Kummerkastenantwort 6494: Ich bin Schriftstellerin und möchte eine realistische trans Figur schreiben

CN: Erwähnung von Deadnames

Hallo liebes Team, vielen Dank erstmal für eure großartige Arbeit. 🩷



Diesmal komme ich mit einer etwas ungewöhnlichen Frage. Ich bin Schriftstellerin und möchte in mein aktuelles Projekt mehrere queere Charaktere integrieren, auch innerhalb der Haupt- und Wichtigsten Nebenfiguren meiner Geschichte.



Spezifisch ein Charakter soll eine Transfrau sein. Ihr bester Freund seit Kindertagen erklärt den Charakteren, die innerhalb der Geschichte die „Neuen“ sind, immer mal wieder ein bisschen darüber (natürlich mit ihrem Einverständnis), wenn sie nicht gerade selbst erzählen möchte.

In meiner Frage geht es speziell um ihren Namen. Ihr Deadname ist Manuel, mit dem geht sie auch relativ offen um. Als ihren aktuellen Namen hat sie sich ihren Spitznamen Manu ausgewählt, jeder nennt sie so. Ich frage mich aber, ob es realistisch ist für einen Transmenschen, lediglich eine so marginale Änderung am eigenen Namen vorzunehmen. Ich erkläre es in der Geschichte so, dass Manu eben immer schon Manu war, dass sie trotz ihrer Transition ja im Herzen immer noch dieselbe Person ist bzw. immer dieselbe Person war, und die heißt eben Manu. Deshalb fühlt sie sich damit wohl, so lange sie eben niemand mehr Manuel nennt.

Würde dies eine realistische Erfahrung eines Transmenschen widerspiegeln, oder ist das hier zu sehr „zurechtgelegt“?



Danke für eure Hilfe! 🩷

Beste Grüße, Astor

Hallo Astor,

es ist natürlich schwierig, ein Buchprojekt anhand eines kurzen Absatzes zu beurteilen. Ich teile aber trotzdem meinen ersten Eindruck mal mit dir:
Ich würde dir raten, dich noch etwas ausführlicher mit der Terminologie rund um das Thema trans auseinanderzusetzen. Die meisten Leute heutzutage nutzen trans als Adjektiv und schreiben trans Frau auseinander, um klarzumachen, dass es nur eine Eigenschaft dieser Frau ist, trans zu sein. Es ist auch oft eher eine Red Flag, wenn der alte Name eines Charakters bekannt gemacht wird. Nicht alle trans Menschen haben Schwierigkeiten mit ihrem alten Namen, ich würde mich aber sehr stark fragen, weshalb du den für die Geschichte brauchst. Außerdem klingt es für mich als bedienst du ziemlich viele Klischees rund um trans Personen und Transition. Deswegen würde ich dir dringend raten, dir ein queeres/transsensibles Lektorat und Sensitivity Reading zu suchen. Das kann ein bisschen Geld kosten, trans Menschen verdienen es aber, dass die Geschichten über sie gut und sensibel geschrieben sind. Ich wünsche dir viel Erfolg!

Viele Grüße
Hannah

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