotz ein Mann“.
Person D wiederum ist es schlicht und einfach egal, dass sie von Menschen in ihrem Umfeld in eine der Kategorien gesteckt wird. Die Kategorien haben nichts mit ihrer Identität zu tun, sie fühlt sich davon nicht beschrieben und benutzt sie auch nicht um sich selbst zu bezeichnen.
Person E empfindet sich als losgelöst von den zwei bekannten Kategorien, aber dennoch nicht frei vom Konzept Geschlecht. Sie sagt: „Ich habe ganz eindeutig ein Geschlecht. Aber dieses Geschlecht hat weder etwas mit der Kategorie Mann zu tun, noch mit der Kategorie Frau.“
Person F fällt auf, dass die Geschlechts-Identitäten der anderen Personen offenbar statisch sind und sich nicht verändern, ganz im Gegensatz zu ihrer eigenen! Sie beobachtet, dass an manchen Tagen durchaus eine der bekannten Kategorien auf sie zutrifft, aber an anderen Tagen ganz entschieden nicht.

Einige dieser Personen sind bestimmt zufrieden damit, ihre Geschlechtsidentität mit solchen Aussagen zu beschreiben. Manche möchten jedoch ein kürzeres, prägnanteres Wort dafür, und landen zum Beispiel bei „geschlechtslos“ oder „weiblicher Mann“. Andere bedienen sich bei anderen Sprachen, zum Beispiel Latein und Griechisch, daraus entstehen Wörter wie „androgyn“ oder „agender“. Wieder andere erfinden eigene Begriffe oder kombinieren verschiedene, zum Beispiel zu „neutrois“ oder „genderfluid“.

Manche dieser Personen beschreiben ihre Erkenntnisse und ihr neu gefundenes Wort in einem Blogpost oder auf Facebook. Manche erzählen begeistert ihrem Umfeld, Freund_innen und Familie davon. Manche starten eine Petition, damit der korrekte Begriff auch in ihrem Ausweis stehen kann.
Auf jeden Fall werden früher oder später andere Leute darauf aufmerksam.

Person G findet sich vielleicht in einer der Erklärungen wieder, und benutzt ab sofort auch den darin vorgeschlagenen neuen Begriff für ihre Geschlechtsidentität.
Person H empfindet zwei der neuen Begriffe beide als für sich passend, und kombiniert sie einfach.
Person I merkt, dass ein bestimmter der neuen Begriffe zwar auf sie zutrifft, aber nicht zu 100%. Sie fragt unsicher, ob sie den Begriff trotzdem für sich benutzen darf, obwohl sie nicht perfekt auf die dazugehörige Beschreibung passt? Natürlich darf sie!
Person J fühlt sich inspiriert von der kreativen und rebellischen Energie dieser neuen Begriffe, und traut sich darum nun auch endlich, Worte für ihre Geschlechtsidentität zu finden. Ein weiterer neuer Begriff entsteht.

Und nun stellen wir uns vor, dass das überall auf der Welt passiert.
Auf der ganzen Welt trauen sich Menschen, ihre Empfindungen zum Konzept Geschlecht in Worte zu fassen. Sie tun dies, seit es überhaupt Kategorien für Geschlecht gibt.
Und heute, Dank des Internets, können sich Personen A, B, C, D, E, F, G, H, I und J direkt und in Echtzeit miteinander und mit vielen anderen Personen austauschen. Sie finden heraus, dass das Konzept Geschlecht ganz viele unterschiedliche Aspekte hat, und dass für alle Menschen ganz individuell manche Aspekte wichtig sind und andere unwichtig. Sie merken, dass manche Personen ihre Geschlechtsidentität zwar sehr ähnlich beschreiben, aber trotzdem verschiedene Begriffe dafür verwenden möchten. Und andersrum verwenden manche Personen dieselben Begriffe für sich, interpretieren sie jedoch unterschiedlich.

Irgendwann zwischendrin sagt sich mal jemand „Leute, ich blicke nicht mehr durch! Lasst uns mal sammeln, welche Begriffe es gibt, und erklären was die für uns jeweils bedeuten.“
So entstehen Listen von Geschlechtsidentitäten.

Aber natürlich gehen da welche vergessen, oder werden bewusst ausgelassen. Denn oft ist es eine Sache von Geschmack, politischer Einstellung und  dem persönlichen Ziel, welche Begriffe auf einer Liste auftauchen und welche nicht. Also entstehen verschiedene Listen.
Auch die Herangehensweisen sind unterschiedlich. Die eine Person macht vielleicht eine Umfrage und sammelt alle Begriffe, die die Umfrage-Teilnehmenden für ihre Geschlechtsidentität angeben, während die andere Person Blogs und soziale Medien durchforstet, um Begriffe zu sammeln.
Wiederum eine andere Person übersetzt diese Liste in eine andere Sprache und fügt Begriffe hinzu, die nur in dieser Sprache bekannt sind. Eine dritte Person übersetzt die übersetzte Liste in wiederum eine andere Sprache, und fügt ebenfalls neue Begriffe hinzu.

Welche dieser Listen ist denn jetzt die offizielle?
Keine liegt falsch, aber es gibt auch keine, auf der die volle Wahrheit steht.

Für jeden Begriff den du auf irgendeiner Liste von Geschlechtsidentitäten findest, gibt es mindestens eine Person, die sich von diesem Begriff perfekt beschrieben fühlt.
Aber genauso sicher gibt es Geschlechtsidentitäten, die auf dieser Liste fehlen.

Es kommt irgendwann der Tag, an dem „offizielle Stellen“ darauf aufmerksam werden, dass da Leute existieren, die mit den vorgegebenen Kategorien nicht zufrieden sind. Sei es, weil diese Stellen den Leuten etwas verkaufen wollen, oder weil die Leute oft und laut genug protestiert haben, oder weil sie sogar selber zu diesen Leuten gehören.
So beauftragt zum Beispiel Facebook irgendeine Person damit, die bisherigen Kategorien „Frau“ und „Mann“ zu ergänzen. Die beauftragte Person nimmt irgendeine der Listen – vermutlich streicht sie davon noch Begriffe weg, oder fügt einige hinzu, und wenn sie sich nicht auskennt, dann nimmt sie wahrscheinlich Begriffe die da gar nicht hingehören – und fügt sie bei Facebook ein.

Eine andere Stelle sagt sich „ja nun, es gibt also nicht nur Mann und Frau, sondern auch noch andere. Aber niemand ist sich einig, wie viele andere, und welche genau. Also belassen wir es doch einfach bei den dreien: Frau, Mann und andere.“
Wiederum eine andere Stelle findet „das ist eine sinnvolle Vereinfachung, 3 klingt nach einer Anzahl mit der wir arbeiten können. Aber der Begriff ‚andere‘ gefällt uns nicht, wir denken uns einen eigenen Begriff für die 3. Kategorie aus!“

Und schon sind wieder drei Geschlechter mehr entstanden.
Es gibt Leute die sagen, dass es so viele Geschlechter gibt wie es Menschen gibt. Bis zu einem gewissen Grad stimmt das, denn Geschlechtsidentitäten sind sehr vielfältig und individuell verschieden. Wenn du zwei Frauen fragst, was „Frau sein“ für sie bedeutet, dann bekommst du wahrscheinlich zwei ganz unterschiedliche Antworten!
Aber dennoch bezeichnen sich ja beide Frauen als „Frau“. Und auch bei allen anderen Begriffen gibt es Tausende bis Millionen von Menschen, die den gleichen Begriff für sich benutzen, also in dem Sinn das gleiche Geschlecht haben.

Also wie viele Geschlechter gibt es denn jetzt? 3? 50? 100?
Es kommt darauf an, wen du fragst. Es kommt darauf an, was du mit dieser Zahl aussagen willst. Und es kommt darauf an, warum du überhaupt eine genaue Zahl haben möchtest.

Fest steht: Es gibt mehr als 2.
Aber wie viele genau? Nun ja, so viele wie es eben braucht.

Ich bin asexuell

Ich bin asexuell. Heute habe ich ein Wort dafür, aber das hat lange gedauert. Es kann gut sein, dass dir das Wort heute zum ersten Mal in deinem Leben begegnet, denn im Gegensatz zu Sex ist es nicht in aller Munde, im Gegenteil: Asexualität ist oft unsichtbar.

Es hat 19 Jahre meines Lebens gedauert, bevor mir das Wort zum ersten Mal begegnet ist – ich rede heute oft mehr über die Zeit danach, und wie ich mich als asexuell identifiziere, und was das für mich bedeutet; ich möchte aber hier über die Zeit davor erzählen. Wie ist es, asexuell aufzuwachsen ohne zu wissen, dass es Asexualität gibt?

Ich war 13, als ich angefangen habe, mich mit Sexualität zu beschäftigen. Klar, Kinder sprechen auch schon über Sex und Beziehungen, aber für die meisten ist das sehr abstrakt, bis sie sich das erste Mal verlieben. Und klar, der erste Sex kommt bei vielen nochmal später, aber als ich 13 war, war das Thema bei meinen Freundinnen schon sehr wichtig. Mit wem sie rummachen wollen, haben sie erzählt, ob sie schon mal Brüste angefasst haben, wie wohl der Schwarm nackt aussieht. Ich war etwas verloren – lange dachte ich, ich verstehe nur deswegen nichts davon, weil ich eben etwas jünger bin. Die Jahre vergingen, und ich wollte immer noch nicht wissen, wie mein Schwarm nackt aussieht, und Leute aus meiner Klasse hatten schon Sex. Ich fand das nicht schlimm, ich war ja nicht verklemmt oder so, ich konnte mir nur überhaupt nicht vorstellen, selbst mal mit irgendwem Sex zu haben.

Irgendwann dachte ich, okay, vielleicht stehe ich ja auf Mädchen, vielleicht will ich ja mit denen Sex haben. Aber dann war ich in ein Mädchen verliebt und es wurde ernst, und ich bin abgehauen, weil es mir zu viel wurde. Da wurde mir klar: Mit mir stimmt was nicht. Wieso würde ich sie denn sonst so verletzen?

Ich war depressiv, ich habe mich in die Religion geflüchtet und mir eingebildet, Gott will von mir, dass ich keinen Sex vor der Ehe habe. Aber das hat alles nicht gepasst, es hat keinen Sinn ergeben, weil es ja keine Aufopferung ist, wenn es mir nicht fehlt. Ich hatte Angst, Beziehungen einzugehen, weil ich niemanden wieder so verletzen wollte wie dieses Mädchen damals. Ich war verliebt und habe lieber stumm gelitten, als was zu sagen, weil ich dachte, ich würde alle Beziehungen zerstören mit meinen Komplexen. Ich habe mir unterstellt, dass ich mich unterbewusst abstoßend finde. Dass ich denke, ich verdiene keine Liebe. Dass das irgendeine Strafe des Schicksals ist, für irgendwas, das ich falsch gemacht habe.

Dass ich krank bin.

Bis ich Asexualität gefunden habe. Das hat einen Schalter in meinem Leben umgelegt, weil plötzlich alles einen Sinn ergeben hat. Ich bin nicht kaputt oder krank, ich bin nur anders, und es gibt ein Wort dafür, und es gibt Millionen andere Menschen, die so sind wie ich. Das Wort hat mein Leben verändert, und deswegen will ich, dass alle es kennen. Und dass alle wissen: Ich bin asexuell.

– anonym

Neues Projekt, juhu!

Hallihallo!

Heute haben wir für euch ein brandneues Projekt, auf das wir uns riesig freuen! Wir wollen einen Blog starten. “Einen Blog?”, fragt ihr euch jetzt sicher. “Aber ihr habt doch schon zwei Podcasts, ein Lexikon, vier Social Media-Accounts und (hoffentlich) ein Leben? Wieso denn jetzt auch noch ein Blog?”

Ganz einfach! Vor einer Weile sind wir über diesen Tweet gestolpert:

Und da dachten wir uns, hey, das sollten wir unbedingt machen! Wir wollen eine Bravo, eine Cosmopolitan, eine Jugendzeitschrift, die queer und feministisch ist. Aber wir wollen noch mehr als das – wir wollen euch eine Plattform geben, um eure Essays, Gedichte, Erzählungen, Bilder, Listen, Tips, Infos und alles Mögliche zu teilen. Ihr wolltet schon immer mal über eure Erfahrungen mit Bi+feindlichkeit rumpöbeln? Oder eure 10 besten Tipps, wenn die Dysphorie mal wieder zuschlägt? Dos und Don’ts im Umgang mit Hetze im Internet? Ein Gedicht über Gender-Euphorie? Eure coole, queere Kunst?

Schickt uns gerne alles an blog@queer-lexikon.de und wir veröffentlichen die Beiträge genau hier.

Wir freuen uns auf eure Beiträge!