Kummerkastenantwort 6365: Wie kann ich besser mit internalisierter Homofeindlichkeit umgehen?
Heyyy,
also ich bin (w) 15 Jahre und ich habe eine Frage und zwar wie ich besser mit internalisierter Homophobie umgehen kann. Ich weiß dass ich auf Frauen bzw. Mädchen stehe seit ich ungefähr dreizehn bin. Ich habe mich dann so halb aus Selbstzwang vor meinen Eltern die eigentlich offen sind und einer (eher homophoben) Freundin geoutet als bi. Naja mit denen sprechen ich gar nicht über meine Sexualität möchte ich auch nicht und sonst mit niemandem. Meiner besten Freundin könnte ich es sagen glaube ich aber das Risiko dass das dann rauskommt und mein ganzes Umfeld das weiß ist mir zu hoch. Ich will mich irgendwann outen aber ich habe aktuell riesige Angst davor auch teilweise zurecht weil viele Freunde etc. von mir homophob sind. An vielen Tagen denke ich gar nicht daran dass ich lesbisch oderso bin oder ich finde es sogar gut (weil ich habe keinen Bock auf einen Ehemann ) aber manchmal ist es sehr sehr schwer für mich mit Homophobie, Zweifeln, Selbsthass und so weiter klarzukommen. Und ich wollte einfach wissen ob es irgendwie einen Weg gibt dass zu verringern und sich selbst besser zu akzeptieren, weniger Angst zu haben und weniger Traurigkeit zu empfinden aber halt ohne andere Leute weil wie gesagt es wäre ziemlich dumm mich zu outen denke ich.
Sorry dass die Nachricht so lang ist!!
LG Elisa:)
Hallo Elisa,
das klingt ganz schön schwierig! Ich würde dir gerne mitgeben, dass du niemandem ein Coming Out schuldig bist, sondern du selbst entscheiden dürfen solltest, wem du von deiner Queerness erzählst und wem nicht. Unabhängig davon verdienst du es, respektiert zu werden.
Du bist nicht allein mit deinen Sorgen und Selbstzweifeln, das geht vielen queeren Personen so. Meiner Erfahrung nach kann es helfen, sich mit anderen queeren Jugendlichen dazu auszutauschen, z. B. in einer Jugendgruppe in deiner Nähe oder in unserem Regenbogenchat. Vielleicht wäre es auch eine Option, queere Medien wie Filme oder Bücher zu konsumieren oder Podcasts mit queeren Personen zu hören? Mir hilft das oft, eine andere Perspektive zu bekommen und zu sehen, was alles für queere Menschen heutzutage möglich ist. Sollte es dir über längere Zeit psychisch schlecht gehen oder du einen Leidensdruck haben, würde ich dir auch empfehlen, dir therapeutische Unterstützung zu suchen. Du kannst sensibilisierte Praxen z. B. auf Queermed suchen. Ich wünsche dir alles Gute!
Viele Grüße
Hannah

