Kummerkastenantwort 5.839: Ich bin nicht-binär und habe die Schule gewechselt
Hey, ich bin Flyde. Ich bin 14 Jahre alt, AFAb, nonbinär, wohne in der Nähe von Hessen und bin vor kurzem von einem Gymnasium auf eine Realschule gewechselt. Das Problem ist dass ich nicht weiß wie ich dort mit meiner Geschlechtsidentität umgehen soll. Da ich mich mit meinem Aussehen meiner Geschlechtsidentität schon ein Stück weit angepasst habe wurde ich schon manchmal darauf angesprochen ob ich Trans sei oder welches Geschlecht ich hätte. Ich habe dann immer nonbinär gesagt, aber es fällt mir mut dem erklären super schwer. Einige kennen mich jetzt unter dem Begriff Divers, einige benutzen für mich das Pronomen es und meinen Namen statt meinem Deadname aber aif eine Art und Wdise ausgesprochen bei der ich mir nie sicher vin ob sie sich über mich lustig machen wollen oder mir einen Gefallen tun wollen. Ich will z.b. auch nicht dass für mich das Pronomen es genutzt wird aber ich weiß nicht wie ich das erklären soll weil es mir, wenn es um mich geht, sehr schlecht fällt Leuten zu widersprechen, vorallem wenn ich merke dass sie sich ein bisschen freuen wenn sie denken dass sie etwas verstanden haben. Auch was meine restlicgen Interessen angeht sind die sehr anders wie zum Durchschnitt der Klassenstufe. Ich werde nach nicht einmal 1½ Wochen schon als komisch angesehen obwohl ich unter anderem gewechselt habe weil ich genau dieses Image loswerden wollte und einen Neustart brauchte. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll und bin mega überfordert. Danke schon im Vorraus.
Heyyo Flyde,
vielen Dank für deine Nachricht und dass du deine Gefühle und Gedanken dazu so ausführlich beschreibst!
Ich kann es total verstehen, dass man als nicht-binäre Person richtig wahrgenommen werden und mit den richtigen Pronomen angesprochen werden möchte. Gleichzeitig ist es aber auch sehr anstrengend, immer wieder die eigene Identität erklären zu müssen. Besonders dann, wenn du dir selbst nicht sicher bist, ob die anderen dich wirklich sehen und respektieren, oder ob sie sich insgeheim „darüber lustig machen“. Dass du schon nach so kurzer Zeit auf der neuen Schule so viele negative Erfahrungen machen musstest, ist super frustrierend – vor allem, wenn du dir ja eigentlich einen Neustart erhofft hattest!
Gleichzeitig ist aber die Tatsache, dass du die anderen nicht andauernd korrigieren möchtest, sehr nachvollziehbar. Dir fällt es schwer, zu widersprechen, besonders dann, wenn die Person denkt, sie hätte „etwas richtig gemacht“. Es zeigt, dass du empathisch bist und andere nicht verletzen willst. Aber es ist auch so, dass du durch die anderen verletzt wirst! Deswegen ist es total okay und auch wichtig, sie schon zu korrigieren.
Du könntest beispielsweise sagen: „Danke, dass du dir Gedanken wegen meinen Pronomen machst. Aber für mich fühlt sich das Pronomen ‚es‘ nicht gut an. Ich verwende nämlich diese Pronomen …“. Du könntest dir auch eine unterstützende Lehrkraft suchen, wenn dir das hilft – dann musst du das nicht alles alleine machen, sondern hast Unterstützung. Alternativ könntest du dich an Jugendsozialarbeiter*innen oder Schulpsycholog*innen wenden, wenn du das möchtest.
Queere Grüße, Kay


