Kummerkastenantwort 6374: Kann ich mich als biromantisch heterosexuell bezeichnen?

Hi hoffe es geht euch gut 🙂



Also ich bin momentan 23 Jahre alt und gerade dabei mir klar zu werden wie meine Gefühle eigentlich aussehen. Ich habe über Jahre hinweg immer wieder überlegt ob ich vielleicht Bisexuell bin. Ich hatte nie ein Problem mit der Vorstellung eine Beziehung mit einem Mann einzugehen, gleichzeitig hatte ich aber auch nie dieses Sexuelle Bedürfnis wie bei Frauen gehabt, weshalb ich mir bei dem Thema sehr unsicher war. Es half auch nicht, dass meine Familie solchen Themen gegenüber nicht besonders aufgeschlossen war. Vor Kurzem hatte ich dabei ein Gespräch mit meiner Mutter, in dem sie sich wieder Negativ äußerte, dabei erwähnte sie auch bisexuelle Menschen und ich fühlte mich danach wirklich schlecht. Ihre Worte hallten in meinem Kopf immer wieder und ich fragte mich, warum es mich so sehr mitnahm … und dann fand ich Menschen, die ähnliche Gefühle hatten. Ich erfuhr über biromantische Heterosexuelle Personen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten wie ich und fühlte mich wirklich verstanden. Ich Reflektierte Rückblickend nochmal auf mein ganzes Leben und erkannte das viele dieser Männer die ich damals „Cool“ fand, insgeheim Crushes waren, die ich mir einfach nur nicht zugestand. Und es hilft mir wirklich mich damit zu beschäftigen. Deshalb jetzt meine Frage: Ist „Biromantic Heterosexual“ eigentlich der richtige Begriff für mich? Ich meine an sich ist es richtig, ich fühle eine sexuelle Anziehung gegenüber Frauen, aber „nur“ eine Romantische Anziehung für beide Geschlechter. Aber nur weil ich kein Primäres Interesse an Sexuellen Aspekten bei Männern habe, heißt es nicht dass ich mir nicht vorstellen kann Sexuelle Interaktionen zu haben. Würde man das dennoch als „Biromantisch Heterosexuell“ bezeichnen oder gibt es da vielleicht einen genaueren Begriff für?



Würde mich über eine Antwort freuen 🙂

Hallo!

Mir fällt grade kein passenderer Begriff ein und ich würde sagen auch hier gilt, wie bei den meisten anderen Labels: Wenn sich das Label aktuell stimmig für dich anfühlt, dann ist es das richtige und du kannst es gern benutzen. Wenn du im Laufe der Zeit dann auf etwas stoßen solltest, was noch besser für dich passt, darfst du dein Label auch wieder ändern. Und sollte es um konkrete Personen gehen, denen du von deiner Identität erzählst, kann es ja sowieso sinnvoll sein, dann genauer zu erklären, was das Label eigentlich für dich bedeutet, denn wir alle verstehen Labels ja immer ein bisschen verschieden.
Und: Egal welches Label du benutzt, verdienst du es, ernst genommen zu werden. Dass sich deine Mutter da negativ äußert, ist nicht in Ordnung.

Viele Grüße
Hannah

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