Kummerkastenantwort 6300 – Ich bin in eine Freundin verliebt, die einen homofeindlichen Freund hat. Was kann ich ihr raten?
CN: Erwähnung von Homofeindlichkeit
Hey liebes Kummerkasten-Team,
ich (w/ sie/ ihr/ 16) stecke in einer Zwickmühle. Und zwar habe ich vor 4 Monaten erkannt, dass ich queer bin. Geoutet habe ich mich vor ungefähr 2 Monaten vor Freund*innen und Familie. Zeitgleich hat sich eine Freundin bei mir als pansexuell geoutet. Sie hat sich bisher nur mir anvertraut, da sie eine sehr konservative und homophobe Familie hat und ich ihr, als einzige offen queere Person in ihrem Umfeld, zur Seite stehen kann. Ich glaube auch, dass sie sehr mit internalisierter Homophobie zu kämpfen hat. Sie hat einen Freund, der Überraschung, auch homophob ist ( zu viele Links im Internet führen nach rechts). Jetzt hat sie mir erzählt, dass sie mehre weiblich Crushes in den letzten Monaten hatte und überlegt sich von ihrem Freund zu trennen, da sie das Gefühl hat, gar nichts mehr für ihn zu empfinden.
Was soll ich ihr raten? Ich befinde mich zudem im Interessenkonflikt, da ich selber in sie verliebt bin. Ich würde ihr liebend gerne raten, sich von ihrem Freund zu trennen, weil ich erstens : den Typen generell nicht mag und ich zweitens: in sie ja verliebt bin. Aber gleichzeitig muss ihr, als gute Freundin, Ratschläge geben, dir ihr wirklich weiterhelfen, denn ich möchte sie nicht so beeinflussen, da sie ihre eigenen Entscheidungen treffen muss und ihr selber klar werden muss, was sie möchte. Könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen?
Vielen, vielen Dank für eure Arbeit, die Seite hat mir schon so viele Fragen und Probleme beantwortet!! ( die überlange Nachricht tut mir wirklich leid!)
Hallo!
erstmal Glückwunsch zum Coming Out! Das klingt ziemlich schwierig und ich würde euch wünschen, dass ihr euch ein offenes Umfeld schaffen könnt, in dem Akzeptanz von queeren Menschen ganz normal ist.
Zu deinen Fragen: Ich verstehe, dass du glaubst, ihr als gute Freundin Ratschläge geben zu müssen. Aber: Oft will man ja gar nicht unbedingt, dass Freund*innen immer Ratschläge geben, sondern oft ist es viel besser, wenn sie ein offenes Ohr haben und einfach zu hören. Wäre das eine Option?
Ich vermute, über kurz oder lang kommst du aber um ein ehrliches Gespräch mit der Freundin nicht drum herum, denn es ist ja wahrscheinlich auch keine entspannte Lösung für dich, deine Gefühle für sie die ganze Zeit zu unterdrücken. Also: Kannst du ihr das vielleicht genau so sagen und die Zwickmühle beschreiben, in der du steckst? Wenn du möchtest, kannst du ihr auch gern diese Antwort auf deine Frage zeigen, vielleicht hilft das ja als Gesprächseinstieg.
Viele Grüße
Hannah

