Kummerkasten Antwort 197 – Wie oute ich mich vor meinen Eltern?

Hallo mein Name ist Alec und ich bin 14 Jahre alt.
ich brauche eure Hilfe. Ich bin genderfluid und habe den Drang mich vor meinen Eltern zu outen ich habe aber Angst vor der Reaktion wegen meinem geringen Alter. Ich möchte nicht das sie denken es ist nur eine Phase. Ich bin außerdem auch Panromantik und Demisexuell. Das würde ich ihnen zwar nicht erzählen aber halt dass mit dem Genderfluid.
Am Anfang war es auch noch gar nicht so schlimm. Mein alter Name war Sophie und natürlich werde ich auch so angesprochen. Seit dem letzten Wochenende wo ich bei einer Freundin war hat sich das jedoch komplett verändert. Ich habe mich halt bei mir geoutet und sie hat mich das ganze Wochenende Alec genannt (wofür ich ihr auch sehr dankbar bin).
Nun zu dem Problem: Wenn ich von meinen Eltern als Sophie angesprochen werde ist es für mich extrem verletzend und es tut einfach nur weh. Wie oben erwähnt habe ich aber Angst vor der Reaktion also was soll ich tun?
Liebe Grüße Alec

Hallo Alec!

Erstmal ist es total schön zu hören, dass du eine so gute Freundin hast, die dich akzeptiert und so annimmt, wie du bist! Das freut mich sehr für dich. Ist es vielleicht möglich, diese Freundin mitzubringen zu dem Coming Out-Gespräch mit deinen Eltern? Das könnte dir mehr Sicherheit geben, wenn du eine Person dabei hast, die ganz auf deiner Seite ist.

Ich würde dir jetzt gerne sagen, dass du keine Angst haben musst und dass das Coming Out auf jeden Fall sofort gut laufen wird – das stimmt leider nicht immer, und ich  finde es wichtig, das auch ehrlich zu sagen. Es kann immer sein, dass deine Eltern dir nicht glauben, dich nicht ernst nehmen, oder anders verletzend und negativ reagieren. Deswegen pass bitte gut auf dich auf und plane vielleicht eine Möglichkeit, um Abstand und Hilfe zu bekommen, z.B. durch die Freundin, die schon Bescheid weiß. Vielleicht kannst du dich auch erst noch bei ein paar anderen Leuten outen, von denen du dir sicher sein kannst, dass sie dich unterstützen – bei anderen Freund*innen, Geschwistern oder bei Erwachsenen, die du vertraust, z.B. Verwandten, Lehrer*innen o.ä.

Viele, die in deiner Situation sind, outen sich auch nicht direkt, sondern sprechen z.B. mal vorsichtig das Thema an, ohne direkt klar zu machen, dass es um sie geht. Vielleicht sowas wie “ich hab vor kurzem einen interessanten Artikel gelesen, da ging es um eine genderfluide Person”. So könntest du das Wort schon mal erklären und herausfinden, wie deine Eltern reagieren.

Gib auf jeden Fall gut auf dich acht! Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut läuft und deine Eltern verständnisvoll und unterstützend sind.
Alles Gute!
Balth

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