Körperliches Geschlecht

Körperliches Geschlecht [sex]: Das körperliche Geschlecht eines Menschen ist eine gesellschaftliche bzw. kulturelle Konstruktion, bei der verschiedenen Körperteilen, wie beispielsweise Genitalien, Hormonen und Chromosomen, eine Geschlechtlichkeit zugeschrieben wird. Zum Beispiel wird in unserer Gesellschaft ein Penis als Code für Männlichkeit gesehen. „Konstruktion“ bedeutet, dass es kein natürliches körperliches Geschlecht gibt, sondern unsere Gesellschaft dies erst erschaffen hat, zum Beispiel durch die Erwartung, dass alle Frauen Eierstöcke haben. Diese Vorstellung ist aber fehlerhaft und diskriminierend, beispielsweise für inter* Menschen, deren Körper nicht in das zweigeschlechtliche System passen. Außerdem sagen Körpermerkmale nichts über das Geschlecht aus, mit dem sich eine Person identifiziert. So kann es beispielsweise auch Männer geben, die Brüste und eine Vagina haben.

CAFAB

CAFAB: Die Abkürzung CAFAB steht für coercively assigned female at birth, also ‚bei Geburt dem weiblichen Geschlecht gewaltsam zugewiesen‘. Diese Formulierung wird vor allem von Inter*Personen benutzt, die bei ihrer Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen und dementsprechend operiert wurden, ohne dass ihr Einverständnis vorlag. Die Formulierung kann aber auch von Trans*Personen benutzt werden, die damit ausdrücken, dass sie aufgrund ihrer Genitalien einem Geschlecht zugewiesen wurden, dem sie sich nicht zugehörig fühlen.

DFAB

DFAB / AFAB / FAAB: Die Abkürzung DFAB steht für designated female at birth, AFAB für assigned female at birth, und FAAB female assigned at birth. Die drei Begriffe sind verschiedene Varianten von ‚bei Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen‘. Inter*Trans*– und nonbinary Personen, die bei ihrer Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen wurden, verwenden diese Bezeichnung. Es geht ihnen dabei darum auszudrücken, dass sie bei der Geburt einem Geschlecht zugewiesen wurden, mit dem sie sich nicht oder nur teilweise identifizieren können.

FTM

FTM / Transmann: Die Abkürzung FTM steht für ‚female to male‘, also ‚weiblich zu männlich‘ und bezeichnet eine Trans* Identität, bei der sich eine Person, die bei der Geburt als weiblich zugeordnet wurde, als männlich identifiziert. Diese Bezeichnung wird in der Trans*-Szene häufig abgelehnt. Eine bessere Bezeichnung wäre Trans*Mann.