Kummerkastenantwort 6752: Seit dem Mardi Gras in Sydney frage ich mich, was und wie ich bin. Meine Familie ist ablehnend.
CN: Queerfeindlichkeit in der Familie
Ich bin mir erst seit letztem Sommer sicher dass ich queer bin und mittlerweile mich als asexuell sehe. Vor gut 10 Jahren (2017) war ich in Australien und hab zufällig den Mardi Gras in Sydney erleben dürfen. Seitdem bin ich viel am grübeln, was und wie ich bin. Ende 2024 hatte ich den Mut gefasst meine Mutter zu fragen was sie sagen würde wenn ich mich als queer oute, sie erschrak ziemlich und auf meine Nachfrage wie mein Vater dazu stehen könnte, meinte sie nur, er würde es sicher nicht verstehen bzw es vielleicht offen ablehnen. Was soll ich tun um dem Konflikt innerlich und äußerlich zu bestehen?
Hallo!
Das klingt ziemlich schwierig. Du darfst deine Labels ausprobieren und selbst bestimmen, was sich für dich passend anfühlt. Für den innerlichen Konflikt kann es z. B. helfen, dich mit queeren Lebensrealitäten zu beschäftigen, Geschichten von queeren Personen zu lesen und sich mit anderen queeren Menschen auszutauschen. Für den äußeren Konflikt hängt es natürlich stark davon ab, wie offen das Umfeld reagiert. Du schuldest niemandem ein Coming Out, besonders nicht, wenn du Ablehnung und Diskriminierung befürchten musst. Manche Familien verstehen durch genug Aufklärung, dass Queerness okay ist und akzeptieren ihre Familienmitglieder dann, das kann aber ein harter Weg sein und nicht umsonst haben viele queere Menschen keinen oder nur noch sehr wenig Kontakt zur Familie. So oder so solltest du das aber nicht allein durchstehen müssen, sondern darfst dir Gemeinschaft und Unterstützung suchen.
Viele Grüße
Hannah


