Kummerkastenantwort 6.721 – Ich bin wahrscheinlich trans und suche Tipps, mich auszuprobieren, Dysphorie zu erkennen, und mit einem potenziell transfeindlichen Freund umzugehen.

Hey, ich bin wahrscheinlich trans und auch bei ein paar Freund*innen geoutet aber manchmal bin ich mir nicht so sicher desshalb hab ich ein paar Fragen

1. Habt ihr Tipps wie man sich ausprobieren kann? Ich bin wie gesagt teilweise geoutet und wenn wir nicht gerade in der Schule oder so sind sprechen mich meine Freund*innen auch mit er/ihn und meinem gewählten Namen an und ich bekomme bald auch einen Binder (ich freue mich schon sooo darauf 🎉) aber gibt es vielleicht noch was anderes dass ich ausprobieren kann weil im Moment habe ich so alle zwei Wochen einen halben mental Break down weil ich meine Gefühle nicht einordnen kann und mich die ganze Zeit hinterfrage

2. Woran erkennt man dysphorie?

3. Ich habe mich vor kurzem bei einem Freund geoutet und ich habe das Gefühl dass er mir aus dem Weg geht und ich weiß nicht ob ich mir das einbilde und wie ich ihn darauf ansprechen soll. Habt ihr eine Idee wie ich das machen könnte ohne ihm einen Vorwurf für etwas zu machen was er vielleicht garnich absichtlich macht?

Ich hoffe man versteht meine Fragen einigermaßen ich kann leider Gedanken und Gefühle nicht so gut in Worte fassen.

Danke schonmal für beantworten.

Hallo,

Wenn du möchtest, kannst du z. B. noch unseren Pronomen Kleiderschrank ausprobieren, oder dich in unserem Regenbogenchat anmelden und dort deinen Namen und deine Pronomen aussuchen. Generell ist es vielleicht eine Idee für dich, dich mit anderen trans Jugendlichen auszutauschen, wenn du das möchtest? Das kann helfen, die eigenen Erlebnisse und Gefühle einzuordnen.

Dysphorie kann sich z. B. als starkes Gefühl von Unwohlsein bemerkbar machen, wenn du nicht so wahrgenommen wirst, wie du es gern würdest oder dich selbst empfindest, oder auf körperbezogene Eigenschaften bezogen sein. Wenn du keine Dysphorie hast, oder Schwierigkeiten, sie zu erkennen, kann dir vielleicht stattdessen das Konzept von Gender Euphorie helfen. Also: Wie wirst du gern wahrgenommen? Was bereitet dir Freude?

Und zu dem Freund, bei dem du dich geoutet hast: Du verdienst es, dass die Menschen in deinem Umfeld dich ernst nehmen und unterstützen. Ich finde es gut, dass du ihn ansprechen magst, um Missverständnisse auszuräumen. Vielleicht könnt ihr euch einen ruhigen Moment nehmen und du formulierst dein Anliegen möglichst ohne ihm einen Vorwurf zu machen, z. B. „Ich habe das Gefühl, dass du mir seit meinem Coming Out aus dem Weg gehst, das verunsichert mich. Wie nimmst du die Situation wahr?“. Überlege dir aber vorher, was du machen und an wen du dich wenden kannst, sollte er tatsächlich transfeindlich sein. Du könntest bspw. Unterstützung bei deinen Freund*innen, Eltern, Vertrauenslehrkräften oder Schulsozialarbeiter*innen finden. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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