Kummerkastenantwort 6946: Meine Mutter reagiert nicht gut auf mein trans Coming Out

Hallo,

ich (afab 15) bin mir vor einiger Zeit über meine Geschlechtsidentität klar geworden (ich bin genderfluid) und hab mir auch gleich zwei neue Namen zu gelegt (Lou/Louis) dann hab ich mich vor meiner Mutter geoutet weil ich einen Binder wollte und hab ihr auch von meinen neuen Namen erzählt erst mal kam sie natürlich mit „das ist nur eine Phase“ um die Ecke und ich denke sie kämpft immer noch damit versucht sich aber mühe zu geben. Leider scheint sie es in ihrem Kopf aber mehr auf einen Mode Trend zu reduzieren und bietet mir männliche Kleidung an und sowas und hat meine Namen oder meine Pronomen noch kein einziges Mal benutzt und auch wenn wir allein sind (meine Schwester und mein Vater wissen nichts davon) misgenderd und deadnamed sie mich die ganze Zeit einfach weil ich genderfluid bin und sie „nicht in mich rein schauen kann“ und als ich ihr angeboten hab es ihr immer zu sagen war sie so „wenn ich mit dir rede benutze ich doch eh immer nur du da muss ich deine Pronomen nicht wissen“ und sie versucht es halt im Alltag einfach krampfhaft zu ignorieren und jedes Gespräch mit ihr darüber ist super unangenehm und einmal hab ich mich getraut meinen Namen zu korrigieren aber da ist die ausgewichen auf „mein liebes Kind“ und seit dem trau ich mich nicht mehr ich hab ihr auch gesagt das es mir lieber ist wenn sie auch vor anderen von mir mit ‚mein Kind‘ redet trotzdem sagt sie ständig ‚meine Tochter‘ und sowas und ich weiß das sowas Zeit braucht aber sie will auch nicht lernen oder selbst recherchieren sondern will von mir das ich SIE aufkläre und dazu hab ich halt oft einfach keine Kraft. (Ich plane aber sie zur einer Gruppe von Eltern von trans* Teenagern zu schicken)

Okay sorry das war jetzt ein sehr langer Text eigentlich musste ich das alles nur mal loswerden aber falls ihr Tipps habt wie ich mit der Situation umgehen kann oder irgendwelche Mut machende Worte sind die natürlich auch erwünscht.

Viele liebe Grüße Louis

Hallo Louis,

es tut mir leid, dass du so eine Diskriminierung erleben musst. Du verdienst es, auch zuhause respektiert zu werden und dass deine richtigen Namen, Pronomen und Personenbezeichnungen benutzt werden. Wir haben eine Broschüre für Eltern, die ihre queeren Kinder unterstützen wollen. Falls deine Eltern da offen für Informationen sind, könntest du ihnen die Broschüre mal zeigen. Falls du auf der Suche nach Anlaufstellen bist, kannst du auf unsere Seite zu Problemen zuhause schauen.
Vielleicht gibt es ja auch Gruppen, bei denen du so akzeptiert wirst, wie du bist. Das könnte z. B. im Freund*innenkreis sein oder online in unserem Regenbogenchat, wenn du möchtest. Oft kann es helfen, sich mit anderen auszutauschen, um mit solchen Erfahrungen umzugehen. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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