Kummerkastenantwort 6290 – Wie kann ich meine Mutter erklären, dass ich trans bin?

Hallo liebes Team!



Ich bin seit längerer Zeit am überlegen ob ich trans bin und versuche meiner mutter das irgendwie zu erklären.Sie glaubt halt null an geschlechterrollen,meint das man sich egal welches Geschlecht man hat,kleiden kann und tun kann was man will und ist der Meinung das man komplett unabhängig vom Geschlecht ist und es einen überhaupt nicht einschränkt.Das ist an sich ja eigentlich ziemlich positiv aber ich weiß nicht wie ich ihr beweisen soll,das ich trans bin,(bin mir noch nicht sicher was ich genau bin, aber weiß das mein biologisches Geschlecht nicht passt).

Mit Eigenschaften von mir,einem styl,bestimmter Gestik,oder sonstigem das ,,typisch,,meinem gefühlten Geschlecht zugeordnet wird,komme ich bei ihr nicht weit,weil sie sagt,das hat nichts damit zutun und ich bin trotzdem das wie ich geboren bin.Aber alles andere,ist halt nicht sichtbar,deswegen,WIE SOLL ICH ES IHR KLARMACHEN?!Sie glaubt ich denke nur das ich trans bin,wegen der Gesellschaft und weil ich nicht in das mir bei der Geburt zugewiesenes Rollenbild passe,aber es ist nicht nur das sondern einfach ein Gefühl!und das kann man nicht beschreiben!!genauso wenig wie sie beschreiben kann wie es sich anfühlt eine cis-Frau zu sein ohne die Gesellschaft oder den Körper zu erwähnen.Und außerdem will ich mich generell nicht in eine Schublade männlich oder weiblich stecken.Eine trans Frau kann sich maskulin kleiden und ein trans Mann feminin,und es ändert nichts.Die Frage ist nur was ist das Geschlecht dann genau,wenn es nicht der Körper und nicht die soziale Rolle ist bleibt nur das Gefühl übrig und das ist doch irgendwie auch ein bisschen abhängig von den anderen zwei Faktoren oder nicht?HÄÄ??!!

Hallo,

erstmal: Das klingt ganz schön anstrengend!
Wir haben eine Broschüre zur Begleitung von queeren Kindern und eine spezifisch für Eltern von nicht-binären Kindern. Wenn deine Mutter grundsätzlich offen dafür ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, kannst du ihr die vielleicht mal zeigen?

Zu der Ausdifferenzierung von verschiedenen Aspekten von Geschlecht kannst du auch gern mal in unser Glossar schauen. Es gibt ja einen Unterschied zwischen bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht und Geschlechtsidentität und Stereotypen und Rollenbildern. Und es ist sehr gut möglich, trans zu sein, unabhängig davon, wie man sich zu bestimmten Stereotypen verhalten möchte.
Was mir hier aber wichtig erscheint: Du solltest nicht in der Rolle sein, dich und deine Identität vor deiner Mutter erklären und rechtfertigen zu müssen. Auch wenn du dir (noch) nicht ganz sicher bist, welches Label zu dir passt, verdienst du es, dass sie dich ernst nimmt und akzeptiert und dich bei dem unterstützt, was du dir für dich wünschst (z. B. passende Kleidung oder die Nutzung eines anderen Namens). Nur du darfst deine Identität bestimmen und bist es niemandem schuldig, das in welcher Form auch immer beweisen zu müssen. Ich wünsche dir sehr, dass sie das hoffentlich bald versteht und dich, auch wenn sie vielleicht nicht alles ganz genau versteht, so wie du bist akzeptiert.

Viele Grüße
Hannah

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