Kummerkastenantwort 6.067 – Meine Freunde und Familie sind gegen neutrale Pronomen

Meine Freunde und Familie sind gegen neutrale Pronomen. Wenn ich sie korrigiere, weil sie über nichtbinäre Menschen mit er oder sie reden, machen sie sich nur lustig. Ein Freund von mir meinte zum Beispiel das das Wort dey ihn so sehr an das englische Wort day erinnert das er es unmöglich benutzen könnte. Eine andere Freundin hat gesagt das das Wort deren, was ja eine Form von dey ist total komisch ist weil man ja nicht von mehreren Personen redet. Dann habe ich gesagt das man auch sier benutzen könnte, was sie aber viel zu kompliziert und komisch klingend fanden. Oft lachen sie die Pronomen auch einfach aus. Ich hatte einen ganzen Streit mit ihnen darüber und ich muss sagen es verletzt mich, auch weil ich selbst darüber nachdenke nichtbinär zu sein. Was kann ich da tun?

Heyyo,

vielen Dank für deine Nachricht und entschuldige bitte, dass du länger auf eine Antwort warten musstest!

Es tut mir leid zu hören, dass deine Familie und Freund*innen so respektlos mit deinen Anliegen umgehen. Das, was du beschreibst, ist nicht nur unsensibel, sondern auch verletzend. Vor allem im Hinblick, dass du deine eigene Identität aktuell herausfindest.

Was wichtig ist: Pronomen sind keine „Spielerei“, sondern Teil der Identität und des Respekts. Wenn Menschen sich weigern, neutrale Pronomen ernst zu nehmen, zeigt das weniger ein „sprachliches Problem“ als vielmehr, dass sie nicht bereit sind, Rücksicht auf andere und in diesem Fall queere Lebensrealitäten zu nehmen.

Was du tun kannst, hängt ein bisschen davon ab, wie viel Energie du in diese Auseinandersetzungen stecken willst und kannst:

  • Grenzen setzen: Du darfst klar sagen, dass dich das verletzt. Dabei musst du dich auch selbst nicht outen, sondern du kannst einfach sagen, dass es dir wichtig ist, sensibel mit anderen Personen umzugehen und deren Lebensrealitäten zu respektieren.

  • Verbündete suchen: Vielleicht gibt es Menschen in deinem Umfeld (auch online), die respektvoller sind. Es kann sehr entlastend sein, nicht allein dafür kämpfen zu müssen.

  • Selbstfürsorge: Du musst dich nicht ständig rechtfertigen. Manchmal hilft es auch, Diskussionen nicht weiterzuführen, wenn sie dich nur verletzen – dein Wohlbefinden ist wichtiger.

  • Geduld vs. Konsequenz: Manche brauchen Zeit, um neue Pronomen zu verinnerlichen. Aber wenn jemand sich weigert und nur Spott zeigt, ist das kein „Missverständnis“, sondern fehlender Respekt. Du darfst dir überlegen, wie nah du solche Menschen an dich heranlassen willst.

Queere Grüße, Kay

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