Kummerkastenantwort 3.902: Ich bin eine maskuline Frau und Menschen nerven mich deswegen.

Hey, ich bin lesbisch und eher maskulin präsentierend. Mich beschäftigen die Reaktionen aus meinem Umfeld, zb sagt mei Vater ich soll nur Bilder mit einem seitlichen Seitenprofil von mir machen, weil ich sonst wie ein Junge aussehe. Mich stört das nicht, aber andere irgendwie schon. Die sagen dann sowas wie “du bist männlicher als mein Vater” etc. Andauernd wird mein Geschlecht hinterfragt und kommentiert. Das nervt irgendwie. Ich fühl mich in meinem Körper wohl, möchte mich nur nicht feminin zeigen, weil ich mich sonst unwohl fühle. Warum sagen immer alle ich bin nicht binär? Ich würde damit doch die Geschlechterrollen verstärken. Ich fühle mich nicht als Frau aber ich weiß auch nicht wie sich eine fühlen soll. Ich stoße meine Geschlechtsmerkmale nicht aktiv ab, also bin ich doch eine Frau oder was definiert Geschlecht sonst? Ich verstehe das alles irgendwie nicht und finde es auch ziemlich paradox. Ich möchte damit niemanden verletzen, aber ich finde sonst keine Hilfe.

Hallo!

Erstmal: Es tut mir leid, dass du das erlebst, das ist sicher nicht einfach.

Zweitens: Du bist gut, so wie du bist. Und natürlich darfst du auch einfach eine nicht-feminine, eher maskuline, Frau sein. Und du darfst eine Frau, sein, die mit Frau-Sein nicht besonders viel anfangen kann, oder der Geschlecht egal ist. Du könntest dich natürlich auch anders Labeln, musst du aber nicht. Du definierst, was dein Geschlecht ist und ausmacht und niemand sonst.

Ich glaube, es könnte dir vielleicht gut tun, dich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen machen wie du. Gibt es denn in deiner Umgebung queere Menschen oder eine queere Gruppe, bei der du ein bisschen Rückhalt und Unterstützung finden kannst? Schau z. B. gerne mal auf unserer Karte nach.

Liebe Grüße und alles Gute,

Annika

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Eine Antwort

  1. Tina sagt:

    Hi,
    Ich wollte nur kurz sagen du bist nicht allein damit! Mir ging es zur Jugendzeit und auch in den Zwanzigern noch ganz genau wie die. Auch heute beschäftigt mich das immer mal wieder, wenn mir von außen gespiegelt wird, ich sei zu maskulin um eine Frau zu sein.
    Ich lass ganz viel Liebe für dich da und eine Konsensumarmung. Du bist gut wie du bist, lass dich nicht unterkriegen!

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