Kummerkastenantwort 6705: Ich nehme mein Geschlecht in unterschiedlicher Gesellschaft anders wahr
Hi!
Ich habe mich eigentlich immer wohl mit meinem Geschlecht gefühlt,hatte nie ein Problem damit mich selbst als Mädchen zu benennen und dachte auch abgesehen dafon das ich schon immer anders war das ich ein Mädchen bin.Das komische ist aber das ich in letzter Zeit immer öfters mitbekomme das ich mich mehr in dem gesellschaftlichen Rollenbild eines Jungen wiederfinde,mich in Anwesenheit von anderen Menschen,vorallem von stereotyp Mädchen als Junge fühle UND mich nicht angesprochen fühle wenn unser Hockeytrainer uns als Mädels ruft.Ich habe mal überlegt ob ich mich angesprochen fühlen würde wenn er Jungs rufen würde und die Anfort war JA.Ich bin verwirrt weil ich mich wenn ich alleine bin ,oder mit meinen Eltern, als Mädchen fühle,(mein Körper mir eigentlich egal ist und ich mich selbst ein Mädchen nenne und auch nichts dagegen habe Kleider oder Röcke zu tragen) mich aber in der Gesellschaft z.b.in der Schule,im hockeyteam…nicht als Mädchen identifiziere, oder zumindest,das Gefühl habe das mein Körper nicht mit meiner Identität übereinstimmt.Was ist denn jetzt ausschlaggebender über meine Identität?!Wie ich mich alleine und mit der Familie fühle oder wie ich mich in der Gesellschaft fühle?Kann es sein das ich nur deshalb das Gefühl hab trans zu sein weil ich einfach mehr wie ein typischer Junge bin?Und bin ich dann ein Mädchen ein Junge oder etwas anderes?Ich frag mich halt auch sehr oft was das Geschlecht eigentlich ist.Etwas rein körperliches,Ein Rollenbild,beides?
Hallo,
vielleicht magst du dich zu deinen Erfahrungen mal mit anderen queeren Jugendlichen austauschen? Das ginge z. B. online in unserem Regenbogenchat oder in einer queeren Jugendgruppe in deiner Nähe, wenn du das möchtest. Vielleicht wären auch Begriffe wie genderfluid passend für dich? Du darfst deine Labels selbst bestimmen, das ist nur eine Idee, die du nicht benutzen musst, wenn du nicht möchtest.
Und zu deiner Frage, was Geschlecht eigentlich ist: Ich würde sagen, eine Kombination aus vielem. Das sind z. B. unsere biologischen Merkmale an unserem Körper, die Identität, die wir für uns als passend empfinden, unser Geschlechtsausdruck, also wie wir uns z. B. kleiden, wie wir zu Geschlechterstereotypen stehen, und noch vieles mehr. Das alles spielt zusammen, wenn wir über unser Geschlecht nachdenken oder als ein Geschlecht wahrgenommen werden. Du kannst mal überlegen, wie die verschiedenen Ebenen bei dir zusammenspielen und wo du dich da jeweils einordnen würdest, wenn du möchtest. Da gibt es keine falsche Antwort und alle Kombinationen sind in Ordnung. Ich wünsche dir alles Gute!
Viele Grüße
Hannah


