Kummerkastenantwort 450 – Wer setzt sich für die Rechte von nichtbinären Menschen ein und wie kann ich helfen?

Hallo,

ich bin 22 Jahre alt und nichtbinär. Mit mir selbst komme ich mittlerweile einigermaßen klar und trotzdem ist es anstrengend. Es ist anstrengend, weil ich in einer Welt lebe, in der es mich offiziell nicht gibt. Die Bank, die Krankenkasse, die Bahn, mein Mailaccount-Anbieter… und gefühlt fast alle offiziellen Formulare geben mir nur binäre Ankreuzmöglichkeiten. Genauso wie Schwimmbäder, Bahnhofstoiletten, Kaufhäuser und die deutsche Sprache. Das macht mich traurig und es macht mich wütend.
Vor allem finde ich es anstrengend, überall selbst alles zu erklären und um etwas zu kämpfen (wie z.B. eine Dritte Ankreuzoption oder die Option überhaupt nichts anzukreuzen). Und selbst wenn ich eine halbe Stunde mit irgendwem vom Service-Point diskutiere, ändern tut das nichts. Außer, dass es mich erschöpft und mir das Gefühl gibt, alleine gegen das System kämpfen zu müssen.

Gibt es in Deutschland oder in Europa oder Weltweit irgendeine offizielle Organisation, die sich für die Rechte nichtbinärer Menschen einsetzt? Haben wir nichtbinären Menschen irgendwo eine Lobby? Irgendeinen Ort, an dem wir uns organisieren können?

Und habt ihr irgendeine Idee, was wir tun können, damit die Rechte nichtbinärer Menschen endlich mal mehr öffentliche Aufmerksamkeit kriegen?

Viele Grüße und Danke,
Finn

P.s.: Und Danke für eure tolle Internetseite. Und dafür, dass man sich auf eurer Website vorkommt, wie ein Mensch, der tatsächlich existiert. 🙂

Hey Finn,

danke für dein Kompliment bezüglich unserer Seite, wir geben uns Mühe!
Eine große Lobby oder einen Verein haben wir nichtbinären Menschen leider nicht, zumindest ist mir nichts bekannt.

Oft gibt es aber in studentischen Kreisen und in größeren Städten queere/trans/nichtbinäre Arbeitskreise/Arbeitsgemeinschaften/Gruppen, die sich damit auseinandersetzen und gemeinsam für unsere Rechte und Anerkennung kämpfen.

Da ich nicht weiß, wo du wohnst, kann ich da leider nicht näher behilflich sein, aber vielleicht wäre das eine Option für dich? Es gibt meistens auch einen Öffentlichkeitsauftritt auf Facebook oder Twitter, falls du erstmal “gucken möchtest, wie die Leute so ticken”.

Alles Liebe

Fluff

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