Kummerkastenantwort 6525 – Bin ich trans?

CN: Tod

Hallo,

Ich bin im Moment ziemlich verunsichert darüber, ob ich nun Trans bin oder nicht. Ich habe mich viel damit beschäftigt. Viel andere Manschen sagen dass sie schon im frühen Alter herausgefunden , oder Anzeichen bemerkt haben dass sie Trans sind. Bei mir ist das nicht der Fall. Es gab in meiner Kindheit zwar solche Momente, aber ich würde nicht sagen dass ich mich als kleines Mädchen unwohl gefühlt habe. Erst jetzt in der Pubertät ist mir durch eine Freundin (sie ist bisexuell) herausgefunden dass ich mich unwohl mit meinem Körper fühle. Mich interessiert nicht wirklich welche Pronomen für mich benutzt werden.

Ich habe Angst, dass wen ich mich operieren lasse ich es später bereuen werde. Ich stelle mir mich gerne als Junge vor, wenn ich zum Beispiel in einem Traum bin oder so, und bin dann ein biologischer Junge. Ich hatte auch schon viele gestanden darüber, dass ich gerne schwul sein möchte, also einen Mann finden als Mann. Das klingt wahrscheinlich ziemlich egoistisch aber ich fühle mich hin und her gerissen, einerseits möchte ich sterben (habe keine selbst Mord gedanken) und als biologisch echter Junge auf die Welt kommen und von vorne anfangen. Aber auf der anderen Seite habe ich Angst vor den ganzen Behandlungen und Operationen und dass ich mir dass nur einrede oder das nur eine Phase ist.

Was

Lg und danke für die Hilfe ☺️

Hallo,

es ist völlig in Ordnung, dass du verunsichert bist. Es kann gut sein, dass du trans bist, auch wenn du das nicht schon dein ganzes Leben lang weißt. Das ist nur ein Narrativ von trans Personen und wird oft genutzt, weil es am besten funktioniert, z. B. bei der Krankenkasse Kostenübernahmen für medizinische Transitionsmaßnahmen zu erhalten. Es gibt aber viele andere Möglichkeiten, trans zu sein, viele Leute stellen das auch „erst“ in der Pubertät oder danach fest. Du musst auch keine bestimmten Pronomen benutzen, um trans sein zu können. Aber: Wenn dich das alles stresst, musst du dich auch (noch) nicht als trans bezeichnen. Du kannst dir in Ruhe überlegen, welche Labels für dich passen könnten, oder eben nicht. Und wenn sich deine Labels mit der Zeit nochmal ändern, ist das auch völlig in Ordnung.

Und: Du kannst dir auch mit möglichen Transitionsschritten zeitlassen. Du musst keine Hormone nehmen oder irgendwas operieren lassen, wenn du das nicht möchtest oder dir nicht sicher bist. Es gibt einige trans Menschen, die keine medizinische Transition möchten und das ist völlig in Ordnung. Alles, womit man zunächst experimentieren kann, ist reversibel, kann also rückgängig gemacht werden. Damit meine ich sowas wie andere Namen oder Spitznamen ausprobieren, andere Kleidung ausprobieren oder den Haarschnitt verändern (auch wenn es ein bisschen dauert, bis Haare ggf. nachgewachsen sind). Und auch da musst du nichts überstürzen, wenn du das nicht möchtest. Und: Es ist nicht egoistisch, davon zu träumen, wie du gern in der Welt wärst, das ist explizit erlaubt, solange es nicht zu schädlichen Handlungen dir oder anderen gegenüber führt, und das scheint es ja nicht zu tun. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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