Kummerkasten – Antwort 14

Hallo erstmal,
Ich war verliebt. Wir hatten Kontakt haben geschrieben telefoniert und uns dann irgendwann auch mal getroffen. Aber nach einer gewissen Zeit war die Anziehung weg. Das ist halt immer passiert wenn solche Sachen kamen die auch nur Ansatzweise auf eine Erwiderung meiner Gefühle hingedeutet haben. Naja und dann kam halt irgendwann die frage ob wir nicht zusammensein wollten, Daten, etc. nennt es wie ihr wollt. Ich muss gestehen ich binein Mensch der bei solchen Situationen erst einmal ausflippt und nicht mehr weiter weiß. Also gut kommen wir zum Punkt ich war verliebt und hab meine Schwärmereien auch zum Ausdruck gebracht aber sobald er das erwidert hat hab ich mich unwohl gefühlt. Und als ich dann halt gefragt wurde ob nicht zusammen sein wollten ob wir nicht zusammensein wollten, hab ich bemerkt das ich nichts mehr empfunden habe. Obwohl ich eine Woche zuvor noch extrem starke Gefühle hatte.

Hab ich mich einfach entliebt oder hab ich mir meine Verliebtheit einfach nur eingebildet. Ich weiß noch nicht mal ob ich denn auf das männliche Geschlecht stehe. Ich finde sie schon attraktiv.
Ach ich weiß auch nicht.
Normalerweise würde ich mit sowas zu meiner Familie gehen oder zu Freunden aber ich hab angst. Angst vor Ablehnung, gerade in meinem Umfeld wird mir im Moment klar wie sehr Anderssein verachtet wird. Im meinem Schulgebäude läuft gerade so ne Ausstellung zu dem generellen Anderssein wo halt auch so dinge wie andere sexualitäten behandelt werden. Und ich merke schon wie das in meinen Umfeld agenommen wird, oder halt eher nicht angenommen wird.

Deswegen bin ich jetzt hier und frage um rat.

Hallo!

Erstmal vorneweg: Natürlich können wir dir nicht sagen, welche Identität denn nun “deine” ist, alles was wir machen können, ist die Begriffe zu nennen, die vielleicht für dich passen. Ob du sie für dich verwenden willst oder nicht ist deine Entscheidung!

Zweitens: Egal, was passiert. Du bist okay, so wie du bist. Und selbst wenn jetzt alles verwirrend ist, es werden Zeiten kommen, in denen das nicht mehr so verwirrend ist.


Drittens: Es gibt einen Begriff auf dem a_romantischen Spektrum, der vielleichz zu dem passen könnte, was du beschreibst. “Lithromantic” bezeichnet Menschen, die zwar romantische Gefühle gegenüber anderen Menschen haben, aber nicht wollen bzw. nicht brauchen, dass diese Gefühle erwidert werden. Bei manchen lithromantischen Menschen verschwinden die romantischen Gefühle, wenn sie erwidert werden.

Über A_romantik und das a_romantische Spektrum kannst du hier mehr herausfinden.

Ich hoffe, das hilft dir.

Alles Liebe,

Annika

Kummerkasten – Antwort 13

Hallo allerseits, ich beschäftige mich noch nicht lange mit diesem \”Gebiet\” und hoffe dass mir einer von euch helfen kann.  Ich habe vor einiger Zeit angefangen mich mit meiner \”Identität\” auseinander zu setzen, und bin dabei zu dem Entschluss gekommen das ich mich weder Männlich noch Weiblich fühle (bzw das es mir egal ist welches dieser beiden Geschlechter ich habe). Mein bester Freund meinte ich sei ein \”Tomboy\”, aber die Aussage gibt mir leider keine richtige Lösung da mir Geschlechterrollen sowieso schon immer so ziemlich egal waren und ich im Bezug auf mich auch schon immer das getan habe was ich wollte. Ich hoffe ihr könnt mir helfen! Liebe Grüße, Emi

Hallo Emi!

Danke für deine Frage. Was du beschreibst, klingt so, als könntest du nicht-binär sein. Nicht-binär (oder auch non-binär) sein bedeutet erstmal, dass eine Person weder männlich oder weiblich ist. Das kann eine eigene Geschlechtsidentität sein (wie zum Beispiel ‘männlich’ oder ‘weiblich’ auch Geschlechtsidentitäten sind), es kann aber auch als Schirmbegriff für ganz viele verschiedene Identitäten dienen. In unserem Glossar findest du ganz viele dieser Identitäten erklärt, hier sind aber schon mal ein paar, die vielleicht für dich passen könnten:

agender – Wenn du sagst, du kannst mit Geschlechterrollen nicht viel anfangen und empfindest keine wirkliche Verbindung zu den Kategorien ‘männlich’ und ‘weiblich’, dann könnte es sein, dass ‘agender’ ein gutes Wort für dich ist. Agender sind Leute, die sich mit keinem Geschlecht identifizieren können oder die insgesamt mit dem Konzept von Geschlecht nichts anfangen können.

bigender – du schreibst, es ist dir egal, ob du männlich oder weiblich bist. Vielleicht passt dann auch das Wort ‘bigender’ für dich? Bigender sind Leute, die sich zu zwei Geschlechtern zugehörig fühlen, zum Beispiel männlich und weiblich. Das kann gleichzeitig sein, oder immer mal wieder abwechseln, sodass sich eine bigender Person manchmal mehr weiblich, manchmal mehr männlich fühlen kann, und manchmal auch mittendrin.

androgyn – das Wort wird zwar meistens für Leute gebraucht, die eine gemischt männliche und weibliche Geschlechtspräsentation haben, sich also z.B. männlich kleiden, aber Makeup tragen, oder ein Kleid und einen Bart tragen. Es kann aber auch Leute beschreiben, die sich irgendwo in der Mitte vom Spektrum zwischen männlich und weiblich identifizieren.

Das sind nur drei mögliche Geschlechtsidentitäten, die vielleicht zu dem passen, was du hier beschreibst. Ganz wichtig ist aber, dass du dir keinen Begriff aufdrängen lassen musst, mit dem du dich nicht wohlfühlst. Du bestimmst allein, was für dich passt und sich gut anfühlt. Wenn diese Begriffe hier nicht für dich passen, dann musst du sie nicht benutzen, und genauso musst du dich nicht als “Tomboy” bezeichnen lassen, wenn du dich damit nicht wohl fühlst. Du kannst bestimmt mal mit deinem besten Freund darüber reden.

Was ich persönlich immer sehr hilfreich fand, war, mit anderen Leuten über solche Dinge zu reden, und nach anderen zu suchen, denen es ähnlich geht. Das Internet ist ein guter Ort, um Informationen zu finden und Leute kennenzulernen, die vielleicht ähnliche Erfahrungen machen. Unten auf unserer trans*-Übersichtsseite findest du einige Links, wo du noch mehr über Nicht-binarität erfahren kannst und andere nicht-binäre Leute kennenlernen kannst, wenn du das möchtest.

Wenn du noch mehr Fragen hast, dann schreib uns gerne wieder!

Alles Gute und viel Glück bei deiner Suche,

Balthazar

Kummerkasten Antwort 12

hallo ihr lieben, ich habe eine frage. warum sagt man \”(name), pronomen: er, transmann\”, wenn jemand, der mal biologisch weiblich war, nun ein mann ist? warum sagt man nicht \”(name), pronomen. er, mann\”? ist das vielleicht so, weil der biologische staus (ich habe leider gerade kein besseres wort, auch wenn sich \”status\” nicht richtig anfühlt), \”mann\” sich nicht von allein aufrecht hält (zum beispiel ohne die gabe von hormonen)?
[ich bin ganz neu in diesem thema und versuche gerade, gender pronomen zu verstehen. ich hoffe, meine frage ist nicht aus unwissenheit verletzend.]

Hallo und danke für deine Frage!

Deine Frage ist nicht leicht zu beantworten, und es gibt nicht nur eine einzige Antwort darauf. Nicht alle Menschen, die trans sind, haben dazu die gleiche Meinung, und nicht alle benutzen die gleichen Worte für sich selbst. Manche Männer, die bei der Geburt weiblich zugewiesen wurden (diese Formulierung finden wir besser als die mit dem “biologischen Geschlecht”, weil auch biologische Merkmale gesellschaftliche Zuschreibungen sind), finden es wichtig, deutlich zu machen, dass sie trans sind. Das kann viele Gründe haben: Vielleicht möchten sie dafür sorgen, dass trans sein mehr Sichtbarkeit bekommt und in der Gesellschaft anerkannter wird. Vielleicht möchten sie damit darauf hinweisen, dass sie eine andere Lebensgeschichte haben als z.B. ein cis Mann (“cis” sein bedeutet, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, dem sie bei der Geburt zugewiesen wurden). Vielleicht sind sie stolz auf ihr Transsein, möchten diesen Teil ihrer Identität feiern und das auch mit der Welt teilen. Verschiedene trans Menschen können verschiedene Gründe dafür haben, ihr Transsein nach außen sichtbar zu machen.

 

Es kann auch vorkommen, dass eine Person sich in unterschiedlichen Kontexten unterschiedlich vorstellt. So kann es zum Beispiel für eine Person sinnvoll sein, sich am Arbeitsplatz, im Alltag, im öffentlichen Raum usw. als Mann zu präsentieren und vorzustellen, um z.B. Diskriminierungen zu vermeiden, aber im Freundeskreis, in queeren Gruppen und im Aktivismus den trans-Teil der eigenen Identität sichtbar zu machen. Es bleibt jedenfalls immer den Personen selbst überlassen, mit welchen Begriffen sie sich wann beschreiben, und diese Selbstbezeichnung steht immer an erster Stelle – die Person weiß immer am Besten, welche Bezeichnung die richtige ist. Wenn du also einer Person begegnest und dir unsicher bist, wie x sich selbst bezeichnet, dann achte am besten darauf, wie die Person über sich selbst spricht und frage im Zweifelsfall nach, wie du über die Person sprechen sollst.

 

Es ist wichtig zu wissen, dass ein Mann nicht weniger ein “echter Mann” ist, wenn er sich als trans Mann (oder Transmann) bezeichnet. Auch Hormone, OPs oder körperliche Merkmale haben nichts damit zu tun, wie männlich eine Person ist. Wenn ein Mensch ein trans Mann ist, dann ist er ein Mann, egal, wie sein Körper oder Hormonhaushalt aussieht. Wie dann diese Leute über sich selbst sprechen und wie wir über sie sprechen sollten, bleibt allen trans Menschen selbst überlassen.

 

Viele Grüße,

Balth

Kummerkasten Antwort 11

Hallo an euch alle,

Bin ich froh, dass mein bester Freund mir gestanden hat, in mich verliebt zu sein, ansonsten wäre ich nicht in dieser bewussten emotional-verwirrenden performativen Konfrontation damit, dass ich mich blindlings immer als monogam verstanden habe, jetzt aber durch verliebte Gefühle in mir, zu besagtem Freund, das ganze in Frage zu stellen beginne.

Ich lerne in den letzen Monaten mehr über das Lieben, Begehren, Gender, sexuelle und amouröse Lebensformen, als das bis hierhin der Fall war (peinlich, peinlich) und dafür bin ich sehr dankbar.

Auch zu merken, wie engagiert Menschen darüber sprechen, welche Plattformen sie dafür bereitstellen, wie viel Hilfe angeboten wird in solchen Fragen, das macht Hoffnung! In diesem Sinne auch danke euch für diese Seite!!!

Nun nochmal zu meiner Lage: Ich bin \”glücklich vergeben\”, wie man das nennt, und mein \”bester\” Freund, wie man das nennt, sagt mir, dass er romantische Gefühle für mich hat.

Ich habe meinem Partner, mit dem ich eine ganz wunderbare Beziehung lebe, als ich mein Verliebtsein in meinen Freund gespürt habe, davon erzählt, was in mir vor sich geht und was ich an mir bemerke. Er war zuerst irritiert und gekränkt. Und er hatte große Angst, mich zu verlieren, bzw. dass unsere Beziehung bald beendet würde. In einem einfühlsamen Gespräch haben wir miteinander klären können, dass unsere Beziehung dadurch keine Abwertung erfahren soll, dass meine Gefühle für meinen Freund nichts an meinen Gefühlen für ihn ändern, oder daran, dass ich mit ihm gerne mein Leben verbringen möchte.

Meinem Freund habe ich auch gesagt, dass ich \”mehr für ihn empfinde\” als Freundschaft. Der Freund verbucht das alles unter \”unglückliche Liebe\” zwischen zwei vom Schicksal uncool erwischten Idioten, glaube ich. Vielleicht hofft er auch, dass wir eines Tages, sollten mein Partner und ich uns trennen, zusammenkommen. Weiter als bis zu diesem \”Mehr als Freundschaft\” bin ich (noch) nicht gekommen.  Ich bemerke da eine große Hemmung bei mir. Ich weiß, um die Empathie meines Partners und auch um seinen Wunsch mich mit meinen Bedürfnissen anzunehmen und mir zu ermöglichen nach ihnen zu leben. (Ich habe sowohl das Bedürfnis unsere Beziehung zu respektieren als auch das Bedürfnis meinem Freund näher zu kommen) Ich möchte meinen Partner aber auf keinen Fall damit unter Druck setzen, oder drängen. Ich möchte gerne transparent dabei bleiben, wie es in mir aussieht, aber ihn damit nicht verstören; denn ich kann mir (und das tue ich wirklich) vorstellen, dass da ziemlich viele unangenehme Gefühle und Gedanken getriggert werden, in dieser Situation…einfach schon wegen der mononormativen Gesellschaftsstruktur, die uns umgibt und die wir so verinnerlicht haben.

Meinem Freund gegenüber habe ich mich, bis auf das besagte schüchterne Geständnis, noch nicht so weit offenbart wie meinem Partner. Glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass er sich vorstellen könnte in einer polyamoren Beziehung zu leben. Viel Stress also um nichts?! Nein, irgendwie ist es nicht so leicht…

Ich will beiden gegenüber ehrlich sein und mir selbst gegenüber ehrlich sein.

Wo das hinführt weiß ich nicht genau und das besorgt mich…auch  deshalb, weil da nunmal nicht nur ich alleine drin hänge…Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber ich ahne, dass es darauf hinauslaufen könnte, dass alles versandet und ich nicht die Kraft habe weiter zu meinen Gefühlen, meinem Begehren und meiner Fantasie zu stehen und mich in die mononormative Struktur zurückziehe, weil es strukturell das Leichteste wäre…weil es \”keine Probleme\” machte,…weil ich dann nicht riskiere Ablehnung zu erfahren.

Und damit habe ich vor allem erst mal mit mir selbst zu tun. Das will ich teilen, weil ich mich frage, wie eure Erfahrungen damit sind…?

Ich will hier was zu meinen inneren Urteilen aufschreiben, oder zu dem Film, den ich schiebe.

Zum Beispiel:

-Du bist total egoistisch. Es ist selbstsüchtig zwei Menschen in deine=
plötzliche Polyamorie-Idee einzuweihen/ zu verwickeln. Ob du willst oder nicht, das tut jetzt schon allen Beteiligten weh. Und es ist auch klar, dass du bei aller transparenten Kommunikation Druck ausübst, ob du willst oder nicht. Das Vertrauen ist gestört, ob du willst oder nicht. Dem einen machst du Druck, dem anderen Hoffnungen, dir selber was vor.

-Wahre Liebe sollte ausschließlich einer Person gegenüber gelebt werden, also liebst du wohl nicht richtig.

Hast du je richtig geliebt?

-Du musst sicher unglücklich in deiner Beziehung sein, sonst käme es dazu nicht.

Ist das nur der Versuch Problemen in deiner Partnerschaft aus dem Weg zu gehen?!

-Bist du denn wirklich, wirklich verliebt in deinen Freund?? Und willst du wirklich wirklich für so ein wenig verliebte Gefühle eine langjährige, großartige Beziehung aufs Spiel setzen? (Gefahr durch die gängige Struktur etwas abzuwerten, herunterzuspielen, das ich fühle: sozusagen es im Keim zu ersticken…dabei war ich glaube ich schon vorher verknallt in den Freund, hätte es nur nie so genannt…und jetzt kommen eben sexuelle Fantasien dazu)

-Du bist größenwahnsinnig; eine Person reicht dir wohl nicht: geht es bei wahrer Liebe aber nicht eigentlich darum, dass man durch das Versprechen für die eine Person die größte Intimität erfährt?  Und durch den Verzicht, die größte Intensität erfährt? Dass man dabei am meisten über sich selbst lernt, auch im Bezug auf Bedingungslosigkeit? (Du bewegst dich doch nur weiter auf den narzisstischen Individualismushype zu)

-Da zeigt sich einfach mal wieder dein Hang zu nichts \”Nein\” sagen zu können…wie kann es denn sein, dass du erst merkst, dass du verliebt bist, wenn dir der Freund sagt, dass er für dich so empfindet?

-Sagst du jetzt zu allen \”Ja\”, die dich begehren?!? (Slut-shaming)

Ich habe mich in den letzten Monaten dazu entschieden mich polyamourös zu verstehen, weil ich ja gemerkt habe, dass es möglich ist, dass ich tiefere Gefühle für mehr als eine Person haben kann und diese Freiheit möchte ich auch den Personen zugestehen,  die mit mir in einer Beziehung sind/ wären..

Jetzt habe ich das Chaos kennengelernt, das entsteht zwischen Norm und Lebensrealitäten, die dem nicht entsprechen. Egal wie es weitergeht, ich bin davon getroffen und will mehr darüber wissen.

Kann aus einer monogamen Beziehung wirklich eine polyamouröse Beziehung werden? Was braucht es dafür?

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Versuch emanzipatorischer Performanz in mononormativen Strukturen?

Wie werde ich die mononormativen Stimmen in meinem Kopf los, die mich \”natürlich\” hindern, zu fühlen, was ich fühle, oder zu leben, was ich mir tendenziell verbiete??

Würde mich über Erfahrungsberichte freuen, bzw. kennt ihr gute Bücher, die vielleicht für mich interessant sein könnten?

Viele liebe Grüße,

Reza

Hallo Reza,

Erstmal: Vielen Dank für das Lob für unsere Seite!

Deine Situation klingt ziemlich verzwickt und ich kann die Gefühle, die du deswegen hast (Stimmt etwas mit mir nicht? Bin ich zu egoistisch?) gut nachvollziehen. Für deine konkrete Situation habe ich leider keine Tipps auf Lager, außer, dass es wichtig ist, mit dem Menschen, mit dem du bereits in einer Beziehung bist, offen und ehrlich umzugehen und ihm Zeit zu geben, sich an den Gedanken zu gewöhnen.

Empfehlen kann ich dir, dir eine Poly-Gruppe zu suchen. Unter https://polyamory.de/ findest du eine lange Liste mit Stammtischen und Gruppen. Dort kannst du sicher Menschen finden, mit denen du dich regelmäßig austauschen kannst.

Als Buch zum Thema empfehle ich gerne “Schlampen mit Moral” von Dossie Easton und Janet Hardy. Dort findest du viele Tipps zum Umgang mit Eifersucht und schwierigen Beziehungssituationen in Bezug auf Polyamoury.

Ich wünsche dir alles Gute!

Annika

Kummerkasten Antwort 10

15-Ich habe mich eigentlich nicht immer zu  Mädchen hingezogen gefühlt. Ich war auch schon öfter mal in einen Jungen “verliebt” oder habe zu mindestens für ihn geschwärmt. Doch in letzter Zeit wird
mir immer mehr bewusst das ich mich auch zu Mädchen hingezogen fühle. Ich laufe auch manchmal mit einer Freundin (die nicht von meiner Schule ist) durch die Stadt (wo uns keiner kennt) und tuen auf lesbisches Ehepaar/Pärchen.  Für sie ist das ganze ja nur Spaß und mir macht das ja auch Spaß aber ich finde es einfach so schön mit ihr, mit anderen aus meinem Freundeskreis in der Schule oder überhaupt mit Mädchen Händchen zuhalten und verliebten körperkontakt zu haben. Ich fühle mich aber trotzdem auch hingezogen zu Jungs und wünsche mir einen Freund da alle meine Freunde um mich herum schon einen Freund haben. Und ich mir auch schon mal was mit einem aus meiner Klasse sowohl emotional als auch sexuell vorgestellt habe. Ich weiß ja das es Bisexuell gibt bin mir aber nicht sicher ob das auf mich zutrifft und wenn es das tut dann habe ich Angst da meine Eltern streng Christlich sind und so was nicht verkraften würden das ich nicht “normal” bin.

Hallo!

Es kann sehr gut sein, dass du bisexuell bist – letztendlich kannst das aber nur du wissen. Bisexualität bedeutet auch nicht, dass du dich genau gleich und genau gleich viel in Menschen mehrerer Geschlechter verliebst und diese sexuell anziehend findest – das kann auch voneinander abweichen. Es kann auch sein, dass du biromantisch bist, d.h. dich in Menschen mehrerer Geschlechter verlieben kannst  – ob du auch Sex mit ihnen haben möchtest ist nochmal eine andere Sache. Es gibt auch noch viele weitere Begriffe, die vielleicht auch zu dir passen können – schau einfach mal in unser Glossar, vielleicht wirst du da fündig.

In einer queeren Jugendgruppe kannst du dich auch mit anderen Jugendlichen austauschen  – vielleicht hilft dir das weiter. Leider gibt es da noch keine Liste aller Jugendgruppen Deutschlands – wir arbeiten aber daran. Google ansonsten einfach deine Stadt (oder eine größere Stadt in deiner Nähe) und “Jugendgruppe” und “schwul” (leider finden sich unter “schwul” immer die besten Ergebnisse)…

Was deine Eltern angeht: Die Aktion Homosexualität und Kirche kann dich vielleicht bei einem Coming Out vor deinen Eltern unterstützen. https://www.huk.org/beratung

Allerdings: Niemand kann dich dazu zwingen, dich zu outen. Wenn du es deinen Eltern nicht erzählen möchtest (oder damit warten möchtest, bis du zu Hause ausgezogen oder volljähig bist) dann ist das vollkommen in Ordnung.

Liebe Grüße und alles Gute,

Annika

Kummerkasten Antwort 9

Ich bin 17 und war als Kind ein Tomboy. Jetzt weiß ich nicht wirklich wer ich bin. Ich kleide und sehe mich als Mädchen, jedoch werde ich auch inner wieder für einen Jungen gehalten und irgendwie fühlt sich das ok bzw gut an. Wie als würde ich auch ein junge sein, aber ich bin ja eigentlich ein Mädchen. Aber gleichzeitig würde ich manchmal auch gerne ein junge sein oder einfach gar nichts. Einfach nur ein Mensch. Ich weiß nicht wirklich wie ich das einordnen soll.

Hallo!

Zunächst einmal: Nur du selbst kannst bestimmen, welches Geschlecht du hast. Das können weder andere Menschen (auch wir nicht) noch die Gesellschaft, die dir vielleicht vorschreiben will, ein Mädchen zu sein, nur weil du bestimmte Körpermerkmale hast.

Es gibt mehrere Begriffe, die dich vielleicht beschreiben können: agender z.B. bedeutet, kein Geschlecht zu haben. Trans bedeutet, dass eine Person nicht das Geschlecht hat, das in ihrer Geburtsurkunde steht, sondern ein anderes. Genderfluid bedeutet, dass das Geschlecht einer Person sich verändert. Nicht-Binär bedeutet, dass eine Person nicht männlich oder weiblich ist, sondern z.B. beides, irgendwie zwischendrin oder keins von beidem.

Lies dich doch einfach mal durch unser Glossar, vielleicht findest du ja einen Begriff, der zu dir passt. Oder denk dir einfach einen eigenen aus.

Unterstützung kannst du hier bekommen: http://www.meingeschlecht.de/

Da findest du Anlaufstellen, Beratungsstellen, Jugendgruppen und viele Informationen.

Alles Gute auf deinem Weg!

Annika

 

Kummerkasten Antwort 8

Ich weiß das lesbisch bin seit ich 13 bin  aber meine Eltern kommen aus der Türkei danach hab ich mich so sehr geschämt das ich selber ganz  homophobe Dinge damals gesagt hab mit 16 hatte ich meine erste Beziehung  und auch danach scheiterten die Beziehungen reihen weiße weil ich mich nur getraut hab mich zu outen bei Muslimen  in der Familie ist das nicht leicht , und Sex  hatte ich auch immer Recht wenig weil ich immer Angst hatte davor  und jetzt bin ich 30 alleine und immer noch so ängstlich vor allem keiner mag fette Frauen und glaub mir da bleibt man immer alleine

Hallo – und erstmal Entschuldigung, dass wir so lange gebraucht haben, um dir zu antworten.

Es passiert sehr häufig, dass queere Menschen in einer Umgebung die sehr queerfeindlich ist, diese internalisieren, d.h. selbst queerfeindlich gegen andere und gegen sich selbst sind. Und es kann sehr lange dauern, bis eins das wieder verlernt. Aber du verdienst es glücklich zu sein und geliebt zu werden. Bitte lass dir nichts anderes einreden. Ich kenne deine persönliche Situation leider nicht genau genug, um dir wirklich hilfreichen Rat zu geben. Aber vielleicht hilft es dir, dir eine Selbsthilfegruppe zu suchen oder dich allgemein in einer queeren Gruppe zu engagieren? Dort triffst du sicher nette queere Frauen und kannst versuchen, an deinen Gefühlen zu arbeiten und dich zu empowern. Beratung für Menschen mit Migrationshintergrund gibt es z.B. bei MILES, einem Projekt des LSVD. Schau mal hier: https://berlin.lsvd.de/projekte/miles/

Liebe Grüße und alles Gute für dich,

Annika

Kummerkasten Antwort 7

Guten Abend.

Ich finde Ihre Seite echt super gemacht,aber leider finde ich z.B. nicht die Flagge für SaPisexuelle!

Ich dachte das ist auch eine normale Sexualität,wieso werden die dann auf Ihrer Seite ausgegrenzt?

Gibt es eigentlich eine Sexualität,die so ist,das man sich zwischen den Sexualitäten von z.B. Tag zu Tag “unterscheidet”?

Wenn ja,wie heißt die ?

Hallo und vielen Dank für deine Nachricht,

Wir werden  uns des Themas Sapiosexualität annehmen.

Zu deiner Frage: Ja, das gibt es und das heißt abrosexuell. Hier kannst du dazu mehr Informationen finden (der Link ist auf Englisch, sag Bescheid, dann übersetzen wir es dir.  http://sexuality.wikia.com/wiki/Abrosexual

Liebe Grüße,

Annika

 

Kummerkasten Antwort 6

Ich hatte bis jetzt nur Beziehungen mit Jungs, keine dieser Beziehungen hat lange angehalten. Jetzt hatte ich schon seit 8 Jahren keine feste Beziehung mehr. Sex auch schon seit 2,5 Jahren nicht mehr. Und seit ca 1 Jahr hab ich immer wieder das Gefühl mich zu Frauen hingezogen zu fühlen. Interesse an Sex hab ich irgendwie verloren, ich weiß nicht ob es daran liegt, dass mein letzer Sex Partener ziemlich grob war und mich mit seinen Fingern verletzt hat oder weil ich mich eben zu Frauen hingezogen fühle.. Irgendwie würde ich es gerne mal mit einer Frau probieren, aber ich hab auch angst davor. Was soll ich tun?

Hallo,

Sex zu haben nachdem du Gewalt erfahren hast kann schwierig sein und dir Angst machen und es ist jederzeit dein absolutes Recht, überhaupt keinen Sex zu haben, nein zu sagen, etwas doch nicht zu machen und dich um zu entscheiden. Gleichzeitig: wenn du Sex gerne ausprobieren möchtest solltest du dir das nicht nehmen lassen.

Den einzigen Tipp, den wir dir geben können, wenn du Sex ausprobieren möchtest: Schlafe vielleicht mit einer Person, die du kennst und/oder der du vertraust. Wahrscheinlich ist es auch eine gute Idee, vorher mit der Person über deine Erfahrungen und deine Ängste zu sprechen. Ihr könnt gemeinsam ausmachen, was ihr gerne ausprobieren und was ihr überhaupt nicht machen wollt. Ihr könnt ein Signal ausmachen, bei der die andere Person sofort stoppen muss (z.B. ein bestimmtes Wort oder eine Berührung wie zwei Mal auf die Schulter tippen) und andere Absprachen treffen, die dir gegen deine Angst helfen können.

Wir werden dazu auch bald noch mehr veröffentlichen.

Liebe Grüße und alles Gute,

Annika

Kummerkasten Antwort 5

Das ist ein tolles Projekt! Danke!!! Besonders freue ich mich über den Eintrag von Girlfag und Guydyke! DANKE, dass meine Identität (Girlfag) hier existiert!
Ich hätte noch zwei Ergänzungsvorschläge:
– DWT: Damenwäscheträger
– Ergänzungsausweis: Ausweis, der von der dgti ausgestellt wird, in dem das (ggf. non-binäre) Geschlecht und selbst gewählte Vornamen eingetragen werden. Link: https://www.dgti.org/ergaenzungsausweis.html

Frage: Wieso richtet sich das Queer-Lexikon an \”junge Erwachsene\” und nicht auch an alle, also junge und alte? Es gibt auch Latebloomer … 🙂
Viele Grüße
Felix ⚥♥♂♂♫♪

Hallo Felix,

Vielen Dank für deine Nachricht und das Lob! Es freut uns sehr, wenn dir unser Projekt gefällt. Die von dir gewünschten Einträge für das Glossar nehmen wir in den nächsten Tagen auf.

Zu deiner Frage: Wir richten uns zunächst einmal an Jugendliche, da für sie kaum (gute) Webseiten zu queeren Themen existieren und wir Jugendliche unterstützen wollen. Aber natürlich sind Menschen aller Altersstufen auf unserer Webseite willkommen und können sich informieren. Gerade unsere Facebook-Seite richtet sich auch eher an Erwachsene. https://www.facebook.com/queerlexikon/

Liebe Grüße,

Annika