Kummerkastenantwort 5.950: Ich bin nicht-binär. Übernimmt die Krankenkasse meine Mastek?

hallo liebe Menschen,

ich hab gerade geschaut, zum Thema Mastektomie – nicht-binäre Personen – Krankenkassen gibt es ältere Beiträge hier. Ob die Krankenkassen übernimmt, was man tun muss bzw. kann, um eine Mastektomie bezahlt zu bekommen, usw. Ich frage nun das selbe, denn jetzt mit dem Selbstbestimmungsgesetz, welches eine kurze Zeit schon da ist und generell der verstrichenen Zeit; vielleicht gibt es neue Antworten (hoffentlich). Ich selber habe schon länger „divers“ in der Geburtsurkunde stehen, brauche eine Mastektomie, denn der Leidensdruck ist unangenehm, jedoch will ich eigentlich kein Testo :/

Liebe Grüße und Danke

Hallo!

Es ist oft schwierig, als nicht-binäre Person eine Kostenübernahme für eine Mastektomie zu bekommen, aber nicht unmöglich. Das Selbstbestimmungsgesetz hat darauf aber keinen Einfluss.
Es gibt leider keine 100%ige Richtlinie, ob und unter welchen Vorraussetzungen Krankenkassen die Kosten für eine Mastektomie übernehmen.
Oft verlangen Krankenkassen eine Testosteronbehandlung, die mindestens 6 Monate geht, aber auch das ist nicht unbedingt zwingend.

Meine Tipps wären folgende:
– Ruf bei deiner Krankenkasse an und frag sie bzw. der zuständige MDK brauchen für eine Kostenübernahme und lass dir diese Aussage darüber auch per E-Mail senden. So hast alles auf einen Blick für dich und kannst auch im weiteren darauf verweisen.
– Vernetz dich mit anderen nicht-binären Menschen, explizit auch mit welchen, die das ganze schon hinter sich haben und hol dir Tipps und Tricks. Was bei anderen funktioniert hat, kann auch bei dir funktonieren.
– In deinem Indikationsschreiben von eine*r Therapeut*in / Psychater*in (das wirst du brauchen), sollte betont werden, dass dein Leidensdruck wirklich hoch ist und es sollte explizit drinstehen, wie hilfreich eine Mastektomie wäre.
– Krankenkassen möchten oft auch einen sogenannten „Trans-Lebenslauf“. Auch da würde ich deinen Leidensdruck betonen und es kann dort auch helfen zu betonen, dass du nicht weiblich bist.
– Bleib hartnäckig. Selbst als trans* Mann braucht es häufig mehrere Anläufe und viel Zettelkrieg bis die Krankenkasse sagt, dass sie die Kosten übernimmt. Das ist zwar extrem frustrierend, aber es lohnt sich oft.

Alles Gute,

Joshua



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Eine Antwort

  1. Anonym sagt:

    Nichtbinäre haben (noch) keinen Anspruch auf Kostenübernahme. Viele Nichtbinäre flunkern aber etwas in der Psychotherapie und behaupten, die wären transmasc oder transfem. So kommt man letzendlich doch an die GaOPs.

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