Kummerkastenantwort 6354: Ich stelle mein Geschlecht in Frage aber meine Eltern denken schlecht über trans Menschen
CN: Transfeindlichkeit zuhause
Hi
Ich bin 15 und stelle momentan mein Geschlecht in Frage. Ich habe dies meinen Eltern nicht gesagt weil ich das Gefühl habe, dass sie nicht direkt positiv von nicht Cis Menschen denken. Meine Mutter hat Anthropologie studiert und ich versuche mit meinen Eltern immer mal wieder über die Rechte von Trans* Menschen zu sprechen, aber ich habe das Gefühl, dass sie vorallem nicht verstehen meine Mutter kommt immer mit dem Argument „Ich wollte auch kein Mädchen sein“ und ich weiss dann nie was ich sagen soll.
Könnt ihr mir helfen?
Flo
Hallo Flo,
du schuldest es deinen Eltern nicht, dich bei ihnen zu outen. Vielleicht magst du mal in unsere Broschüre zum Thema Coming Out schauen? Wir haben auch eine Broschüre für Eltern, die ihre queeren Kinder unterstützen möchten, vielleicht könnte die dir helfen, wenn du doch mit ihnen darüber sprichst? Wahrscheinlich werden sie nicht viel über die tatsächlichen Lebensrealitäten von trans Menschen wissen, bzw. ihre eigenen Vorurteile haben. Es ist wichtig, dass du ihnen nicht alle Informationen liefern und Aufklärungsarbeit leisten musst, sondern dass du auch einfach ihr Kind sein darfst. Sie finden z. B. beim Trans Kinder Netz Informationsmaterialien.
Und: Es kann gut sein, dass das Argument deiner Mutter auf internalisierte Transfeindlichkeit hindeutet, das heißt dass sie vielleicht selbst trans ist aber nicht den Raum hatte, das selbst auszudrücken und auszuleben, muss es aber nicht. Und egal, ob es der Fall ist oder nicht, verdienst du es, mit deinem Anliegen ernstgenommen und respektiert zu werden!
Überlege dir, bei welchen Personen du Unterstützung außerhalb von deinen Eltern finden kannst. Das können Freund*innen oder deren Eltern sein, Schulsozialarbeiter*innen oder Vertrauenslehrer*innen. Wir haben auch eine Seite mit Anlaufstellen bei Problemen zuhause. Ich wünsche dir alles Gute!
Viele Grüße
Hannah

