Kummerkastenantwort 6346 – Kann man ein bisschen trans sein?
Hallöchen,
erstmal vielen Dank für eure tägliche Arbeit! Das hilft sehr🤗
Jetzt zu meinem Problem/Frage. Mein Name ist Leni, bin 27, Pronomen sie/ihr und Genderfluid. Das fühlt sich auch sehr stimmig an, da es sehr oft zwischen Männlich/weiblich oder nichts von beiden. Gefühlt oft nichts, oft auch das Gefühl von männlich und manchmal weiblich. Ach ja- Bisexuell bin ich auch :), das fühlt sich auch stimmig an (bzw nach meinem Outing vor ein paar Wochen fühlt sich alles scheiße an zu dem Thema).
Ich stelle mir aber vermehrt die Frage, ob ich nicht auch (ein bisschen) trans bin? Kann man ein bisschen trans sein? Dazu die Gedanken- als Kind wollte ich immer ein Junge sein, habs gehasst ein Mädchen zu sein- mich so gekleidet, wie ein Junge verhalten usw. Ab 14 oder so dann wie ein Mädchen verhalten, vermehrt so angezogen- aber nie ein „typisches“ Mädchen, immer eher sportlich usw. Ich merke dass ich mich halt oft männlich fühle, ein bisschen dysphorie habe (unzufrieden mit meinem Körper bin, mir manchmal wünschte keine brüste zu haben sondern männlichen Körperbau) aber mit dem weiblichen Körper aber auch zufrieden bin manchmal und „stolz“ drauf ne Frau zu sein & das grundlegend stand jetzt auch nicht ändern will…. Es fühlt sich an, dass neben Genderfluid, Bisexualität noch was da ist… Trotzdem kleide ich mich am liebsten wieder eher männlich und identifiziere mich mit einer trans Person aus dem Internet (jmie.wlms), dass man Gemeinsamkeiten hat. Würde stand jetzt aber keine Transition machen usw. Aber fühle mich halt oft männlich. Kann das trans sein? Oder ne Form davon?
Also dass es iwie generell Queer ist – Bisexuell, Genderfluid aber auch trans und nicht binär? Bin da mega verwirrt/verunsichert und sehe meine Therapeutin erst in einiger Zeit wieder & hoffe ihr könnt mir helfen.
Und dass ich damit nicht alleine bin u es Sinn macht was ich hier schreibe
Schön mal Dankeee und einen wundervollen Tag 🤗
Grüße
Leni
Hallo Leni,
ich finde total verständlich, was du uns schreibst. Für viele Personen fällt das Label Genderfluid auch „schon“ unter den Schirmbegriff von trans bzw. nicht-binär. Andere nutzen diese (Über-)Begriffe nicht, das kann ja jede*r haben wie selbst gewünscht. Ich sehe kein Problem dabei, dass du dich auch mit diesen Begriffen beschreibst, oder eben als „ein bisschen“ davon, wenn es nicht 100%ig für dich passt, aber ein Teil des Begriffs eben doch resoniert. Es ist auch nicht notwendig, eine (medizinische) Transition zu wollen oder zu machen, um sich als trans bezeichnen zu können. Und solltest du in der Zukunft feststellen, dass du dich bspw. doch eher als trans männlich bezeichnen möchtest/ggf. doch eine Transition wünschst, ist das auch voll in Ordnung, das darf sich ja im Laufe der Zeit ändern.
Falls du dich mit anderen queeren jungen Erwachsenen austauschen möchtest, kannst du gern mal in unserem QueerChat vorbeischauen.
Viele Grüße
Hannah

