Kummerkastenantwort 3.920: Ich habe Fragen zu meinem Pen & Paper Game und queerer Inklusion

Ich bin mir nicht sicher ob ich die Frage schon gestellt habe, aber wie seht ihr das?
Ich möchte mein pen and paper bzw. Tabeltop roleplay game so queerfreundlich wie möglich machen und habe deswegen beschlossen, das man das gender der Personen automatisch erkennt, um Diskriminierungen zu vermeiden. Habe aber nicht festgestellt, ob man das Geschlecht erkennen kann.

Darf ich eine nonbinäre AMAB Person als schwul bezeichnen, wenn diese auf Männer steht?

Reicht es, wenn ich schreibe, das alle geschlechter zur Auswahl stehen oder soll ich Beispiele wie männlich, weiblich, intergeschlechtlich?

Wie kann ich vermeiden, das andere denken, ich würde Geschlecht und gender verwechseln?

Wenn eine Person intergeschlechtlich ist und auf Männer steht. Ist sie dann hetero oder homo?

Dankeschön für die Unterstützung?

Hallo!

Du hast uns relativ viele Fragen dazu geschickt, wir haben alle anderen jetzt mal gelöscht und versuchen hier mal, eine übergeordnete Antwort zu geben.

Ich denke, du machst dir darüber zu viele Sorgen. Wie in der echten Welt funktioniert queerfreundlichkeit auch im TTRPG dann am besten, wenn wir aufhören alles strikt zu reglementieren und festzulegen was geht und was nicht geht. Queerfreundliche Regeln entstehen, wenn du deinen Spieler*innen die Möglichkeit gibst, queer zu spielen. Das kann schon sein, dass sich dadurch manchmal Vor- und Nachteile oder schwierige Situationen ergeben. Das wird immer so sein, aber das ist auch gut so. Sonst gäbe es keine Probleme, die im Spiel zu lösen sind. Es ist ja auch nicht schlecht, dass manche Dinge nur mit guten Stärkewerten funktionieren und andere mit besseren Intelligenzwerten. Lass deine Spieler*innen also selbst entscheiden, wie und was sie spielen wollen, solang die Regeln irgendwie vermitteln, dass Queerness mitgedacht ist, und alles erlauben, was in dieser Hinsicht anfallen könnte.

Du kannst auch queere NPCs in dein TTRPG schreiben! Beschreib sie so wie echte queere Menschen sind. Dabei müssen auch nicht alle eine perfekte, idealisierte Version ihrer Identität sein. Echte Menschen sind das auch nicht.
Auch ein*e GM hat viel Authorität im Spiel. Im Endeffekt liegt es dann an der jeweiligen Gruppe, wie Regeln umgesetzt werden, denn jede Person hat auch andere Vorstellungen davon, wie Queerness gelebt und gespielt werden soll.

Wenn du dir unsicher bist, wie deine Spielmechaniken in dieser Hinsicht zu funktionieren haben, empfehle ich dir in der Konzeption mit queeren Menschen aktiv zusammen zu arbeiten. Wir sind hier keine Agentur für Sensitivity Beratung, und das wäre auch Arbeit, die nicht unbezahlt gemacht werden soll. Melde dich ggf per Email bei uns, wenn du über Details sprechen möchtest.

Ich hoffe, ich konnte dir damit etwas weiter helfen
LG Lily

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