Kummerkastenantwort 6299: Ich bin lesbisch und mein Vater ist homophob. Woher weiß ich, dass das keine Phase ist?

CN: Homofeindlichkeit

Hallo,



Ich bin lesbisch (wahrscheinlich) und 16 Jahre alt. Und hab mich vor circa 4 Monaten bei meiner Familie geoutet. Und meine Mutter akzeptiert es, aber…naja andererseits:

Mein Vater hat heute mit mir gesprochen, das erste Mal und er hat mich gefragt warum ich mich so angezogen zur LGBTQAI+ Community fühle.

Und dann hat er mich gefragt ob ich nur was besonderes sein will oder ob ich nur Aufmerksamkeit will.

Ich hab natürlich sofort gewusst, dass das eher homophob klingt…Aber ja. Ich hab dann halt gesagt, dass ich bestimmt damit keine Aufmerksamkeit will oder was Besonderes sein will sondern ich halt einfach nie wirklich aud Männer gestanden bin. Und dann hat er mir gesagt, dass es vielleicht nur eine Phase ist. Ab da weiß ich zwar, dass das sehr homophob klingt, aber andererseits hab ich jetzt echt angst, dass es dann so ist. Aber ich kann mir halt momentan keine Zukunft mit nem Mann vorstellen.

Deshalb Frage: Kann sowas wirklich eine Phase sein? Ich mein ich schon mal selbsr gehört, dass es Leute gibt die dann experimentieren oder so…und wann weiß man, dass es keine Phase ist?…Ich glaube noch schwieriger wird es dann wenn ich ihm sage, dass ich Genderqueer und eventuell non-binary bin.



Danke im Voraus,

Kay

Hallo Kay,

Glückwunsch zum Coming Out! Du hast total recht, die Reaktion deines Vaters klingt homofeindlich. Du selbst darfst deine Labels bestimmen und es ist schön, dass lesbisch ein Label ist, mit dem du dich bei deiner Familie outen konntest. Du verdienst es, dass deine Familie dich damit ernst nimmt und dich und dein Label akzeptiert. Es kann natürlich sein, dass sich dein Label im Laufe der Zeit noch verändert, aber so oder so verdienst du es, ernst genommen und respektiert zu werden. Es zählt ja das, womit du dich jetzt grade gut fühlst und was jetzt grade für dich passend ist.
Wir haben eine Broschüre für Eltern von queeren Kindern, vielleicht magst du die deinem Vater mal zeigen, wenn er grundsätzlich offen dafür ist, sich weiter zu informieren? Es gibt auch eine für Eltern von nicht-binären Kindern, falls das in Zukunft etwas ist, was du mit deinen Eltern teilen möchtest. So oder so wünsche ich dir alles Gute für deinen weiteren Weg!

Viele Grüße
Hannah

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