Kummerkastenantwort 6213 – Meine Mutter unterstütz mein Trans Sein nicht, was soll ich tun?

Hallo, ich bin Leo ftm 14 (imNovember 15) ich hab mich vor meiner Mutter Ende Mai geoutet und es ist irgendwie nicht so gelaufen wie ich es erwartet hätte, es ist klar das das für Eltern schwer ist und das seine Zeit braucht aber sie nennt mich konsequent bei meinem deadname und verbietet meinen Freunden etc. mich in ihrer Anwesenheit bei meinem Namen zu nennen und irgendwie ändert sich auch nichts wir geraten nur immer wieder aneinander wenn’s ums Klamotten kaufen oder Binder tragen geht sie meint sie hat was in der Erziehung falsch gemacht und es widerstrebt ihr mir die Klamotten zu kaufen die ich möchte. Oder teilweise wenn es um Transmänner geht, wenn sie zum Beispiel einen auf einem Poster sieht der einen Binder trägt sagt sie wie ekelhaft sie das findet und dass das ja alles nicht zueinander passt. Wenn ich das meinen Freunden erzähle lache ich halt eher drüber und mich triffst auch nicht so sehr wie es andere wahrscheinlich treffen würde aber ich weiß nicht es macht mich halt schon traurig irgendwo. Ich weiß auch einfach nicht wie es weitergehen soll bis 18 warten und das alles alleine machen ist wohl alles was mir bleibt sie meinte aber auch wenn ich vor 30 eine Operation machen würde würde sie mich enterben. Sie sieht einfach eine “Gefahr” da drin weil ja jetzt “so viele Mädchen Trans werden” Ich verstehe die Sorge ja aber sie kann mich doch trotzdem unterstützen.

Guten Tag,

ein Großteil davon, was ich hier von dir lese, ist wie deine Mutter ihre Probleme versucht zu deinen zu machen. Das ist nicht nur wenig hilfreich, sondern auch ziemlich unfair dir gegenüber.

So, deine Freund*innen können dich nennen wie sie wollen, wenn du einverstanden bist. Deine Mutter hat da nicht reinzureden. Sie wusste mit 15, wie sie genannt werden will, warum sollst du das nicht wissen?

Wenn deine Mutter was in der Erziehung falsch gemacht hat, ist das nicht dein Problem. Egal, was sie macht, sie kann dich nicht mehr oder weniger trans machen. Und an der Stelle würd ich überlegen, zu versuchen, eine Grenze zu ziehen. (An anderen auch) Speziell hier: Sie kann gerne glauben, dass sie Dinge falsch gemacht hat, aber sie soll dabei anerkennen, dass du nicht der Grund dafür bist, dass du da nichts dafür kannst und dass sie das wem anderem erzählen soll.

Einrichtungen aus der Jugendhilfe können dir helfen zu vermitteln und das notfalls weiter eskalieren. Eltern dürfen ihren Kindern relevante medizinische Versorgung nicht vorenthalten und der Staat hat da auch Wege entsprechend einzuschreiten. Vielleicht gibt es bei dir an der Schule Sozialarbeitende, vielleicht irgendwie im Jugendzentrum, vielleicht kannst du das mal vertraulich ansprechen, wenn du aus anderen Gründen einen Arzttermin hast. Leute da sind idealerweise geschult in den Grundzügen der Jugendhilfe, wissen, an wen sie sich wenden müssen und wie die ungefähre Rechtslage aussieht und dass sie dich unterstützen müssen, wenn im Raum steht, dass die Eltern ihre rechtlichen Pflichten vernachlässigen oder Dinge tun, die sie nicht tun dürften.

Viel Erfolg
Xenia

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