Kummerkastenantwort 6183 – Gibt es compulsory Heterosexuality auch andersrum?
Hey also ich (w) stehe definitiv auf Männer, da bin ich mir sehr sicher. Beim Rest bin ich in den letzten Wochen ziemlich unsicher geworden. Es ist nämlich folgendes:
In letzter Zeit denke ich viel an ein Mädchen aus meiner Klasse, die mich an meiner Sexualität zweifeln lässt.
Ich dachte mir anfangs nur das sie ganz süß und voll nett ist wenn wir miteinander alleine geredet haben. Aber dann neulich habe ich mir vorgestellt wie es wäre sie zu küssen und konnte mir gut vorstellen das zu mögen.
Was mich jetzt aber noch unsicherer macht, ist der Fakt das sich viele Queere Leute (auch meinem Umfled) sich erst einreden straight zu sein, weil ihr Umfeld sie beeinflusst.
Ich habe eine*n beste*n Freund*in der*die queer ist und das auch auslebt. Ich habe wirklich kein Problem damit und unterstütze diese Person auch wann immer ich kann, aber sie gibt mir von Zeit zu Zeit das Gefühl die würde mich mehr mögen wenn ich nicht straight wäre. Ich habe ich gesagt ich sei No-Label weil ich damals noch nichts festlegen wollte und erst schauen wollte wie es kommt und dann hat diese Person später mal öfters gegen heterosexuelle Leute geschossen und immer wenn ich betroffen geschaut habe gemeint sie würde mich nicht als straight sehen (was ja natürlich sinn macht). Ich fühle mich dann immer so als hättenich diesen Druck auf den Schultern queer zu sein und habe Angst das das mit dem Mädchen ein Resultat davon ist. Ich weiß nicht ob man sowas gleichsetzen kann mit dem was queere Menschen durchmachen müssen, aber geht sowasnauch in die andere Richtung? Druck von queren Freunden? Und was sollte ich tun um herauszufinden ob ich nicht doch auch auf Frauen stehe?
Ich wäre echt dankbar für eine Antwort egal wie hilfreich sie am Ende ist. Ich struggle gerade damit…
Guten Tag,
das ist ein klassisches ja und nein. Einerseits: Begünstigen Leute es manchmal, bewusst und unbewusst, dass ihnen (vermeintlich) ähnliche Leute nahe sind: ja. Steht im Falle von, egal, wie der Mechanismus letztlich aussieht, dass sich um queere Personen mehr (vermeintlich) queere Personen gruppieren, ein ganz anderes Machtverhältnis im Hintergrund als bei der gesellschaftlichen Dimension wenn Leute in ein straightes Leben hineingedrängt sind. Insofern, klommt drauf an, auf welcher Ebene du das letztlich betrachtest. Auf einem gesellschaftlichen Level nicht, aber in kleinen individuellen Gruppen kann es auf einer sehr kleinen Ebene schon auch entsprechende Ansätze geben – die aber nicht von entsprechenden gesellschaftlichen Verhältnissen gestützt sind.
Liebe Grüße
Xenia

