Kummerkastenantwort 6381: Ich weiß nicht, ob ich mich in meinem Geschlecht wohl fühle

Ich weiß nicht ob ich mich in meinem Geschlecht wohl fühle. Ich glaube ich wäre lieber männlich oder nicht eindeutig eines der beiden(männlich/weiblich). Einer meiner lieblings Anime/Manga Charaktere ist z.B. Stanley aus Dr. Stone, da ich ihn anfangs keinem Geschlecht zuordnen konnte. Ich mag es wenn man in Videospielen kein festgelegtes Geschlecht bzw. Pronomen hat. Wenn ich mich mir vorstelle bin ich aber meistens eher männlich. Auch so kann ich mir gut vorstellen ein Junge zu sein aber ich weiß nicht ob ich mich damit wohl fühlen würde. Wie soll ich mich selber finden?

Ein Zentrales Problem für mich beim finden meiner Indentität ist das ich nicht volljährig bin, d.h., dass ich bei meiner Familie lebe(mit der ich nicht darüber reden möchte) und, dass ich zur Schule gehe, wo ich immer bei Namen(denn denn mir meine Eltern gegeben haben) genannt werde und außerdem bin ich relativ unbeliebt. Mit meinen Freunden will ich auch nicht darüber reden da sie sich für mich nicht wie Freunde anfühlen sondern wie Leute an die man sich halt gewöhnt hat. Kurz gesagt bin ich abhängig von der Reaktion anderer, habe wenig Privatsphäre/Raum für Selbstfindung und ich kann nicht einfach sagen „ab heute nenne ich mich anders“ ohne das es Konsequenzen haben könnte. Mein Plan ist es also zu warten bis ich selbst über mich, mein Leben und meinen Wohnort entscheiden kann. Aber wie soll ich es über Jahre aushalten vor jedem einen geheimen Namen und eine geheime Identität zu haben?

Hallo!

Es kann gut sein, dass du da noch einiges in Bezug auf dein Geschlecht rausfinden kannst. Kennst du den Begriff nicht-binär? Da musste ich als erstes bei deiner Beschreibung dran denken, du musst dieses Label aber natürlich nicht verwenden, wenn es sich für dich nicht passend anfühlt. Vielleicht magst du mal in unsere Label-Broschüre schauen, da haben wir einige Tipps zusammengefasst.

Und: Du bist nicht die einzige (vielleicht) queere Person, die sich mit diesen Fragen beschäftigt. Es ist total legitim, dich erstmal gegen ein Coming Out zu entscheiden und Personen in deinem Umfeld nichts von deinen Fragen zu erzählen, vor allem wenn du starke Zweifel daran hast, dass sie gut reagieren werden. Auch wenn du ein Umfeld verdienst, das dich unterstützt und in dem du dich sicher fühlst. Falls du Interesse hast, andere Pronomen auszuprobieren, kannst du das z. B. ganz ohne andere Personen in unserem Pronomen-Kleiderschrank machen. Vielleicht wäre es aber trotzdem hilfreich für dich, einen Austausch mit anderen queeren und questioning Jugendlichen zu haben? Du kannst dich z. B. in unserem Regenbogenchat anmelden (ab 13 Jahren) und da mit anderen über deine Fragen und Sorgen und Identität sprechen. Da kannst du dir aussuchen, mit welchem Namen du angesprochen werden möchtest und wärst nicht mehr ganz alleine mit deiner „geheimen Identität“. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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