Kummerkasten Antwort 103: Ich muss die ganze Zeit an sie denken

Hi ich bin weiblich und 13. Ich fand Frauen zwar vorher schon Atraktiv und meine gute Freundin auch und dann haben wir halt mal geknutscht und so. Das ist 1 Jahr her. Vor ein paar Wochen hat sie sich als Bi geoutet und mir als erstes davon erzählt. Jetzt muss ich die ganze Zeit an sie denken. Ich steh aber eigentlich nur auf Jung, aber nachdem sie mir das erzählt hat war ich mir da nicht mehr so sicher. Ich habe aber Angst mich zu Outen, da mein Vater es zwar okay für fremde findet aber was dagegen hätte wenn ich das wär und seine Eltern und so sind streng Religiös. Ich wollte auch fragen wie man diese Sexualität dann nennt. Also ich stehe eher auf Mädchen aber irgendwie auch auf Jungs

Hallo liebe Unbekannte,

Es ist ok, dass du gerade ein bisschen verwirrt bist. Lass dir ein bisschen Zeit, denke darüber nach und oute dich vielleicht erstmal bei einer Person um zu schauen, wie es sich anfühlt.

Wenn eine Person auf Mädchen und auf Jungs steht, nennt man das bisexuell. Viele bisexuelle Menschen haben Vorlieben und stehen z.B. eher auf Frauen, aber eben manchmal auch auf Männer – das ist ganz normal.

Wegen deinem Vater: das klingt kompliziert. Wichtig ist: Pass auf dich selbst auf. Wenn du dich selbst in Gefahr bringen würdest, dann oute dich lieber erst, wenn du 18 Jahre alt bist und nicht mehr zuhause wohnst. Oute dich lieber erst bei Menschen in deiner Familie, die dich auf jeden Fall unterstützen und zu dir halten.

Alles Gute für dich!

Annika

Kummerkasten Antwort 102: Bin ich doch bisexuell?

Hallo!
Ich habe hier bereits einige Beiträge gelesen, auf die es immer sinnvolle und hilfreiche Antworten gab und ich hoffe das ihr mir vielleicht auch helfen könnt.

Ich wurde vor ca. zwei Monaten ungewollt als Bisexuelle geoutet, mittlerweile frage ich mich jedoch, ob das auch stimmt. Inzwischen würde ich mich auch eher als Biromantisch bezeichnen. Ich kann zwar Gefühle für Mädchen und Jungen haben, aber das Problem ist, dass ich denke das ich A-Sexuell bin, jedoch nur im Bezug auf Jungen/Männer. Mit einem Mädchen wäre Sex etwas anderes, aber mit einem Jungen wäre das irgendwie komplizierter. Manchmal könnte ich mir das durchaus vorstellen, aber oft fühle ich mich bei der Vorstellung irgendwie unwohl, bzw. würde das nicht wollen. Außerdem finde ich weibliche Körper meistens attraktiver, wobei das nicht heißt, das ich Jungen nicht attraktiv finde. Ich bin nun im Internet auf den Begriff Graysexuell gestoßen, bin aber nicht sicher ob das auf mich zutrifft da ich nur im Bezug auf Jungs so denke. Die Frage ist nun, wie sich das in meinem Fall nennen würde: Graysexuell Biromantisch?
Oder würde eher Homosexuell Biromantisch zutreffen (vielleicht sogar Biromantische Lesbe?)?
Oder würde sich das dann Hetero-Gray-Sexuell Biromantisch heißen?

Ich hoffe ich habe alles verständlich formuliert und sorry für meine Rechtschreibung bzw. Grammatik.

LG

Hallo lieb* Unbekannte*r,

Hui – ich hoffe, dass du das unfreiwillige Outing gut überstanden hast und ok bist!

Erstmal: Wie wir hier immer wieder schreiben: Wir können dir nicht sagen, was deine Label sind, das kannst nur du alleine entscheiden.

Das was du beschreibst, klingt erstmal so, als wärst du biromantisch.

Deine sexuelle Orientierung klingt etwas komplexer. Grey-sexuell ist eher ein Oberbegriff, der besagt, dass du dich auf dem asexuellen Spektrum befindest. Er sagt noch nichts darüber aus, ob du vielleicht demisexuell bist oder unter welchen Umständen du sexuelle Anziehung verspüren kannst. Vielleicht reicht dir das auch schon als etwas schwammige Beschreibung – im Einzelfall könntest du es ja auch nochmal ausführlicher beschreiben?

Ich kann gut nachvollziehen, dass du gerne genau die Begriffe hättest, die dich beschreiben – oft sind Menschen aber auch deutlich komplexer als es ein paar Begriffe beschreiben können. Du bist wie du bist. Und das ist wunderbar so.

Wenn du ganz genaue Begriffe verwenden willst (z.B. biromantisch grey-asexuell oder biromantisch grey-bisexuell oder oder oder) dann kannst du das natürlich tun – und zwar mit den Worten, mit denen du dich am besten fühlst.

Alles Gute für dich!

Annika

Kummerkasten Antwort – Anziehung zu Frauen, Gefühle für Männer?

Hallo,
ich hab schon lange das Problem mit meiner Sexualität. Ich bin ein Mädchen und fand schon seit meiner Kindheit Frauen attraktiv und finde sie seit der Pubertät auch sexuell anziehend, aber ich hatte bis jetzt nur Gefühle für Männer, aber fand die nie sexuell anziehend. Ich weiß nicht genau was da los ist. Kann es möglicherweise daran liegen, dass ich noch keine sexuelle Erfahrung habe?

Hallo lieb* Unbekannte,

Es ist möglich, dass du Männer nicht sexuell anziehend findest. Damit ist nicht falsch oder ein Problem. Das kann sich im Lauf der Zeit ändern (hat aber nichts damit zu tun, ob du schon Sex hattest oder nicht) – muss es aber nicht.

Bei manchen Menschen ist die sexuelle Orientierung anders als die romantische Orientierung. Das heißt: In wen ich mich verliebe und wen ich sexuell anziehend finde, sind unterschiedliche Sachen. Für mich klingt das so, als wärst du vielleicht biromantisch, weil du für Frauen und Männer Gefühle haben kannst (obwohl ich das aus deiner Frage nicht ganz herauslesen kann: Hast du denn auch manchmal Gefühle für Frauen?) – aber deine sexuelle Orientierung eher lesbisch ist, weil du nur Frauen sexuell anziehend findest.

Ich hoffe, das hilft dir vielleicht ein bisschen.

Alles Gute für dich!

Annika

Kummerkasten Antwort 100 – jung und nicht weiblich – aber was?

Hey.
Ich habe mir ein paar Fragen und Antworten von anderen Menschen durchgelesen, aber irgendwie beschreibt keine einzige wirklich mich.
– Ich bin weiblich, trage aber nicht gerne weibliche Klamotten, möchte aber auch nicht männlich sein, und andererseits mag ich das Personalpronomen “sie” nicht und will keine Brüste haben. –
Ich möchte auch eigentlich nicht, dass irgendwer davon erfährt. Zudem bin ich noch ziemlich jung.

Hey Unbekannte*r,

danke für deine Frage. Was du beschreibst, klingt für mich, als könntest du agender sein oder vielleicht eine andere nichtbinäre Identität haben. Nichtbinär ist ein Label aus dem Bereich von trans Identitäten und beschreibt alle Menschen, die sich nicht ausschließlich als männlich oder weiblich definieren. Wer nichtbinär (oder trans im Allgemeinen) ist, kann sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren – in deinem Fall weiblich. Es gibt noch sehr viel mehr Geschlechter als nur männlich und weiblich, das wird aber in unserer Gesellschaft oft versteckt, und es ist deswegen verständlich, dass du verwirrt bist. Das ist voll okay.

Nichtbinär ist ein Überbegriff für sehr viele verschiedene Geschlechter, die nicht männlich oder weiblich sind – agender ist eins davon. Wer agender (oder auch genderlos oder geschlechtslos) ist, hat kein Geschlecht oder kann mit Geschlecht an sich nichts anfangen. Vielleicht kannst du ja mit einem dieser Begriffe etwas anfangen? Wenn nicht, ist es auch voll okay – du bist überhaupt nicht verpflichtet, dich auf ein Label festzulegen. Stattdessen kannst du auch einfach nur tun, was sich gut und richtig anfühlt, ohne es genau benennen zu müssen. Du könntest z.B. deine Brüste mit einem Binder abbinden – wie das geht und was du dabei beachten musst, kannst du in unserer Binderbroschüre erfahren. Du kannst außerdem mit Pronomen experimentieren, wenn “sie” sich nicht gut anfühlt. Vielleicht passt dir ja “er” oder “es” besser, oder vielleicht möchtest du dir ein eigenes Pronomen überlegen? Viele nichtbinäre Menschen in Deutschland mögen es aber auch, kein Pronomen zu verwenden, also statt Pronomen einfach immer nur den eigenen Namen oder eine Kurzform davon zu benutzen. Vielleicht fühlst du dich sicher genug, um ein paar Freund*innen oder Familienmitglieder zu bitten, andere Pronomen für dich zu verwenden. Wenn du dich das nicht traust, kannst du die neuen Pronomen aber vielleicht auch einfach nur anonym und online ausprobieren, z.B. auf einem Social-Media-Account oder so.

Es ist vollkommen okay, sich nicht zu outen. Du bist überhaupt nicht verpflichtet, irgendwem dein Geschlecht zu offenbaren und wem du es erzählst oder nicht erzählst, bleibt ganz allein deine Sache. Es ist vollkommen okay, es niemandem zu erzählen, oder nur ganz wenigen Leuten – es ist voll und ganz deine Entscheidung, wie du dich vor wem outest. Außerdem darfst du dir dafür so viel Zeit lassen, wie du brauchst.

Ganz viel Erfolg bei deiner Selbstfindung! Komm jederzeit vorbei, wenn du noch weitere Fragen hast. 🙂
Viele Grüße,

Balthazar

Kummerkasten Antwort 99 – Tipps für einen trans Jungen

Hi,
Ich bin 12 jahre alt und habe vor einem Monat fest gestellt das ich pan bin, habe jetzt aber viele tests gemacht zu transsexualitaet. Ich fuhle mich Wie ein Junge und haette auch schon einen Namen… Vllt. Ein paar tippy?

Hallo du,

es freut mich sehr, dass du dich mit deiner Orientierung und deinem Geschlecht auseinandersetzen kannst und dass du Begriffe gefunden hast, die dich beschreiben. Und auch schön, dass du schon einen Namen gefunden hast, mit dem du dich wohl fühlst! Vielleicht gibt es ja ein paar enge Freund*innen, denen du dich anvertrauen möchtest? Denen könntest du deine Identität erklären und sie bitten, dich ab jetzt mit deinem neuen Namen anzusprechen. So kannst du ausprobieren, wie es sich anfühlt mit diesem Namen und ob es das Richtige für dich ist. Am besten startest du mit ein paar wenigen Leuten, denen du sehr vertraust – das hilft, um möglichst gute Erfahrungen zu machen und dich wohl zu fühlen. Vielleicht gibt es ja bei dir in der Gegend oder sogar an der Schule eine queere Jugendgruppe oder AG oder sowas? Es tut auch immer gut, mit anderen Menschen zu reden, die ähnliche Lebenserfahrungen machen wie du und denen es ähnlich geht. Vielleicht findest du ja andere trans Menschen in deinem Umfeld, mit denen du dich austauschen kannst und die dir hilfreiche Tipps geben und dir zuhören können. Wenn es eine erwachsene Person gibt, der du vertraust (z.B. Eltern, andere Verwandte, Lehrer*innen, Jugendgruppenleiter*innen), dann kann es auch gut sein, dich denen anzuvertrauen. Eine erwachsene Person kann dir helfen, deinen Weg zu finden.

Es hilft auf jeden Fall, dich so viel wie möglich zu informieren, z.B. durch Videos, Handbücher, Artikel usw. – am Besten, wenn sie von anderen trans Menschen geschrieben wurden.

Viel Glück und Erfolg bei deinem weiteren Weg!
Liebe Grüße,

Balthazar

Kummerkasten Antwort 98: Pan und Omni?

Hi, ich selber tendiere eher zu omni als zu pan, obwohl beide sehr ähnlich sind, gibt es doch Unterschiede. Pansexuelle sind meistens „genderblind“, müssen es aber nicht sein, was heißt dass sie alle Gender attraktiv finden, ihnen das Geschlecht ihres Partners aber egal ist und sie es „nicht sehen“. Omnisexuelle fühlen sich auch allen Gendern hinzugezogen, registrieren aber gender und können daher auch Präferenzen haben. Ich bin selber erst vor kurzem auf omnisexuell gestoßen, da sich pansexuell einfach nicht richtig angefühlt hatte.

Hallo liebe*r Unbekannte*r,

Nachdem das keine Frage ist – aber für andere sicher auch spannend zu lesen, veröffentlichen wir deinen Beitrag einfach so.

Wenn du doch noch eine Frage hast, oder wir dir mit etwas helfen können, sag gerne Bescheid.

Liebe Grüße,

Annika

Kummerkasten Antwort 97 – Woher kommt die körperliche Unzufriedenheit?

Hallo!

Ich bin Feministin und dachte eigentlich immer, abgesehen von einigen wenigen Momenten, dass ich zufrieden bin mit meinem Körper. Und meistens ist das auch so, aber manchmal nicht. Und wenn ich darüber nachdenke, selbst ein Junge zu sein, ist das für mich eigentlich kein Problem, ich finde nur den Gedanken an Penisse, egal ob wer so ein Ding in mich reinschiebt oder ob ich es berühre oder so, ziemlich schräg und so. Versteht ihr?

Ich weiß, dass ich nicht Trans bin, ich bin einfach nur verwirrt. Fällt euch was ein?

Hallo lieber Mensch,

deine Frage ist schwierig zu beantworten und hat sehr viele Aspekte, von denen ich sicher nicht alle bedenken und berücksichtigen kann – ich gebe allerdings mein Bestes und hoffe, es ist was Hilfreiches für dich dabei.

Zufriedenheit mit dem eigenen Körper ist komplex, vor allem für Menschen, die bei der Geburt weiblich zugewiesen und auch so erzogen wurden – die Ansprüche, die weiblichen Menschen von der Gesellschaft gestellt werden, sind extrem hoch und an allen Ecken und Enden wird uns beigebracht, dass wir mit unserem Körper unzufrieden sein sollen und ihn perfektionieren müssen. Viele Menschen haben diesen Prozess so sehr internalisiert, dass er ganz von alleine passiert und nicht mal mehr wirklich auffällt. Es ist deswegen nicht leicht zu sagen, warum eine Person unzufrieden mit dem eigenen Körper ist.

Gerade das macht es vielen trans Menschen schwer zu erkennen, dass sie trans sind. Ich will damit nicht sagen, dass du trans bist – du sagst ja, du weißt, dass du es nicht bist, und scheinst dich mit dem Thema schon auseinandergesetzt zu haben. Letztlich kannst nur du sagen, welcher Begriff dich am besten beschreibt. Weil du aber darüber redest, dass du manchmal mit deinem Körper unzufrieden bist und dich auch als Junge sehen kannst, möchte ich das trotzdem kurz ansprechen.

Es wird oft als ein großer Bestandteil von trans sein bewertet, unzufrieden mit dem eigenen Körper zu sein und ihn so ändern zu wollen, dass er den eigenen Vorstellungen vom eigenen Geschlecht entspricht. Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper als trans Mensch wird als Dysphorie bezeichnet. Ich stehe dem etwas skeptisch gegenüber, weil es nur wenig mit der Selbstdefinition von trans Menschen zu tun hat, weil es uns vonseiten der Medizin aufgezwungen wird und weil es so negativ ist: Wir müssen quasi durch unser Leiden und unsere Unzufriedenheit “beweisen”, dass wir trans sind. Ich persönlich definiere Transsein lieber über Geschlechts-Euphorie statt Dysphorie – wenn es eine Person z.B. glücklich macht, von anderen als Mädchen gelesen und auch so angesprochen zu werden, dann ist es voll okay, wenn diese Person sich als trans Mädchen beschreibt. Ob dieses Mädchen dann unglücklich ist oder nicht, wenn sie nicht als Mädchen gesehen wird, ist dann eher zweitrangig – auch die Frage, ob sie unzufrieden mit dem eigenen Körper ist, und wenn ja, mit welchen Teilen ihres Körpers, steht dann nicht so sehr im Mittelpunkt.

Wer trans ist, muss also nicht unbedingt und immer mit allen “vergeschlechtlichten” Körperteilen (also z.B. mit Genitalien, Brüsten, Behaarung etc.) unzufrieden sein. Und umgekehrt ist Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper nicht immer ein Zeichen für Transsein.

Du sagst, die Vorstellung, ein Junge zu sein, ist für dich kein Problem – das kann vielleicht daran liegen, dass du ein trans Junge bist, aber nur du kannst entscheiden, ob du dich so benennen willst. Es kann aber auch bedeuten, dass du vielleicht nichtbinär bist. Nichtbinär ist ein Überbegriff für alle Menschen, die nicht ausschließlich männlich oder weiblich sind. Weil du sagst, dass du die Unzufriedenheit nur manchmal spürst, könnte der Begriff “genderfluid” vielleicht passend für dich sein; das bedeutet, dass deine Geschlechtsidentität sich manchmal verändert, und dass du eben vielleicht nur manchmal ein Junge bist. Vielleicht fühlt es sich aber auch einfach nur so an, als wärst du teilweise ein Junge, aber eben nicht ganz. Dann trifft evtl. der Begriff “demiboy” auf dich zu. Vielleicht fühlst du dich auch wohl in deinem weiblichen Geschlecht, magst es aber, deine maskuline Seite auszudrücken – viele lesbische und queere Frauen und Menschen benutzen dafür das Wort “Butch“.

Vielleicht ist unter diesen Begriffen ja was dabei, was dich beschreibt – vielleicht auch nicht, und das ist auch okay. So oder so sind deine Gefühle zu deinem eigenen Geschlecht vollkommen in Ordnung und du bist sicher nicht alleine damit.

Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute bei deiner Suche!
Liebe Grüße,

Balthazar

Kummerkasten Antwort 96: Was ist mein label?

Wie nenne ich mich jetzt wenn ich mich nur Romantisch auf beide Geschlechter hinzugezogen fühle aber sexuell nur auf Männer (Ich bin Weiblich)

Hallo lieb* Unbekannte,

Wenn du dich in Menschen zweier (oder vielleicht sogar mehrerer) Geschlechter verlieben kannst, wird das meist biromantisch genannt – (bei allen Geschlechtern: panromantisch).

Und wenn du weiblich bist und nur Männer sexuell anziehend findest wärst du heterosexuell.

Also: Biromantisch heterosexuell.

Das ist natürlich keine Vorgabe – du musst dich so nicht nennen, du darfst aber natürlich, wenn du das möchtest.

Liebe Grüße,

Annika

Kummerkasten Antwort 95: Bin ich gynosexuell?

Hallo, ich habe eine Frage bezüglich meiner Sexualität. Bin da doch ein wenig verwirrt und versuche schon länger eine eindeutige Bezeichnung dafür zu finden.
Würde mich selber als sehr androgynen Mann bezeichnen der aber auch gern Frauenkleidung trägt. Werde auch des öfteren als Frau angesprochen. So ganz Frau bzw. Mann bin ich aber irgendwie nicht. Würde mich so als 60% Mann und 40% Frau sehen.
Stehe auf Frauen und alles weibliche, also auch sehr feminine Männer bzw. alles dazwischen. Schwul bin ich aber auf keinen Fall. Männer an sich finde ich eher abstoßend sexuell gesehen.
Hätte jetzt mal so gedacht das ich gynosexuell bin, nur so richtig sicher bin ich mir da nicht ob der Begriff auf mich zutrifft. Ich hoffe ihr könnt mir helfen und ein wenig Licht ins Dunkel bringen. 😉

Hallo lieb* Unbekannte*r,

“Gynosexuell” bedeutet, dass eine Person sich sexuell zu Frauen bzw. Weiblicheit hingezogen fühlt. In deinem Fall klingt das so, als würde das doch auf dich passen – letztendlich kannst das aber nur du wissen, und niemand sonst.

Das Tolle an dem Begriff ist ja auch, dass er keine Aussage über dein Geschlecht macht (Bei “Homosexuell” ist ja z.B. impliziert, dass eins dasselbe Geschlecht wie die Menschen hat, auf die eins steht). Gerade, wenn du nicht 100% Mann oder Frau bist, ist das ja ein extra Bonus 🙂

Liebe Grüße,

Annika

Kummerkasten Antwort 94: Bin ich lesbisch?

Ich bin in ein Mädchen verliebt, ich war so mit zwölf mal in einen Jungen verliebt, ich finde alle hübsch, doch das Gefühl der Richtugkeit habe ich in letzter Zeit nur noch mit Mädchen, aber der Begriff „lesbisch“ fühlt sich falsch an und dann denke ich an hübsche Jungs, und dass eine Lesbe nicht dieses Bauchkribbeln bei Jungs hätte, oder? (Wow, das war mal ein langer Satz…)
Könnt ihr mir helfen- ich hatte heute meine letzte Prüfung und es steht echt gar nichts mehr an, also wird diese Frage mich jetzt wochenlang beschäftigen…

Hallo lieb* Unbekannte*r,

Ich kann deine Verwirrung gut nachvollziehen – mir ging es selbst lange so. Die Wahrheit ist: Menschen sind kompliziert und Wörter wie “lesbisch” können oft nicht all die Facetten einfangen, die einen ganzen Menschen ausmachen. Viele Lesben waren mal in einen Jungen verliebt oder bekommen manchmal Bauchkribbeln bei Menschen, die keine Frauen sind.

Deswegen kannst du natürlich auch lesbisch sein, wenn du Bauchkribbeln bei Jungs hast.

Wichtig ist: Niemand kann entscheiden, was dein label ist oder wie du dich nennen musst oder sollst oder darfst. Das bestimmst alleine du. Wenn du “lesbisch” als Begriff gut findest für dich – super! Wenn dir ein anderer besser gefällt, dann nimm den.

Alles Gute für dich!

Annika