Kummerkastenantwort 4.944 – In mir ist großes Chaos, was mein Geschlecht angeht
Hi ihr hilfreichsten Menschen im Internet, ich finde es sehr toll was ihr hier aufgebaut habt. <3 Ich bin 15 und Biologisch männlich und bei mir herrscht großes Chaos was meine Genderidentität angeht. Ich habe heute zum zweiten Mal mit einer guten Freundin die Outfits getauscht. Ich habe mich vollkommen wohl gefühlt und es war eine Art Überwindung wieder meine alten Klamotten anzuziehen. Ich habe schon vorher, immer wenn ich männlich sein besonders Scheiße fand, eine Art Verhaktensstörung bemerkt. Ich ha e dann mit meinen Hals verkrampft und ab und zu habe ich auch emotionale Ausbrüche, und ich Frage mich wie ich dem entgegen wirken kann. Ich wünsche mir wirklich Hilfe von Expert*innen da ich glaube das wird langsam zu groß für meine Freund*innen. Danke schon Mal im voraus.
Heyyo,
erstmal vielen Dank für deine Nachricht und das Lob! Das freut uns immer sehr 🙂
Entschuldige bitte, dass du länger auf eine Antwort warten musstest.
Was du beschreibst, klingt tatsächlich nach etwas, das viele Menschen erleben, die sich mit ihrer Genderidentität auseinandersetzen. Dass du dich beim Outfittausch wohlgefühlt hast, vielleicht sogar „richtig“ – und dass es sich wie eine Überwindung angefühlt hat, wieder in deine „alten“ Klamotten zurückzugehen – kann ein mögliches Zeichen von Genderdysphorie sein.
Auch deine körperlichen Reaktionen – wie Verkrampfungen oder emotionale Ausbrüche – können Hinweise darauf sein, dass dich das sehr belastet.
Wichtig ist aber: Wir sind keine Psycholog*innen oder Therapeut*innen.
Wenn du das Gefühl hast, dass du Hilfe von Expert*innen haben möchtest, ist das total in Ordnung und ein guter Schritt. Es gibt Therapeut*innen, die auf Queerness und/oder Trans*identität spezialisiert sind. Vielleicht gibt es aber auch eine queere Beratungsstelle in deiner Nähe oder du kannst auch erstmal mit einer*einem Schulsozialarbeiter*in oder Vertrauenslehrer*in sprechen, wenn dir das leichter fällt.
Das Gute ist: Du musst das nicht allein schaffen – und es ist auch völlig okay, wenn du das Gefühl hast, dass deine Freund*innen da an ihre Grenzen kommen. Genau dafür gibt es Menschen, die speziell dafür ausgebildet sind, junge Menschen in solchen Situationen zu begleiten.
Vielleicht hilft dir auch der Gedanke: Deine Gefühle sind berechtigt. Dein Körper und deine Identität gehören dir. Du darfst herausfinden, wer du bist – und du musst dich dabei nicht hetzen oder erklären.
Queere Grüße, Kay


