Kummerkastenantwort 6891: Mein Kollege diskriminiert mich am Arbeitsplatz und akzeptiert meinen neuen Namen nicht
Hallo liebes Team von Queer-Lexikon,
mein Name ist Tyler (34 Jahre) und ich habe mich vor kurzem als non-binär geoutet. Meine Familie, Freunde und auch einige Kollegen haben das ganze recht gut aufgenommen.
Und ich weiß, es kann seine Zeit dauern, bis man sich an einen neuen Namen gewöhnt, auch für mich ist es manchmal noch ungewohnt meinen neuen Namen auf Arbeit zu hören (statt bei meinen Freunden), da es ein anderes Umfeld ist.
Doch es gibt einen Kollegen, der sich weigert, mich bei meinem neuen Namen zu nennen, solange es noch nicht offiziell auf meinem Personalausweis steht. Auch, wenn er mich einer anderen Person vorstellt, nennt er mich noch bei meinem alten Namen.
Als ich gestern eine Mail an ihn schrieb, habe ich „LG Tyler (-alter Name-)“ in die Abschiedszeile geschrieben, einfach, um keine Verwirrung aufkommen zu lassen. Als er antwortete schrieb er in seiner Mail an besagter Stelle „Christian (Christian)“ als Abschied (Ich nutze hier einen anderen Namen als seinen eigentlichen als Beispiel). Was mich störte und traf. Ich fühlte mich, als würde er sich über mich lustig machen.
Meine Frage an euch: Bin ich hier zu empfindlich oder ist seine Art einfach nur geschmacklos? Ich würde versuchen, nochmal mit ihm darüber zu sprechen und ihm sagen, dass ich möchte, dass er meinem Wunsch anders genannt zu werden, bitte nachkommen möchte. Immerhin fühle ich mich so mehr ich und es ist irgendwo ja auch mein Recht, im Privaten wie auch auf Arbeit mich in meiner Persönlichkeit frei entfalten zu können. (Sorry, falls das zu hochgestochen klingt, aber das steht so im Grundgesetzt 🙂 )
Bin ich also zu pingelig oder empfindlich oder grenzt das schon an Mobbing was er macht? Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht? Was sollte ich eurer Meinung nach tun?
Liebe Grüße an alle 🙂 Habt einen schönen Tag und eine angenehme, stressfreie Woche.
Hallo Tyler,
Ganz einfach: Du verdienst Respekt und dass deine Wünsche, wie du angesprochen und genannt werden möchtest, respektiert werden. Du darfst dich also z.B. bei der Personalabteilung beschweren, wenn du das möchtest.
Liebe Grüße,
Annika


