Kummerkastenantwort 5.836 – Ich ekele mich vor mir selbst, weil ich lesbisch bin.

Hallo. Wenn das hier nicht reinpasst, bitte löschen. Ich weiß, dass ich lesbisch bin. Ich ekel mich vor mir selber und kann es doch nicht lassen. Ich stehe immer wieder auf Frauen, von denen ich weiß , dass das mit der nie was wird. Wenn tatsächlich sich mal jemand für mich interessiert, habe ich Angst und breche den Kontakt komplett ab. Ich habe Angst, dass es meine Mitbewohner mitbekommen und sich vor mir ekeln. Hat vielleicht was damit zu dass ich in der Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht habe. Was soll ich machen?

MfG

Heyyo,

vielen Dank für deine Nachricht und entschuldige bitte, dass du so lange auf eine Antwort warten musstest!

Es kann tatsächlich ganz normal sein, dass du diese Gefühle dir selbst gegenüber hast, gerade wenn du schon negative Erfahrungen in der Kindheit gemacht hast – das nennt man internalisierte Homofeindlichkeit. Dass du dich immer wieder zu Frauen hingezogen fühlst, bei denen du denkst, dass es „nie etwas wird“ und du dann deswegen auf Abstand gehst, zeigt auch, dass du dich selbst schützen möchtest – das ist ein ganz natürlicher Mechanismus, auch wenn er dich momentan erstmal einschränkt.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass deine Gefühle und deine Sexualität vollkommen okay sind, und dass du es verdienst, auch dir selbst mit Liebe und Respekt zu begegnen. Die Angst, dass sich andere vor dir ekeln könnten, kommt eventuell von der Sorge, nicht angenommen zu werden. Aber: die richtigen Menschen, die dich wirklich kennen und schätzen, werden dich so wie du bist akzeptieren.

Gleichzeitig kann es aber helfen, wenn du mit einer professionellen Person darüber sprichst – entweder bei einer queeren Beratungsstelle oder bei einer*einem queersensiblen Psychotherapeut*in. Es gibt viele verschiedene Angebote, vielleicht ist da etwas passendes dabei.


Queere Grüße, Kay

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