Kummerkastenantwort 6243 – Welche Vor- und Nachteile hat der offene Eintrag des Geschlechts im Reisepass?

Hallo,



ich habe Fragen zu der rechtlichen Situation von Geschlechtsangaben und Angaben von Anreden.



Welche Vor- und Nachteile hat es den Geschlechtseintrag im Reisepass auf „offen“ zu ändern? Gibt es beispielsweise bei Reisen Hindernisse?



Wenn man sich als nicht-binäre Person dazu entscheidet, bei dem binären Geschlechtseintrag im Pass zu bleiben, darf man dann trotzdem in Onlineformularen, bei der Anmeldung irgendwo usw. offen/divers/ohne Anrede etc. angeben? Gibt es unterschiede zwischen verschiedenen Anlässen? Also darf man z.B. bei einer App die nicht-binäre Option auswählen, bei der Bank aber nicht? Macht es einen Unterschied, ob nach Geschlecht oder nach Anrede gefragt wird (denn eine Anrede steht ja nirgends im Pass)?



Ich hinterfrage mein Geschlecht seit einer Weile ziemlich und bin wahrscheinlich agender. Ich bevorzuge eine neutrale Anrede und handhabe das aktuell so, dass ich das bei inoffiziellen Dingen angebe (sofern dies möglich ist und auch sonst gerne mal eure Beschwerdemail verschicke (Danke, dass es die gibt.)). Bei offiziellen Dingen wähle ich dann doch meine entsprechende binäre Option.



Ich weiß, dass ihr wahrscheinlich alle keine Rechtsexperten seid, aber hoffe, dass mir trotzdem jemand helfen kann.



Liebe Grüße

Jay

Hallo Jay,

an den meisten Stellen, wo jemand Geschlecht wissen will, kannst du in etwa alles angeben, unabhängig davon, was in deinem Reisepass steht. Ausnahmen gibt es letztlich nur in bestimmten Verfahren gegenüber dem Staat wie Sicherheitsüberprüfungen, Grundbuchsachen oder Registerangelegenheiten (wenn du zum Beispiel eine GmbH oder einen Verein gründest), bestimmte Statistiksachen, wenn du dich zum beispiel bei einer Hochschule einschreibst und eben wenn du Bankkonten eröffnest.

Wie du richtig erahnst, ist Anrede vom Geschlecht und vom Geschlechtseintrag entkoppelt. Das also eine komplett andere Baustelle und dadurch, dass die nirgends festgeschrieben ist, ibist du da immer freier.

Offene Einträge im Reisepass sind immer dann schwierig, wenn du ein Staaten einreisen möchtest, die selbst so eine Option nicht haben und/oder Gesetzgebung, die sich offen gegen trans und nicht-binäre Personen richtet. Die Faustregel wäre für mich also: Je mehr du reisen möchtest, desto eher würde ich zweimal überlegen, keinen binären Eintrag im Pass stehen zu haben. Im Inland sollte das ein aller Regel keine Probleme machen (zumal im Perso ja Geschlecht gar nicht drin ist)

Liebe Grüße
Xenia

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.