Gender

Gender: Gender beschreibt auf einer wissenschaftlichen Ebene das sozial konstruierte Geschlecht und auf einer aktivistischen und persönlichen Ebene die Geschlechtsidentität einer Person. Geschlechtsidentität bedeutet hier die persönliche Vorstellung vom eigenen Geschlecht und der eigenen Geschlechterrolle. Innerhalb der Gesellschaft ist Gender das Konzept, nach dem wir verschiedene Ideen wie sozialen Status, Geschlechtspräsentation, Rolle in der Gesellschaft, Lebensplanung und Sexualität in die Kategorien Männlichkeit und Weiblichkeit einordnen.

Körperliches Geschlecht

Körperliches Geschlecht [sex]: Das körperliche Geschlecht eines Menschen ist eine gesellschaftliche bzw. kulturelle Konstruktion, bei der verschiedenen Körperteilen, wie beispielsweise Genitalien, Hormonen und Chromosomen, eine Geschlechtlichkeit zugeschrieben wird. Zum Beispiel wird in unserer Gesellschaft ein Penis als Code für Männlichkeit gesehen. „Konstruktion“ bedeutet, dass es kein natürliches körperliches Geschlecht gibt, sondern unsere Gesellschaft dies erst erschaffen hat, zum Beispiel durch die Erwartung, dass alle Frauen Eierstöcke haben. Diese Vorstellung ist aber fehlerhaft und diskriminierend, beispielsweise für inter* Menschen, deren Körper nicht in das zweigeschlechtliche System passen. Außerdem sagen Körpermerkmale nichts über das Geschlecht aus, mit dem sich eine Person identifiziert. So kann es beispielsweise auch Männer geben, die Brüste und eine Vagina haben.

Coming Out

Coming Out: Das Coming Out beschreibt den Prozess, in dem eine Person sich selbst über ihr Geschlecht und/oder sexuelle Orientierung bewusst wird (inneres Coming Out) und beginnt, mit anderen darüber zu sprechen (äußeres Coming Out). Vor allem das äußere Coming Out ist ein lebenslanger Prozess.

CAFAB

CAFAB: Die Abkürzung CAFAB steht für coercively assigned female at birth, also ‚bei Geburt dem weiblichen Geschlecht gewaltsam zugewiesen‘. Diese Formulierung wird vor allem von Inter*Personen benutzt, die bei ihrer Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen und dementsprechend operiert wurden, ohne dass ihr Einverständnis vorlag. Die Formulierung kann aber auch von Trans*Personen benutzt werden, die damit ausdrücken, dass sie aufgrund ihrer Genitalien einem Geschlecht zugewiesen wurden, dem sie sich nicht zugehörig fühlen.

DFAB

DFAB / AFAB / FAAB: Die Abkürzung DFAB steht für designated female at birth, AFAB für assigned female at birth, und FAAB female assigned at birth. Die drei Begriffe sind verschiedene Varianten von ‚bei Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen‘. Inter*Trans*– und nonbinary Personen, die bei ihrer Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen wurden, verwenden diese Bezeichnung. Es geht ihnen dabei darum auszudrücken, dass sie bei der Geburt einem Geschlecht zugewiesen wurden, mit dem sie sich nicht oder nur teilweise identifizieren können.

Dysphorie

Dysphorie, dysphorisch / Dysphoria, dysphoric: Dysphorie empfinden vor allem nonbinary und Trans*Menschen. Dysphorie ist ein Gefühl von körperlichem oder sozialem Unwohlsein. Manche nichtbinären oder Trans*Personen empfinden Dysphorie, wenn ihre Umwelt sie in einem falschen Geschlecht wahrnimmt (oder wenn ihre eigenen Vorstellungen von ihrem Geschlecht nicht zu ihrem eigenen Aussehen, Verhalten und Sein passen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass diese eigene Unzufriedenheit auch mit dem Druck und den Erwartungen der Gesellschaft zu tun hat.) Viele Trans*Personen und manche nonbinary Personen ergreifen daher Maßnahmen wie Hormontherapien und/oder Operationen, um ihre Körper dieser Wahrnehmung anzupassen.

FTM

FTM / Transmann: Die Abkürzung FTM steht für ‚female to male‘, also ‚weiblich zu männlich‘ und bezeichnet eine Trans* Identität, bei der sich eine Person, die bei der Geburt als weiblich zugeordnet wurde, als männlich identifiziert. Diese Bezeichnung wird in der Trans*-Szene häufig abgelehnt. Eine bessere Bezeichnung wäre Trans*Mann.

Girlfag

Girlfag: Als ‚Girlfag‘ (‚Mädchenschwuchtel‘, Schwule Frau) bezeichnen sich Menschen, die sich sowohl als weiblich als auch als schwul identifizieren. Sexualität wird hier vom Geschlecht einer Person unabhängig gedacht. Manche Girlfags empfinden sich (bis zu einem gewissen Grad) als trans*, für andere ist diese Identität ein Zugang zu einer trans*maskulinen Identität.