Kummerkastenantwort 6732: Wie gehe ich als Trainerin mit homofeindlichen/sexistischen Kindern um?
Heyy, wie gehe ich am besten mit homophoben und sexistischen Kindern um? Ich bin Trainerin in einem Turnverein und trainiere ca. 9 Jährige. Ich will die Kleinen nicht anschreien obwohl mich ihr Verhalten sehr aggressiv macht. Aber ich glaube dass es in diesem Alter eigentlich nur den Eltern verschuldet ist und nicht den Kindern selbst… ich versuche ihnen schon immer zu erklären, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist, aber merke dabei auch, dass diese Kinder es nicht wirklich besser wissen/ gelernt haben. Ich bin übrigens erst 16, deshalb will ich auch nicht den Eltern eine Standpauke halten. Außerdem sitzen diese während des Trainings daneben, und ich fühle mich unwohl, vor ihnen mit ihren Kindern zu schimpfen… HELP.
Hallo!
Ich glaube, dass das Anschreien von Kindern generell meist eher eine schlechte Idee ist. Ich finde es aber völlig berechtigt, dass du als Trainerin kein homofeindliches und/oder sexistisches Verhalten dulden kannst und möchtest. Ich finde aber schon, dass Kinder gespiegelt bekommen dürfen, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung hat und Diskriminierung Konsequenzen nach sich zieht. Wenn du dir da Sorgen wegen deines Alters und der Eltern machst, vielleicht kannst du dir Unterstützung von älteren Personen in deinem Turnverein holen? Vielleicht hat euer Verein ja sogar eine Ansprechperson für das Thema Diskriminierung oder du kannst anregen, dass das Verbot von Diskriminierung in die Satzung aufgenommen wird? Wahrscheinlich wird es viele ermüdende und langwierige Gespräche geben müssen, wenn die Personen in Machtpositionen da nicht sofort aufgeschlossen für sind, es kann sich aber lohnen. Denn dass du aggressiv im Training bist und das dann entweder an den Kindern auslässt, oder du privat deine Energie aufbringen musst, um deine Gefühle zu regulieren, ist ja beides keine Lösung.
Viele Grüße
Hannah



Falls es im Verein keine Ansprechperson für das Thema Diskriminierung gibt, können vllt. ein Verband (Landesverband, Stadtsportbund o.ä.) oder die kommunale Antidiskriminierungsstelle helfen.