Kummerkastenantwort 262: Wie spreche ich nichtbinäre Menschen an?

Hi,ich habe eine Frage wie spricht man non binäre Menschen an und wie wenn man über sie redet?Tut mir leid wenn i h die Frage komisch formuliert habe.Lg Leserin

Hallo liebe Leserin,

die kurze Antwort ist die: So, wie sie es wollen.

Und ein bisschen ausführlicher: Es ist fast immer am besten, eine Person nach ihrem  Namen, mit dem sie angesprochen werden wollen, und ihren Pronomen zu fragen. Damit die Frage nach den Pronomen nicht unangenehm und übergriffig wirkt, hilft es oft, einfach seine eigenen Pronomen zum Namen dazu zu sagen, z.B. “Hallo, ich bin Heiko und benutze er-Pronomen” oder (in meinem Fall) “Mein Name ist Balthazar und meine Pronomen sind es oder er”. Wenn du deine eigenen Pronomen gibst, dann fällt es deinem Gegenüber oft leichter, das gleiche zu tun, und schon weißt du, wie du über diese Person sprechen sollst.

Wenn es um sowas wie schriftlichen Kontakt geht, z.B. per Brief oder E-Mail und du dir bei der Anrede unsicher bist, kannst du eine neutrale Formel nehmen, z.B. “Hallo [Vorname]” oder “Guten Tag [Vorname Nachname]”, damit du Formulierungen wie “Liebe/Lieber” und “Sehr geehrte Frau/sehr geehrter Herr” vermeiden kannst. Falls du die Person etwas besser kennst, kannst du evtl. auch hier nachfragen, wie die Person gern angeschrieben werden möchte.

Im Allgemeinen gilt immer: Wenn du dir unsicher bist und die Person gut kennst, frag nach. Wenn du dir unsicher bist und die Person nicht so gut kennst oder dir nicht sicher bist, ob sie mit dir über so private Themen wie Geschlecht reden will, dann eignen sich neutrale Formulierungen am besten. Du kannst z.B. statt “Das ist meine Kollegin” auch sagen “Das ist [Name], wir arbeiten zusammen”; statt “Er war Schauspieler in einem Theaterstück” geht auch “[Name] hat in einem Theaterstück mitgespielt”. Gute Ideen für solche neutralen Ausdrücke findest du auf geschicktgendern.de.

Und zuletzt bleibt noch zu sagen: Unsere Sprache ist leider bisher nicht sehr inklusiv, was nichtbinäre Menschen betrifft, deswegen ist es für die meisten Menschen noch ungewohnt, neue Pronomen zu lernen oder neutrale Ausdrücke zu üben. Das ist aber kein Grund zum Verzweifeln – wir sind alle in einem Lernprozess und das dauert seine Zeit, aber wenn wir rücksichtsvoll und mit Respekt miteinander umgehen, dann können wir es gemeinsam schaffen, unsere Sprache gerechter zu gestalten!

Viel Erfolg beim Üben und viele Grüße,
Balthazar

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