Kummerkastenantwort 6295: Ich fühle mich nicht (mehr) wie ein Mädchen aber auch (noch) nicht wie eine Frau.

Hallo,

Ich frage mich schon länger, ob ich vielleicht nicht-binär bin, im spezielleren wahrscheinlich eher zeitweise demifeminin oder agender, und finde auch, dass die Begriffe gut zu mir passen.

Allerdings habe ich auch den Gedanken im Kopf, dass ich das nur denke, weil ich (zumindest meiner Ansicht nach) wegen meines Alters (ich bin 18, bald 19) nicht (mehr) ein Mädchen bin, aber eben auch noch keine Frau; und ob ich das alles nur denke, weil es keinen richtigen Zwischenbegriff für dieses Alter gibt.

Ich finde es auch komisch mit „Frau …” angesprochen zu werden. Es ist so nichtssagend für mich, wie ein Lückenfüller.

Andererseits denke ich mir dann wieder, dass ich es vielleicht noch zu wenig gewöhnt bin und ich es deshalb komisch finde.

Ich weiß auch, dass ich keine Probleme damit habe, wenn über mich mit „er/ihm” Pronomen geredet wird (ist schon 1,2 mal passiert, weil ich meistens eher „männlich gelesene Kleidung ” anhabe); es war mir ziemlich egal.

Ich würde auch gerne mal ausprobieren, wie es ganz ohne Pronomen ist, aber ich traue mich nicht mit einer anderen Person darüber zu sprechen, bevor ich mir nicht sicher bin.

Das dumme daran ist halt einfach, dass ich nicht weiß, ob das alles nur ist, weil ich mich nicht (mehr) wie ein Mädchen fühle aber auch (noch) nicht wie eine Frau.

Liebe Grüße

R.

Hallo R.,

du machst dir zu dem Thema schon seit längerer Zeit Gedanken und schreibst, dass sich die Begriffe passend für dich anfühlen. Ich würde sagen, das ist ein guter Indikator dazu, dass es dann (zumindest aktuell) auch die richtigen Begriffe für dich sind.
Zum Thema ausprobieren: Kennst du schon unseren Pronomen Kleiderschrank? Da kann man verschiedene Pronomen ausprobieren.
Manchmal kann es auch einfacher sein, mit anderen queeren und trans/nicht-binären Menschen darüber zu sprechen, da muss man sich weniger erklären. Vielleicht magst du mal in unserem Regenbogenchat vorbeischauen? Dort kannst du auch verschiedene Namen oder Pronomen benutzen und dich mit anderen queeren Jugendlichen austauschen. Du musst dir dazu auch bei nichts sicher sein, aber du verdienst es, auch mit deinen Zweifeln und Überlegungen ernst genommen zu werden. Ich wünsche dir für deinen weiteren Weg alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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