Kummerkastenantwort 6737: Ich habe Angst, nicht queer genug zu sein und das nur für Aufmerksamkeit zu machen. Wie kann ich mich trotzdem wohlfühlen?
CN: Queerfeindlichkeit
Hey liebes Team,
Kurz zu mir: ich bin (hier) Ash und 14 Jahre alt, seit einigen Jahren habe ich das Gefühl meinem, bei der Geburt zu gewesenem Geschlecht (w), nicht 100% zu zu gehören.
Ich identifiziere mich seit längerem als Panromantsich und Omisexuell, ich habe nur seit längerem das Gefühl nicht 100% weiblich zu sein, ich kann mich manchmal gar keinem binären Geschlecht zu ordnen, an anderen Tagen fühle ich mich schon fast wieder „stolz“ weiblich und hinterfrage mich selbst, bin ich überhaupt queer genug? Mache ich das nur für Aufmerksamkeit? Andere brauchen doch nur viel mehr Hilfe! – an meinen „nonbinären Tagen“ muss ich dann fast schon wieder lachen, weil ich merke, das mich dieses „klassisch weibliche“ einfach nur unterdrückt. Als ich ein Kind war, wusste ich immer, ich bin kein Junge, und es hat sich auch falsch angefühlt als Junge bezeichnet zu werden, aber jetzt frage ich mich, hat es sich nur falsch angefühlt, weil trans* sein in meinem Umfeld abgelehnt wird, und mir das so erzogen wurde? Oder weil ich es wirklich so fühle?
Ich konnte bis vor kurzem auch noch klar sagen, ich bin vielleicht nonbinary und weiblich (genderfluid) aber auf jeden Fall nicht männlich…. Naja, das kann ich heute auch nicht mehr sagen, es fühlt sich nicht komisch an, als Junge bezeichnet zu werden, es fühlt sich manchmal sogar gut an, weil ich dann aus der weiblichen Rolle irgendwie raus komme, ich kann mich auch oft mit queeren, männlichen Rollen aus Filmen/serien identifizieren.
Jetzt zu meiner Frage: (1)
Wie kann ich mich trotzdem in meinem Körper wohl fühlen?habe oft disphorie vor meinem Körper vorallem als nonbinäre Person, ich habe aber keine Möglichkeit mir gender affirming Sachen zu kaufen, seien es Binder, Packer oder trans tape, fange ich an mit dem Thema kommen Kommentare wie: die transen wollen alle nur Aufmerksamkeit, sind alle psychisch krank, oder das sind „er sie eses“das geht mit allem so, Schwule bzw queere generell, ich bin nicht out werds auch indem Umfeld n
Hallo Ash,
ich fürchte, du kannst nur selbst rausfinden, was deine Labels sind und warum sich manches gut und manches falsch anfühlt. Du darfst dir dabei aber in Ruhe Zeit lassen und dich mit anderen queeren Jugendlichen austauschen, wenn du das möchtest.
Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, an affirming Sachen zu kommen, wenn diese nicht explizit so gelabelt sind? Das könnten z. B. Klamotten aus dem Second Hand Laden sein, die nicht in binäre Geschlechter unterteilt sind, anstatt eines Binders ein gut sitzender SportBH mit Kompression (bitte in der richtigen Größe, sonst kann es gesundheitlich schwierig sein und bindet auch nicht unbedingt besser), oder ein passender Haarschnitt wie ihn irgendeine prominente Person hat, wenn du dir das wünschst? Manchmal kann man da kreativ sein und Sachen vor seinem Umfeld anders begründen, wenn überhaupt Gründe notwendig sind. Und zu deinem Umfeld: Du schuldest niemandem, dich zu outen, vor allem nicht, wenn du Diskriminierung erfahren musst. Du verdienst es, dass es Personen gibt, die dich ernst nehmen und respektieren und dich unterstützen. Du findest auf unserer Seite zu Problemen zuhause Anlaufstellen, an die du dich wenden kannst, wenn du möchtest. Vielleicht findest du aber auch andere Möglichkeiten, Verbündete zu finden, seien es Freund*innen oder andere Verwandte/Bekannte. Ich wünsche dir alles Gute!
Viele Grüße
Hannah


