Kummerkastenantwort 5.994 – Ich wünsche mir ein Mann zu sein, bin ich trans?
Hallo,
ich bin 19 Jahre jung und habe seit ich die ersten Anzeichen der Weiblichkeit bekam einen absoluten Ekel. Ich weiß nicht, ob es pupertär bedingt ist oder so. Mit 13 habe ich mich das erste mal als trans geoutet, habe mich aber schon mit 11 mit einem männlichen Spitznamen wohlgefühlt. Hatten damals eine Gruppe. Dany (Kumpel), Lack (beste Freundin) und Dany Lack (ich). Der Name war das, was mich wohlfühlen ließ. Nach meinem Outing bei meinen Eltern hat meine Mutter mich unterdrückt. Sie hat mir gedroht ich würde einsam sein und niemand würde mich lieben können. Ich traue mich nicht mehr mich noch einmal zu outen, zumalen ich auch sehr verwirrt bezüglich meiner sexuellen Orientierung und meiner Sexualität bin. Seitdem lebe ich als Frau, aber allein der Begriff Frau lässt mich mit Ekel zurück. Ich habe den Gedanken meine Brust abnehmen zu lassen seitdem sie da ist und ich Stelle mir vor als Mann mit Männern Sex zu haben. Ich hinterfragte es auch seit meinem damaligen Outing nicht mehr, da ich dachte er ist normal. Der junge Herr, der aussieht wie ich als Mann. Ich dachte Liam Jaden ist normal und wird schon wieder gehen. Doch jetzt hinterfrage ich meine Identität nochmals. Denn ich bin jetzt erwachsen. Und ich bin verwirrt. Bin ich Girlfag, Tomboy oder doch ein Trans Mann? Oder bin ich doch nicht binär? Ich bin absolut verwirrt…
Aber es fühlt sich gut an hier darüber zu berichten. Ich hoffe jemand kann weiter helfen. Tschau *
Hallo,
Was du beschreibst, klingt es als würdest du große soziale und körperliche Dysphorie auf Grund deines bei der Geburt zu gewiesenen Geschlechts empfinden und gleichzeitig Gendereuphorie empfinden, bei männlich zugewiesenen Sachen, wie Name oder auch Pronomen. Meistens ist das ein Anzeichen, das man trans* ist.
Wenn du in dich reinfühlst, kannst du sagen, dass du dich männlich fühlst? Das ist vielleicht ganz so leicht, gerade wenn so viel Verwiirung in einem herrscht, aber vielleicht kannst du diese Frage trotzdem für dich beantworten.
Es tut mir sehr leid, dass deine Mutter so etwas schlimmes zu dir gesagt hat. Es stimmt auch gar nicht, dass man als trans* Person einsam sein muss und/oder niemand einen lieben könnte. Viele, viele trans* Personen haben Freunde, Partnerschaften und Familien, die sie sehr schätzen und lieben.
Was einen aber oft einsam macht, ist nicht man selber zu sein, so zu tun, als wäre man eine ganz andere Person und sich selber zu unterdrücken.
Alles Gute,
Joshua



Als 17 jähriger trans Kerl, der nach seinem ersten Outing mit 13 auch von der Mutter unterdrückt wurde, finde ich es erstmal richtig stark dass du dich wieder damit beschäftigst, obwohl du davon weggeschreckt wurdest. Hör bloß nicht auf so einen Scheiß, du wirst so oder so geliebt werden, das verspreche ich dir. Auch in der schwulen Community hast du einen Platz, wenn du das willst. Bei Verwirrung hatte mir damit eigentlich am meisten geholfen, mich in der Wirklichkeit auszuleben, aber ich verstehe dass das in deiner Situation schwierig wird. Wenn du Schule, Uni oder Arbeit machst, und die Leute dort gut mit sowas umgehen und nicht an deine Eltern petzen, könnte man das natürlich so versuchen. Das hatte ich auch damals nach meinem versuchten Outing bei meiner Mutter gemacht. Ansonsten hilft es aber auch, sowas online zu probieren, z. B. einfach auf einen neuen Discord Server gehen oder so und sich da schon mit den gewünschten Pronomen und Namen vorstellen.
Ansonsten ist es einfach mega wichtig dass du Leute um dich hast, die unterstützend sind. Klingt erstmal schwer und ist es meistens auch, wenn das Umfeld noch erbaut werden muss. Aber ich glaub an dich, dass das was wird! Gib nicht auf, und lass dich nicht runter kriegen :]