Kummerkastenantwort 6430 – Ich habe mich kürzlich als pansexuell geoutet, wie kann ich mich jetzt auch noch als genderfluid outen?
CN: Queerfeindlichkeit, Ablehnung aus dem Elternhaus, Reproduktion von ablehnenden Sätzen
Hey!
Ich habe mich vor einiger Zeit als pansexuell vor Freunden und meiner Mutter geoutet. Außerdem bin ich auch noch dabei herauszufinden, ob ich eventuell genderfluid sein könnte. Jetzt steht allerdings noch das Outing vor meinem Vater aus, der leider ziemlich homophobe Ansichten hat. Ich glaube es wäre schon schwer für ihn zu verkraften dass Ich pansexuell bin, und ich weiß nicht was passieren würde wenn ich mich auch noch als genderfluid oute. Habt ihr eine Idee wie ich ihm dass sagen könnte? Und was das richtige Alter dafür ist, damit er nicht noch sagt ich bin zu jung (ich bin <18)?
Danke für die Hilfe 🙂
Hallo,
wir haben eine ganze Broschüre zum Thema Coming Out, vielleicht magst du da mal reinschauen und ein paar Tipps mitnehmen? Mir ist aber noch wichtig zu sagen: Du schuldest deinem Vater kein Coming Out. Auch wenn es schwer sein kann, kann es manchmal besser sein, Eltern nichts von der eigenen Identität zu erzählen, besonders wenn du Sorge vor negativen Reaktionen haben musst. Das ist schade, denn du verdienst es, ernst genommen zu werden. Solltest du dich für ein Coming Out entscheiden, überlege am besten vorher, an wen du dich wenden kannst, wenn das nicht so läuft, wie du es dir wünschen würdest. Wir haben auch eine Seite mit Anlaufstellen bei Problemen zuhause, falls du da Unterstützung benötigst.
Und: Ich würde sagen, es gibt kein pauschales richtiges oder falsches Alter. Solange du noch minderjährig bist, bist du von deinen Eltern und damit von ihrer Reaktion abhängig und das kann manchmal unschön sein. Deswegen entscheiden sich viele queere Menschen z. B., sich erst bei ihrer Familie zu outen, wenn sie volljährig und unabhängiger sind. Ich glaube aber, wenn Menschen queeren Identitäten gegenüber ablehnend sind, spielt das Alter eher zweitrangig eine Rolle. Wer ablehnen will, nutzt dann eben statt „Du bist noch viel zu jung dazu“ Sätze wie „Das ist doch alles nur eine Phase“ oder „Es gibt nur zwei Geschlechter“. Da geht es ja nicht inhaltlich um eine berechtigte Kritik, sondern um die Weigerung, sich damit überhaupt vernünftig und differenziert auseinanderzusetzen. Ich wünsche dir alles Gute und dass du vielleicht ein Umfeld finden kannst, in dem du ohne Sorge du selbst sein kannst.
Viele Grüße
Hannah


