Kummerkastenantwort 6429 – Ich bin unsicher über Sexualität und Geschlecht, aber meine Eltern akzeptieren mich nicht
Liebes Queer Lexikon Team, ich heiße Sky (nicht mein Geburtsname möchte mal schauen wie mir der Name für mich vielleicht gefallen würde). Ich überlege seit ein paar Monaten ob es sein könnte das ich mich nicht als Frau/Mädchen fühle. Ich weiß nicht so recht und bald fällt mir die Decke auf den Kopf wenn ich nicht mal mit jemanden reden kann (danke das es euch gibt). Meine Eltern sind bei LGBTQIA+ nicht so gut. Lasst es mich erklären sie finden es Ok wenn jemand zur LGBTQIA+ Community gehört aber auf keinen Fall Familie oder Freunde. Ich hab meine Mutter mal leicht darauf angesprochen und sie nur so: „Nein, du bist UNSER MÄDCHEN du bist EINE FRAU!!!“ Seit dem hab ich das Gefühl sie sagt extra oft das ich ihr Mädchen bin. Das Problem ich bin krank (und kann kaum was machen gehe zur Zeit nicht zur Schule). Ich möchte mich nicht Labeln aber trotzdem meine Gefühke besser verstehen. Ich bin noch ein Teenager also hab ich Angst das das wirklich nur eine “Phase“ ist.
Dachte mal eine Zeit ich bin lesbisch aber dann hab ich rausgefunden das mir das Geschlecht egal ist. Aber jetzt neue Krise! Es fühlt sich einfach nicht so Richtig an Mädchen/Frau oder sie/ihre gennant zu werden und generell irgendwie hab ich das Gefühl ich bin nicht wirklich ein Mödchen. (Mann passt gar nicht!) Aber ich hab ein sehr Cis verhalten (liebe Kleider, lila, Barbie, Nägellackieren, Schauckeln, … Und hab mich früher immer als Mädchen zugehörig gefühlt. Kaum mit Jungs gespielt und Fußball hasse ich und wenn ich auf eine Öffentliche Toilette gehen muss weine ich nicht weil ich mich nicht entscheiden kann wo ich reingehe (gehe einfach ins Mädchenklo) oder bei Trennung Mädchen und Jungs fühle ich mich nicht wie ein Imposter aber wenn ich heute jetzt über so eine Situation nachdenke wer rüde es sich nicht ganz Richtig anfühlen weil ich mich nicht wirklich als Mödchen fühle. Ich hab natürlich auch in den paar Monaten ein zwei Bin ich Non-Binary Test gemacht (konnte nichts passenderes finden) und da gab es
Hallo Sky,
du darfst hier gern einen anderen Namen ausprobieren! Für mich klingt das, als könnte nicht-binär vielleicht ein passender Begriff für dich sein, aber dein Label darfst natürlich nur du selbst bestimmen. Wie fühlt es sich denn für dich an, wenn du überlegst, dich so zu bezeichnen?
Dass deine Eltern so reagieren ist nicht in Ordnung, du verdienst es, ernst genommen und respektiert zu werden, auch wenn du dir selbst noch nicht ganz sicher bist. Wir haben eine Broschüre für Eltern, die ihre queeren Kinder unterstützen möchten und eine für Eltern nicht-binärer Kinder. Solltest du irgendwann das Gefühl haben, deine Eltern könnten ihre Meinung mit ein paar Informationen vielleicht ändern, kannst du sie darauf verweisen.
Man kann auch trans oder nicht-binär sein, obwohl man Aktivitäten oder Eigenschaften mag, die Stereotyp seinem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugeschrieben ist. Es ist auch kein Ausschlusskriterium, dass du dir nicht schon seit immer Fragen zu deinem Geschlecht stellst, es ist ganz normal, dass das bei manchen Personen erst mit der Pubertät aufkommt oder sich im Laufe der Zeit ändert. Und du darfst die öffentliche Toilette benutzen, in der du dich am wohlsten (oder am wenigsten unwohl) fühlst.
Vielleicht könnte es dir helfen, dich mit anderen queeren und questioning Jugendlichen auszutauschen? Das geht zum Beispiel in einer queeren Jugendgruppe in deiner Nähe oder online in unserem Regenbogenchat.
Viele Grüße
Hannah


