Kummerkastenantwort 5.832: Bin ich ein Crossdresser oder eine trans Frau?

Ich bin 50plus, Single, habe einen männlichen Körper, trage gerne Frauenkleidung und liebe meine Rolle als Frau in der Öffentlichkeit. Als Mensch bin ich pragmatisch und planend.

Die Frauenkleidung trage ich meist nur dann, wenn ich am Wochenende ausgehe.

Zu Hause trage ich bequeme Kleidung, wie z.B. Jogginghosen.



Wenn ich als Mann unterwegs bin, dann passiert es manchmal, dass ich auf Grund eines Gedanken plötzlich anders gehe als sonst. Beispielsweise wackle ich mit dem Hintern. Ähnliches geschieht auch, wenn ich zu Hause bin.



Früher dachte ich, ich sei Crossdresser. Damals mochte ich vor allem enge Hosen. Allerdings hat mich die Kleidung selten erregt. Falls doch, dann dauerte dieser Zustand etwa 10 Minuten und dann war es auch wieder vorbei.

Es war mich schon immer egal, ob ich einen Rock oder eine Hose trage. Manchmal mache ich das vom Wetter abhängig, manchmal von meiner Stimmung.





Seit einiger Zeit stelle ich mir die Frage nach meiner Identität. Hier komme ich aber nicht weiter. Auf Grund von Online-Tests könnte ich Genderfluid sein. Allerdings habe ich gelesen, dass sich bei genderfluiden Menschen die Identität automatisch wechselt. Bei mir läuft das eher kontrolliert habe.

Ich weiss also schon vorher, wenn ich äußerlich eine Frau sein möchte und bin es auch dann.

Bin ich in einen Mann verliebt und werde auch von ihm geliebt, dann fühle ich mich total als Frau. Es ist für mich das Optimum an Gefühlen. Manchmal erlebe ich in diesen Situationen sogar Glücksgefühle.



Gleichzeitig habe ich mir aber auch einmal folgende Frage gestellt:

Wie wäre ich in einer perfekten Welt unterwegs, wenn ich noch genügend Haare auf dem Kopf hätte.

Die Antwort fällt mir leicht: Ich wäre vermutlich nur als Frau unterwegs, zumal ich dann keine Perücke aufsetzen müsste, weil ich ja noch Haare auf dem Kopf hätte.



Ein weiterer Punkt:

Bin ich nicht als Frau gestylt, dann möchte ich von meinen Partner mit meinem weiblichen Namen angesprochen werden.



Liebe Grüße

Sylvia

Hallo Sylvia!

So, wie du es beschreibst, könnte der Begriff „gendefluid“ sehr wohl auf dich zutreffen. Alle genderfluiden Personen sind unterschiedlich, und es kann durchaus sein, dass du dein Geschlecht einfach ein bisschen mehr steuern kannst, als andere Leute.
Unabhängig davon, welches Label du für dich benutzen möchtest, ist die wichtigere Frage aber: wie kannst du dich am wohlsten fühlen und am erfülltesten Leben? Möchtest du dauerhaft als Frau leben und vielleicht sogar mit einer Hormonersatz-Therapie anfangen? Möchtest du von deinem Umfeld weiblich angesprochen werden und immer den Namen Sylvia benutzen? 
Es macht übrigens durchaus Sinn, dass dir diese weibliche Ansprache besonders wichtig ist, wenn du eben nicht weiblich gestylt bist – gerade wenn du eben nicht so weiblich „wirkst“, möchtest du die Bestätitgung, dass du trotzdem so gesehen wirst. Wenn du weiblich gestylt bist, brauchst du diese Bestätigung nicht ganz so dringend.
Mitten im Leben die Geschlechtsidentität zu hinterfragen, kann sehr viel durcheinander bringen. Achte gut auf dich und nimm dir genug Zeit, deine Gefühle zu entwirren. Es schadet nie, etwas auszuprobieren. Entweder es gefällt dir, oder du bist zumindest um eine Erfahrung reicher. 

Ich wünsche dir viel Glück auf deinen weiteren Weg!
Elias

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