Kummerkastenantwort 3.666: Mein Freund will keine körperliche Nähe mehr.

Ich bin Partnerin eines trans Mannes. Als wir uns vor etwa 3 1/2 Jahren kennengelernt haben, hat er mir viele Komplimente gemacht, körperliche Nähe zu mir gesucht & mir einfach deutlich gemacht, dass er mich “begehrt”. Dies war ca. 1,5 Monate der Fall, seitdem ist es immer weniger geworden und seitdem quasi nicht mehr existent. Was er noch macht ist, dass er mich in den Po zwickt oder in die Seite piekst. Sonst kommt er nicht mehr auf mich zu. Kein Kuss, kaum Umarmungen, nichts…Das fehlt mir sehr und belastet mich auch sehr, weil ich befürchte, dass er mich nicht mehr liebt, mich nicht mehr attraktiv findet, oder mir in der Anfangszeit nur etwas vorgespielt hat.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass wir beide unter Depressionen und Panikattacken leiden und beide Borderline haben. Wir haben uns Anfang Dezember 2019 bei einem Aufenthalt in einer psychosomatischen Tagesklinik kennengelernt. Er war zu diesem Zeitpunkt gut für alle Themen zugängig, hat aber seit Klinikende (Mitte Januar 2020) extrem angefangen zu mauern. Soll heißen, dass er kaum noch etwas an sich heranlässt und seine Gefühle komplett unterdrückt. Er sagt, es sei so einfacher für ihn. Wir verstehen uns unheimlich gut und die Chemie stimmt einfach, aber diese fehlenden “beziehungstypischen” Zuwendungen, welche es ja aber anfangs gab, machen mir zu schaffen. Wenn ich ihn frage, sagt er, es sei alles gut, es liege nicht an mir und, dass er generell keine körperliche Nähe mag oder blockt komplett ab. Wir waren aber auch schon intim miteinander und das war sehr schön für mich und auch er sagte, dass er es toll fand. Teilweise erscheint mir das alles so widersprüchlich.
Ich weiß auch, dass er sich sehr für seinen Körper schämt und extrem uneins mit diesem ist. Ich respektiere das vollkommen und habe ihn auch nie zu irgendetwas gedrängt. Ich bin auch durchaus bereit sehr viel Geduld aufzubringen, was körperliche Nähe und Intimität angeht aber, dass irgendwie so gar nichts (mehr) kommt, verunsichert mich

Hallo!

Ich kann gut verstehen, dass dich diese Situation belastet und verunsichert. Ich kann nur leider auch nicht viel mehr sagen, als dass ihr darüber eben kommunizieren müsst, um herauszufinden, wie ihr eine Beziehung führen könnt, die für euch beide gut ist.

Könnt ihr vielleicht eine Paar-Beratung oder -Therapie machen? Oder findet ihr eine Ressource (wie einen Insta-Kanal, ein Selbsthilfebuch etc.) mit der ihr gemeinsam an eurer Beziehung arbeiten könnt?

Ich wünsche dir und euch alles Gute,

Annika

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