Kummerkastenantwort 6932: Bin ich trans auch wenn ich keine Dysphorie habe? Und was kann ich mit meinen queerfeindlichen Eltern tun?

Hallo liebes Kummerkasten-Team,

ich (13 Jahre) beschäftige mich seit einiger Zeit mit meiner geschlechtlichen Identität und bin mir ziemlich unsicher. Ich frage mich, ob ich trans (Ftm) bin.

Mein „Problem“ ist: Ich fühle mich in meinem jetzigen Körper eigentlich ganz okay. Ich habe keinen extremen Hass auf meinen Körper (außer solche Sachen wie die Periode oder Krämpfe die ich einfach hasse). Aber in meiner Vorstellung würde ich mich definitiv wohler und besser in einem männlichen Körper fühlen. Macht mich das trotzdem trans? Oder bilde ich mir das nur ein, weil mich das Internet einfach zu viel prägt?

Dazu kommt eine zweite große Sorge: Mein Zuhause fühlt sich dafür nicht sicher an. Mein Vater macht leider oft abfällige Bemerkungen über queere Menschen und sagt zum Beispiel über Schwule, dass das „lächerlich“ sei usw. Ich habe echt Angst, dass meine Eltern mich niemals akzeptieren würden, falls ich mich irgendwann oute. Wirklich viele Freunde habe ich auch nicht an die ich mich wenden könnte, und wenn doch weiß ich nicht ob ich ihnen ganz vertrauen kann oder ob sie sowas gut aufnehmen würden.

Wie kann ich mit dieser Angst umgehen? Und habt ihr einen Rat, wie ich herausfinden kann, wie ich mit dieser Situation umgehen könnte?

Hallo!

Du kannst auch trans sein, ohne deinen Körper zu hassen, das ist keine Voraussetzung. Wenn du mit Dysphorie nicht so viel anfangen kannst, kannst du stattdessen schauen, was dir vielleicht Euphorie gibt, also womit du dich wohl fühlen würdest oder was dir Freude machen könnte.

Und: Viele trans Personen outen sich leider erst im Erwachsenenalter bzw. wenn sie unabhängig von ihren Erziehungsberechtigen leben können. Du schuldest deinen Eltern also kein Coming Out, besonders nicht, wenn das deine Sicherheit in Gefahr bringt. Wenn du dir unsicher bist, findest du auch Anlaufstellen auf unserer Probleme zuhause Seite, an die du dich wenden kannst. Für mich klingt es auch, als könntest du davon profitieren, dich mit anderen queeren und questioning Jugendlichen auszutauschen? Das ginge z. B. online in unserem Regenbogenchat oder in einer queeren Jugendgruppe in deiner Nähe, wenn du das möchtest. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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