Kummerkastenantwort 6780: Ich bin transmaskulin aber kann es mir nicht eingestehen
CN: internalisierte Transfeindlichkeit, Erwähnung von KI
Hey liebes Kummerkastenteam,
in Zeiten von ChatGPT wollte ich doch lieber mit realen Menschen sprechen- zumal ich von KI auch schon durchaus transphobe Ansätze gehört habe.
Ich wollte eigentlich mal über meine Sorgen sprechen und mich erkundigen, ob das alles „normal“ ist.
Das Narrativ des Transmenschen ist durch die Medien einfach so geprägt, dass es viele schon seit der Kindheit wussten oder es so eine Art innere Wahrheit ist.
Leider hat mich Die Welt ziemlich verformt.
Ich bin transmaskulin. Würde ich zumindestens so sagen, weil mein Gehirn das denkt. Also ich denke das. Aber eingestehen mag ich mir das irgendwie nicht 😅.
Ich finde Frauen unfassbar schön und wertvoll. Ich liebe meine Freundeninnen, ich mag es, wie sie ihre Körper kleiden und sich kreativ im Make-Up austoben. Auch finde ich irgendwie, das Frauen „schöner“ altern.
Aber.. trotzdem möchte ich ein Mann sein und so aussehen.
Das.. fühlt sich manchmal sehr absurd an.
Am schlimmsten ist es für mich, dass ich keine männliche Pubertät hatte und mit weiblichen Schönheitsidealen großgeworden bin.
Alles, was für Männer auch gruselig ist, ist es für mich auch – Haarverlust, der gute Bierbauch, etc.
Nur, dass ich mir das „““aussuche“““ (tu ich nicht wirklich. Ich brauche es einfach, um Beziehungsfähig zu sein. Weil ich mir in diesem Körper keine Beziehung vorstellen kann).
Man fühlt sich so.. beknackt.
Und man bleibt an oberflächlichen Fragen hängen, weil alles andere zu gruselig wäre.
Ob die Familie einen noch lieben wird, ob man einen Partner findet, der Fakt, dass man nie biologischer Papa sein wird…)
Und der Endgegner ist dann halt die potentielle Glatze mit 30. XD
Haben andere Transmenschen auch diese Bedenken? Wie geht man damit um?
Ich habe schon konstant Angst vor Fehlern, z.B. auch vor späteren Operationen.
Was ist wenn man etwas entfernt, was man doch hätte behalten wollen/sollen?
Zumal man ja auch nichtbinär oder genderfluid sein könnte..
Alles gruselig.
Danke für den Raum!
Hallo!
Vielleicht magst du dich mal zum Begriff internalisierte Transfeidlichkeit informieren? Du bist mit deinen Bedenken und Überlegungen nämlich nicht allein. Vielleicht kann es dir helfen, dich mit Narrativen von trans Personen auseinanderzusetzen bzw. anderen trans Personen auszutauschen? Das ginge z. B. online in unserem QueerChat. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, trans zu sein. Nicht alle trans Menschen wissen schon seit immer, dass sie trans sind. Es ist auch völlig in Ordnung, das erst später rauszufinden und sich stereotype Eigenschaften zu wünschen. Vielleicht hilft es dir, zu wissen, dass du nichts überstürzen musst und dir in Ruhe klar darüber werden darfst, was du möchtest und was nicht. Ich wünsche dir alles Gute!
Viele Grüße
Hannah


