Kummerkastenantwort 6739: Bin ich trans genug?
Bin ich trans genug?
Ich habe vor ca. drei Jahren angefangen, über Gender nachzudenken und bin zu dem Schluss gekommen, dass das alles für mich überhaupt keinen Sinn ergibt. Im Zuge dessen konnte ich mich nicht mehr mit dem Label Frau identifizieren und bin mittlerweile (mit neuem Namen und Geschlechtseintrag per SBGG) bei nicht-binär angelangt.
Nun frage ich mich immer wieder, ob „Gender unsinnig und für mich unpassend finden und Patriarchat“ Grund genug ist, um trans zu sein. Wenn ich über mich selbst nachdenke und spreche, verwende ich weiterhin „sie/ihr“, bei anderen stört mich das aber oft. Mein Gender spielt für mich allein überhaupt keine Rolle, aber Worte und Zuschreibungen von anderen stören mich dann, weil ich weiß, dass „sie/ihr“ in ihren Köpfen weiblich bedeutet.
Manchmal denke ich, ich mache da einen zu großen Aufriss drum, und dass diese Gründe nicht genug sind. Was, wenn ich mich eines Tages doch wieder als weiblich sehe?
Hallo!
Du bist trans genug! Ich finde, das sind alles ziemlich gute Gründe, um diese Label zu nutzen und Änderungen vorzunehmen, und das dachtest du dir an einem Punkt ja auch, sonst hättest du es nicht gemacht. Du bist auch nicht alleine damit, dich nicht trans genug zu finden, das nennt man queeres Imposter Syndrom. Auch die Pronomen, die du für dich selbst verwendest, müssen da nicht unbedingt ein Hinweis sein, du hattest schließlich dein ganzes Leben, um dich an diese zu gewöhnen und erst drei Jahre, deine Pronomen zu wechseln. Und: Man kann auch nicht-binär sein, ohne die Pronomen zu wechseln.
Außerdem: Wenn du dich eines Tages doch wieder als weiblich siehst, kannst du deinen Namen und deinen Geschlechtseintrag zurückändern. Label dürfen sich verändern, das ist völlig in Ordnung!
Viele Grüße
Hannah


