Kummerkastenantwort 6853: Ich bin trans, möchte ein paar Veränderungen aber habe Angst, dass ich es bereue
CN: selbstverletzendes Verhalten, soziale Isolation
Hi, ich ( ftm,13) habe eine Frage an euch. Ich habe vor so ca. 2 Jahren herausgefunden das ich vielleicht trans bin. Ich bin mir aber unsicher, denn ich hab Angst das es nur eine Phase ist. Ich möchte schon ein paar Veränderungen, wie Stimmbruch, aber ein paar auch nicht. Zum Beispiel bottom growth, wo ich auch noch nicht ganz weiß was das genau ist. Ich sehe aus wie ein Junge und werde von fremden Personen auch als Junge angesprochen, was mich auch ein bisschen glücklich macht, aber ich bin mir noch sehr unsicher. Ich möchte auch nicht abwarten und schauen wie es sich später entwickelt. Ich habe viele online Tests gemacht, mit meistens dem selben Ergebnis. Trans oder Non binary. Es kann auch sein das ich mir das nur einbilde, das wäre aber schade. Ich hasse meine Körper. Ich habe vor ca. 10 Monaten angefangen mich selber zu verletzen, habe mit meinen Hobbys aufgehört, habe aufgehört mich häufiger zu treffen, habe viel gegessen, kann nciht nachts einschlafen, weine heimlich, kann mich nciht konzentrieren usw. Ich habe Angst das ich es bereue mit Testosteron anzufangen.
Danke schonmal
Hallo!
Vielleicht wäre es eine Option, dich mal zum Thema Pubertätsblocker zu informieren? Die können gegeben werden, damit du keine Pubertät durchmachen musst, mit der du dich nicht wohlfühlst. Das kann dir auch Zeit verschaffen, dir zu überlegen, ob du Testosteron anfangen möchtest, oder nicht. Du musst nämlich keine Transitionsentscheidungen treffen, bei denen du dir nicht sicher bist, sondern kannst dir Zeit nehmen. Solltest du dich gegen eine Hormontherapie entscheiden, können die Blocker wieder abgesetzt werden und dein Körper kann dann sein Ding machen.
Vielleicht kann es dir auch helfen, dich mit anderen trans und nicht-binären Jugendlichen auszutauschen? Das ginge z. B. online in unserem Regenbogenchat oder in einer queeren Jugendgruppe in deiner Nähe.
Außerdem würde ich dir dringend raten, dir professionelle Unterstützung zu suchen, denn selbstverletztendes Verhalten ist keine Lösung und du solltest da nicht allein durchmüssen. Du kannst z. B. auf Queermed nach einer sensibilisierten Praxis in deiner Nähe suchen. Ich wünsche dir alles Gute!
Viele Grüße
Hannah

