Feedback

freudschaftliche Gefühle – ein freudscher Verschreiber?

Lieben Gruß
Hartmut

Hallo Hartmut,

Danke für dein Feedback, ich habe es korrigiert.

Liebe Grüße,

Annika

Kummerkastenantwort 231 – Bin ich ace genug?

Hallo,
ich bin Mitte zwanzig und definiere mich seit meiner Teenagerzeit als Bisexuell, denn ich fühle mich romantisch zu beiden Geschlechtern hingezogen.
Allerdings habe ich Probleme damit, eine Person sexuell attraktiv zu finden. Auch an Sex als solches habe ich eigentlich kaum bis gar kein Interesse, obwohl ich körperliche Nähe wie Umarmungen und kuscheln durchaus als angenehm empfinde.
Auch empfinde ich Menschen, zu denen ich mich hingezogen fühle als schön. Aber eben nicht so, dass ich das Verlangen habe, mit ihnen zu schlafen.
Ich hatte schon sehr lange keine Partnerschaft mehr, auch keine Verabredungen, Flirts oder ähnliches in der Richtung, da ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht habe, was mein sexuelles Desinteresse und die Wünsche des Partners anging.
Seit einigen Monaten denke ich nun darüber nach, was das für mich bedeuten könnte. Um mich als asexuell zu identifizieren, fühle ich mich quasi nicht asexuell genug, aber wirklich “normal” fühle ich mich auch nicht.
Ich vermisse es, eine Beziehung zu führen, denn ich würde gern wieder lieben und geliebt werden, aber ich fühle mich solang diese Frage für mich im Raum steht nicht bereit, danach zu “suchen”. Erst würde ich gerne für mich selbst klären, wie ich bin und wie man so lebt und damit im Einklang ist.
Mir ist bewusst, dass mir das niemand 100%tig beantworten kann, aber vielleicht habt ihr schon von Menschen in ähnlichen Situationen gehört & könnt mir weiterhelfen.

Hallo du,

ich kenne tatsächlich sehr viele Menschen, denen es so geht wie dir, und auch ich habe schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Es geht vielen Leuten so, dass sie sich “nicht ace/bi/queer/xy genug” fühlen und befürchten, sie hätten kein Recht, dieses bestimmte Label zu verwenden. In Wahrheit gibt es aber keine bestimmten Regeln, “wie sehr” du ein bestimmtes Label erfüllen musst oder wie genau es auf dich passt. Wichtig ist nur, mit welchen Begriffen und Definitionen du dich wohl fühlst und was für dich am besten passt.

Du kannst also durchaus das Label “asexuell” für dich verwenden, wenn du das möchtest oder wenn du den Eindruck hast, dass es dich momentan am besten beschreibt (vielleicht auch nur, weil du im Moment keinen passenderen Begriff findest). Was dieses Label dann für dich bedeutet, kannst nur du entscheiden. A_sexualität ist aber auch ein Spektrum, das heißt, es gibt nicht nur die Möglichkeiten “100% asexuell” und “0% asexuell”, sondern auch ganz viel dazwischen. Es gibt z.B. Menschen, die sich als “greysexuell” bezeichnen – dieser Begriff beschreibt Menschen, die nur wenig sexuelle Anziehung empfinden, nur manchmal, oder nur unter ganz bestimmten Umständen. Es gibt auch den Begriff “acefluid”, um zu beschreiben, dass manchmal mehr, manchmal weniger sexuelle Anziehung da ist.

Was dir vielleicht helfen könnte, wäre ein Austausch mit anderen asexuellen Menschen und welchen, die sich auf dem a_sexuellen Spektrum befinden. Es gibt dafür viele online-Spaces (z.B. die Plattform AVEN), aber auch lokale Stammtische und Jugendgruppen speziell für asexuelle Menschen. Über deine Erfahrungen und Gefühle mit anderen zu reden und zu hören, wie es bei anderen Menschen so ist, kann dir vielleicht helfen zu entscheiden, was für ein Label du dir geben möchtest. Außerdem kann es dir vielleicht bei der Partner*innensuche helfen – es würde auf jeden Fall den Druck herausnehmen, der sich vielleicht ergibt, wenn du allosexuelle Menschen (also welche, die nicht asexuell sind) datest, die vielleicht andere Bedürfnisse nach Sex und Intimität in der Beziehung haben als du.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen Orientierung geben. Melde dich gern wieder, wenn du weitere Fragen hast – oder auch nur, um uns zu berichten, wie deine Selbstfindung weitergeht. 🙂

Viele Grüße und alles Gute,
Balthazar

Kummerkastenantwort 230 -Kann sich Sexualität mit dem Geschlecht ändern?

Hallo an euch!
Erstmal ein riesen Lob an euch, ihr macht das toll!
Nun zu meiner Frage:
Kann sich eine Sexualität ändern wenn sein Geschlecht sich wechselt?
Es mag vielleicht etwas komisch klingen, dennoch würde es mich interessieren was ihr davon haltet.
Ich bin nämlich größtenteils Junge und gelegentlich ein Mädchen (so wie ich zur Welt kam) und als Mädchen kann ich sagen dass ich bisexuell bin aber als Junge würde ich eher einen Jungen als Partner haben als ein Mädchen.
Kann es sein dass ich einfach nur bisexuell bin in beiden Fällen oder dass ich bisexuell als Mädchen und Homosexuell als Junge bin?
Vielen Dank,
Jess

Hallo Jess,

Die kürzeste Antwort auf deine beiden Fragen ist „ja“. Die etwas längere ist: Ja, Label können sich abhängig von der Situation ändern.

Die ausführliche ist: Label sind immer nur eine Annäherung. In einem Label kommt sozusagen das Ergebnis einer ganzen Menge Sachen zum Ausdruck. Wer bin ich? In wen verliebe ich mich (vielleicht)? Und all das in einem Wort zusammenzufassen, ist schwierig bis unmöglich, ohne dabei Feinheiten zu verlieren. Zum Beispiel bedeuten die Begriffe „heteroflexibel“ und „homoneugierig“ inhaltlich sozusagen erstmal das selbe und laufen da irgendwie auf „bisexuell“ raus – jedoch haben flexibel und neugierig einen sehr anderen Unterton.

Bei dir kommt dann ja noch dazu, dass sich dein Geschlecht tatsächlich wechselt. Das heißt, es geht nicht darum, mit einem Label irgendwie vereinfacht zu beschreiben, was für Beziehungen für dich der Idee nach passend wären, sondern das müsste auch gleich noch den Geschlechtswechsel mitbeinhalten. Das kann ein einzelnes Wort gar nicht leisten. Somit ist es allein schon von den Worten her sehr logisch, dass sich da was ändern könnte.

Wenn wir die Kiste jetzt sozusagen aufmachen und du sagst „als Junge ist es für mich so“ und „als Mädchen aber so“, dann beantwortest du dir deine Frage gewissermaßen selbst: Die sexuelle Orientierung ändert sich für dich abhängig vom Geschlecht. Und wenn das bei dir so ist, dann ist es möglich und kann sein.

Ich hoffe, das konnte dir ein wenig weiterhelfen. Falls du noch Fragen hast, kannst du dich auch gerne nochmal melden. In jedem Fall wünsche ich dir, Jess, alles Gute.

Liebe Grüße,
Xenia

Kummerkastenantwort 229 – Darf ich mich als trans bezeichnen?

Hallo an alle die das lesen,
Ich habe eine sehr dringliche Frage weswegen ich mich an euch wende.

Ich überlege schon lange welche Geschlechtsidentität ich habe und es zerstört mich immer mehr und mehr.
Ich bin als Mädchen zur Welt gekommen und ich kann auch unterschreiben dass ich mich damit auch identifizieren kann…Aber größtenteils kann ich das nicht.
Es fing schon vor der Pubertät an dass ich mich “anders” fühlte dennoch verdrängte ich diese Gedanken.
Es wird seit einem Jahr schlimmer.
Mittlerweile kann ich nachts nicht mehr schlafen da ich mich in meinen Träumen meistens als Junge sehe.
Ich habe mittlerweile auch Anzeichen einer Dysphorie (ich möchte mich ohne Arzt nicht selbst diagnostizieren)
Seit Monaten bin ich also auf der Suche nach einem Begriff für all das und bin auf Trans gestoßen, dennoch bezweifle ich dass dieser Begriff zu mir passt, da ich mich ja noch als Mädchen identifizieren kann, nun mal nicht immer.
Was meint ihr, was kann ich tun?
Besten Dank fürs Lesen.
Myr

Hallo Myr,

Was du beschreibst, gerade das eher unbestimmte Gefühl, anders zu sein, von sich mit anderem Geschlecht träumen und auch Dysphorie sind alles Dinge, die Personen, die trans sind, häufig erleben. Dabei bedingt sich das nicht automatisch gegenseitig. Es ist weder so, dass eins Dysphorie haben muss, um trans zu sein, noch hat eins automatisch Dysphorie, wenn eins trans ist.

Wer du tatsächlich bist, und was für ein Label dazu passt, ist am Ende eine Sache, die nur du allein herausfinden und damit auch festlegen kannst. Es gibt keinen faktischen Test, den ein*e Ärzt*in durchführen könnte, um festzustellen, ob eine Person trans ist. Transsein ist somit nichts, was jemand anders für dich diagnostizieren kann.

Es gibt einige etablierte Labels, die Geschlechtsidentitäten, jenseits von „ich bin (immer) eine Frau“ oder „ich bin immer ein Mann“ beschreiben. Es gibt da sehr allgemeine „nicht-binär“ das alle Identitäten, die nicht (nur) männlich oder weiblich sind, einschließt. Menschen, für die das eigene Geschlecht eher flüssig ist und sozusagen hin und her schwappen kann, wie eine Welle im Wasser, nutzen den Begriff „genderfluid“. Und dann ist da noch „demiboy“ oder auch „demiman“, was eine Identität beschreibt, die zwar irgendwie männlich, aber nicht 100 Prozent Mann ist. „Demi“ als Vorsilbe kommt aus dem griechischen und heißt so viel wie teilweise oder halb.
Neben diesen Labels gibt es noch viele weitere, bestimmte Geschlechtsidentitäten abbilden, vielleicht findest du was, was für dich gut klingt in unserem Glossar.
Es ist auch okay, sich da unsicher zu sein und das in den selbstgewählten Labels auszudrücken. Du hast sicher schon mal irgendwo das LGBTQ-Akronym gesehen, in dem manchmal mehr und manchmal weniger Buchstaben auftauchen. Das zweite Q, so es denn dabei ist, steht für „Questioning“ – das heißt fragend. Und auch das ist als eigene Bezeichnung völlig valide.

Ein Plan für dich könnte sein mit Freund*innen verschiedene Labels (und gegebenenfalls auch Namen und Pronomen) für dich auszuprobieren. Es auch queerfreundliche Ärzt*innen und Thereüeut*innen, die gut darin sind, dabei zu helfen, rauszufinden, was passende Labels für die eigene Identität wären. Und: auch wenn es oft drängend scheint, eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Es sind große, tragende Fragen. Manchmal hilft auch Zeit lassen und nehmen.

Falls dir zu der Sache noch was einfällt oder du ein passendes Label gefunden hast, Lyr, freuen wir vom Queer Lexikon uns, wenn du uns nochmal schreibst.

Liebe Grüße
Xenia

Kummerkastenantwort 231 – bin ich biegender oder genderfluid?

hallo ich bin Tanja

mein Problem ist : ich fühle mich an manchen Tagen wie ein Junge und gleichzeitig wie ein Mädchen ich weiß aber nicht ob ich Bigender bin oder doch genderfluid. Ich hoffe jemand kann mir helfen

Hallo Tanja,

was für ein Label für dich passt, liegt allein an dir festzulegen. Ich werde im folgenden auf die beiden Label, bei denen du dir unsicher warst etwas näher eingehen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausarbeiten.

Bigender ist ein nicht-binäres Label, das beschreibt, dass eine Person zwei Geschlechter hat. Zum Beispiele Mann und Frau oder Frau und Agender. Dabei macht Bigender nicht direkt eine Angabe dazu, wie die beiden im Verhältnis stehen oder wie und ob sich die beiden Identitäten abwechseln. Für viele Menschen, die Bigender sind, ist das aber eine eher statische Angelegenheit. Beide Geschlechter sind immer oder meistens da und in der Regel ändert sich auch nicht, wie stark beide jeweils ausgeprägt sind.

Genderfluid ist auch eine nicht-binäre Identität. Der Fokus liegt aber darauf, dass sie immer im Fluss ist und sich dauerhaft, oder zu bestimmten, mehr oder weniger häufigen Auslösern, ändern kann. Von wo nach wo dabei das Geschlecht fließt, steckt nicht im Label direkt drin. Genausowenig, ob und wie sehr es dabei Zwischenstadien gibt.

Die beiden Label unterscheiden sich also am stärksten im Hinblick auf die Frage, welche und wie viele Geschlechter über die Zeit vorkommen. Bei Bigender sind das genau zwei, bei Genderfluidität sind es -theoretisch- beliebig viele. Genderfluid legt den Fokus dabei auf die Veränderlichkeit. Bigender muss auch keine statische Identität sein, kann das aber. Genderfluid kann sich quasi auf dem Spektrum zwischen zwei Identitäten abspielen, aber auch zwischen mehr als zwei Identitäten.

Vielleicht kannst du anhand dieses Vergleichs für dich etwas abstecken, welches der Label für dich besser passt. Ich wünsche dir alles Gute für deine Suche.

Liebe Grüße
Xenia

Kummerkastenantwort 228 – muss ich mich für meinen Namen rechtfertigen?

Hallo
Also ich bin mir seid einiger zeit klar das ich BI und Genderfluid bin und konnte mich auch ein paar meinen Freunden outen, die es auch gut aufgenommen und eigentlich komplett aktzeptiert haben … auch meinen Neuen Namen der jetzt nicht halt ein wirklich typischer Name ist (Phoenix) haben sie aktzeptiert…. nur eine Freundin versteht es noch nciht wirklich und ich bin mir nicht sicher wie ich es ihr erklären soll…. sie meint wie ich das meine vowegen das ich zwischen meinen gender wechsle, denn schließlich könnt ich als Frau das gleiche wie ein Mann machen und umgekehrt … außerdem meint sie wäre der Name Phoenix schon sehr auffällig und dergleichen (ich hab mir den Namen aber bewusst und wegen der bedeutung ausgesucht und ich werde auch sabei bleiben)

Ich weiß einfach nicht wie ich ihr meine Situation am besten erklären soll
Habt ihr vielleicht eine Idee ?
Danke schon mal
Lg

Hallo Phoenix,

Erstmal: Schön zu lesen, dass deine Coming Outs zum Großteil gut aufgenommen wurden. Das ist leider noch nicht selbstverständlich.

Zu deiner Frage: Geschlecht zu erklären ist müßig. Ich kann verstehen, dass du deine Freundin da mit Argumenten und Logik überzeugen möchtest, aber ich befürchte, dass das schwierig werden könnte.
Und im Prinzip hat sie ja Recht: theoretisch gibt es nichts, was du nicht darfst oder nur darfst auf Basis deines Geschlechts. Das ist ja aber auch gar nicht der Punkt: Geschlechtsidentität ist ja kein Vehikel, um sich um Verbote herumzumogeln.
Genderfluidität ist von außen auch schwer nachzuvollziehen. Viele Menschen nehmen das eigene Geschlecht statisch war. Daher fällt es vielen auch schwer, damit umzugehen, wenn sie erfahren, dass es für andere, wie bei dir, fluide ist. Manchen hilft dabei, es vergleichen zu können. Ich als Linkshänderin finde sehr oft sehr unlogisch, wie Menschen Dinge mit der rechten Hand machen. Das ist etwas völlig anderes als Geschlecht, ja. Aber es hat die Gemeinsamkeit, dass ich gelernt habe, dass das eine Sache ist, die für andere Menschen anders ist wie für mich. Die bedeutet, dass die Welt in diesem einen Punkt für mich sehr anders sein kann als für andere. Vielleicht hilft deiner Freundin ein ähnlicher Vergleich, um zu verstehen, dass sie nicht hundert Prozent nachfühlen können muss, wie das für dich ist und warum das für dich so richtig und wichtig ist, sondern das irgendwann einfach annehmen zu können.
Für den Namen ist das ganz ähnlich. Die Entscheidung liegt und lag da bei dir. Niemand darf dir dabei reinreden. Deine Freundin hat da kein Recht zur Mitsprache. Das kann gerade unter Freund*innen schwierig sein – da da vieles zur Diskussion stehen kann, vieles gemeinsam beschlossen wird, ist es schon speziell, wenn das auf einzelne Dinge nicht zutrifft. Auch wenn das jetzt etwas plump wirkt und inhaltlich wenig hilfreich ist: Du machst das schon richtig. Du hast dir einen passenden Namen ausgesucht und du darfst bei dem bleiben, auch wenn andere Personen damit nicht einverstanden sind. Das auszudiskutieren kostet Zeit und Energie. Und ich will nichts schönreden, daran können Freund*innenschaften auch scheitern, du hast ein Recht darauf, als die Person, die du bist, Phoenix, wahrgenommen zu werden, und wenn alles nichts hilft, helfen am Ende nur getrennte Wege. Wobei ich dir wünsche, dass das nicht soweit eskaliert.

Du siehst, das ist in der Praxis eine etwas verfahrene Sache. In der Theorie aber ganz einfach. Du weißt, wer du bist, du teilst das mit und dann gilt das. Falls das in der Praxis nicht tut, kann das schwierig sein, weil es da eigentlich nicht viel zu diskutieren, zu begründen und zu argumentieren gibt.

Ich hoffe, dass diese Antwort dir eine Hilfe sein kann und wünsche dir alles Gute. Melde dich gerne nochmal, falls noch etwas unklar ist oder sich in der Sache was Neues ergibt.

Liebe Grüße
Xenia

Kummerkastenantwort 227 – Ist Genderfluid ein Ding?

Ich habe inzwischen öfter gehört, dass Genderfluid nicht existiert, also, dass die Menschen sich das bloß einreden. Ich bin verwirt. Ich selbst bezeichne mich auch als Genderfluid, heißt das, ich rede mir das nur ein?

Hallo,

Es ist ungemütlich, und unschön, sowas hören zu müssen. Ich bin sehr vom Gegenteil überzeugt. Identitäten und Geschlecht ist nichts statisches, nichts, das für die Ewigkeit feststeht. Geschlecht kann fluide sein, Geschlecht darf fluide sein und daran ist nichts verwerflich oder falsch.

Die einzige Person, die entscheidet, ob du genderfluid bist, bist du. Niemand sonst kann das wissen und niemand hat das Recht, sich da einzumischen.

Liebe Grüße
Xenia

Kummerkastenantwort 226 – bin ich noch bisexuell? Bin ich wirklich cis?

Hi,
ich bin Anastasia und in einigen Tagen 18.
Ich habe mich mit 13 geoutet als Bisexuell, allerdings bin ich mir nicht sicher ob das noch so stimmt?

Ich habe momentan ein Freund, fühle mich zu ihm jedoch nicht sexuell angezogen, aber eine romantische Beziehung führen wir trotzdem und fühle mich auch wohl.
Frauen hingegen ziehen mich Sexuell und romantisch an.

Mein Geschlecht weiß ich auch nicht so richtig. Ich bin Weiblich, bin auch so groß geworden. Hab viel gezockt in meiner Jugend bis jetzt und Shoppe auch gerne Männersachen die ich selber Trage, genauso gut wie Frauen Sachen. Jenachdem wie ich halt in der Stimmung zu bin beziehungsweise wie es mir gerade gefällt.
Ich habe schon überlegt ob ich nicht noch zusehr in dem alten muster stecke von wegen Frauen dürfen nur dies und nur das, männer dürfen dies und jenes was frauen wieder nicht dürfen. (Alles eine frage der erziehung? Oder bin ich wirklich nur unsicher?)

Hallo Anastasia,

Zuerst zur Sache mit der Bisexualität: Es gibt zum Glück keine Pobizei, die kommt und Menschen verbietet, sich als bisexuell zu bezeichnen, wenn sie das wollen. Du kannst das Label also weiter nutzen, auch wenn du zweifelst, wie gut es tatsächlich passt. Wenn du tatsächlich betonen willst, dass du zu Männern nicht sexuell angezogen fühlst, ist biromantisch vielleicht ein gutes Label. Das könntest du auch kombinieren zu etwas wie „biromantische Lesbe“ oder „homosexuell und biromantisch“. Immer vorausgesetzt, es passt für dich als Begriff besser. Nur weil ich da etwas in den Raum stelle, heißt das nicht, dass du das benutzen musst oder dass es für dich richtig ist.

Auch bei deinem Geschlecht ist die Message eine ganz ähnliche. Du darfst das, ausprobieren ist erlaubt und es ist okay, unsicher zu sein und die eigenen Label zu hinterfragen.
Du hast die Freiheit, die Klamotten zu tragen, die du magst, egal ob sie irgendwer für Männer oder für Frauen verkauft hat. „Nur“ weil du Männerklamotten trägst, bedeutet das nicht automatisch, dass du trans bist. Andersrum, zwingt trans-sein auch nicht dazu, entsprechend gelabelte Klamotten zu tragen.
Am einfachsten ist vielleicht, dir das mal durch den Kopf gehen zu lassen, ob du eine Frau bist, ob du, falls ja, eine binäre Frau bist. Vielleicht fühlt sich „nicht-binäre Frau“ oder „queer“ als Beschreibung für dein eigenes Geschlecht richtiger und besser an. Dabei lohnt es sich auch, über Pronomen nachzudenken. Ist „sie“, das, was sich stimmig anfühlt? Passt ein Neopronomen wie „xier“ vielleicht besser? Oder „er“? Gegebenenfalls auch: möchtest du einen anderen Namen ausprobieren?
Bei allem davon ist es ok, das nicht zu wissen oder zu merken, dass es so passt, wie es ist. Es ist immer ok, gute Freund*innen um Rat zu fragen und sich da auszutauschen. Das ist alles auch nichts, wo eins sicher immer sicher sein muss.

Aber: zu finden, was passt heißt hier auch, zu sich selbst zu finden. Das kann unglaublich wertvoll sein, und deshalb lohnt es sich, da Zeit hinein zu investieren. Bei dieser Suche wünsche ich dir viel Erfolg.

Liebe Grüße
Xenia

Kummerkasten Antwort 225: Gibt es eine Abkürzung für ‘nicht cis Männer’?

Hey ihr! Gibt es eigentlich irgendeine Abkürzung für “nicht cis-Männer” (also alle außer cis Männer)? Wäre super hilfreich für Texte, die sich auf Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität oder Orientierung beziehen!

Hallo lieb* Unbekannte*r,

Sowas gibt es tatsächlich! Meistens wird dafür FLIT (FrauenLesbenInterTrans) oder FLINT (FrauenLesbenInterNichtbinärTrans) verwendet. Diese Abkürzungen werden aber auch kritisiert, z.B. weil trans Männer oft nicht wissen, ob sie auch mitgemeint sind oder weil trans Frauen, die nicht geoutet sind oder aus Sicht der Veranstalter*innen ‘nicht weiblich genug’ aussehen (was Bullshit ist) ggf. auch kein Zugang zu einem Raum bekommen können. Weiterhin gibt es dann auch noch Männer, die cis und inter sind. Gerade diese Gruppe wird da auch häufig in der queeren Community häufig vergessen. Für Texte ist das aber nicht so sehr ein Problem, glaube ich.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen!

Liebe Grüße,

Annika

Diese Antwort wurde ergänzt, um auch auch Männer,
die cis und inter sind, mitaufzuzählen.

Kummerkasten Antwort 224: Ich möchte eine Hysterektomie

Ich bin trans männlich und möchte meine Hysterektomie beantragen aber weiß nicht, was ich dafür alles brauche

Hallo lieb* Unbekannte*r,

Zum Thema Hysterektomie findest du bei unseren Kolleg*innen von trans Mann e.V. viele Informationen: http://transmann.de/trans-informationen/medizinisches/hysterektomie/

Hier außedem eine ausführliche Broschüre zum Download: http://transmann.de/?download=1257

Alles Gute für dich!

Liebe Grüße,

Annika