Kummerkastenantwort 6278 – Ich möchte meinen Namen ändern aber will meine Familie nicht verletzen

CN: Transfeindlichkeit, Erwähnung von sexueller Belästigung

Hey Ich bin der Nader (Deutschlandgeborener Türke). Ich benutze den begriff „trans“ wirklich nicht gerne und kann mit der ganzen queer szene nicht viel anfangen, weil meine familie sowieso immer das zeug vom CSD mit der sexuellen belästigung und so komische darstellungen von nacktheit oder sexualität in der öffentlichkeit kennt. aber würde trotzdem gerne meinen Namen eintragen lassen. Bin 16 und frage mich eben nur, wie ich einfach anfangen soll? ich hatte mal mich auch männlich gegeben etc 2 jahre lang und gesagt ich bin ein junge aber so circa 2024 habe ich 180 grad drehung gemacht weil meine mutter dadurch depressionen bekommen hat. habe ausserdem 3 geschwister und ich liebe meine familie wirklich sehr. deswegen will ich einfach wissen wo ich anfange. ich bin total überfordert innerlich. ich habe das bis jetzt niemandem gebeichtet. Ich gebe mir gerade total mühe auf der schule und bin auf dem gymnasium, alle noten so im 3er 2er bereich damit ich eine gute arbeit kriegen kann und meine familie ernähren kann irgendwann. Ich bin mir 100% sicher über meine gefühle aber halte sie zurück weil ich mir wirklich um meine mutter sorgen mache und wir für deutschland verhältnisse eher arm sind und in einem kleinen haus wohnen (mutter,vater,4kinder inkl ich, oma etc) . LG

Hallo Nader,

du musst gar keine Begriffe nutzen, die sich für dich nicht passend anfühlen. Mir ist aber wichtig zu erwähnen: Bei CSDs soll nicht Nacktheit oder Sexualität in der Öffentlichkeit im Fokus stehen, sondern es geht darum, für queere Rechte einzustehen, zu kämpfen und sie zu feiern. Sexuelle Belästigung hat nichts mit queeren Personen an sich zu tun, sondern entsteht da, wo sich Menschen entscheiden, nicht auf Konsens zu achten, z. B. um sich mächtig zu fühlen. Das ist ein großer Unterschied.

Und: Deine Beschreibung klingt für mich, als bist du in einer ziemlich schwierigen Situation. Du solltest nicht dafür verantwortlich sein, deine Identität verstecken zu müssen, um vermeintlich deine Mutter zu schützen. Du verdienst es, dass du auch von deiner Familie so akzeptiert wirst, wie du bist und wie du dich wohl fühlst. Gibt es in deinem Umfeld andere Erwachsene, denen du dich anvertrauen kannst und die dich unterstützen könnten? Das könnten zum Beispiel andere Verwandte, Vertrauenslehrer*innen oder Schulsozialarbeiter*innen sein. Ich könnte mir auch vorstellen, dass du Unterstützung in einer queeren Jugendgruppe finden könntest, vielleicht ist auf unserer Übersichtskarte eine in deiner Nähe gelistet.
Wir haben auch eine Seite zum Thema Probleme zuhause, da findest du weitere Anlaufstellen.
Ich wünsche dir alles Gute für deinen weiteren Weg!

Viele Grüße
Hannah

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