Kummerkastenantwort 6609: Ich bin Therian, aber meine Eltern unterstützen mich nicht
CN: Medikalisierung, ablehnendes Umfeld
Hallo,
ich bin die aus Frage 5.099, der ein Therian. Es ist jetzt mehr als eineinhalb Jahre seid ich weiß das ich ein Therian bin und abgesehen davon diese Nachricht zu schreiben, habe ich nicht wirklich etwas gegen das Verhalten meiner Eltern, besonders meiner Mutter, unternommen. Meine Mutter gibt oft vor ein LGBTQIA-Allie zu sein, d.h. sie trägt Pride-T-Shirts usw., aber denkt eben das es nur aus Homosexuellen, Bisexuellen und Transgeschlechtlichen Personen besteht. Sie versteht nicht dass nicht alle „richtigen“ queeren Personen etwas gegen die eben nicht oben genannten Personen haben, da sie ja „Die Sache übertreiben“. Außerdem sagt sie auch Sachen wie: „Alle Trans-Leute sind psychisch gestört, das ist einfach so.“ oder „Alle diese Leute [Therians] sind einfach krank!“. Sie hat mir auch, als ich mich geoutet habe, gesagt dass „wenn diese Phase nicht in einem halben Jahr vorbei ist“ schickt sie mich in die Psychatrie. Auch mein Vater unterstützt Therians nicht ist aber nicht so schlimm wie meine Mutter.
Ich habe eben wirklich Angst mit ihr zu reden, aber um Sachen die mich mit meinem Theriotypen verbinden zu bekommen/machen zu dürfen, brauche ich ihre Erlaubnis, da ich abgesehen von der Schule das Haus alleine, zuletzt ein paar Tage nach meinem Outing für eine 3/4 Stunde in den Wald gegangen bin, woraufhin sie mich anschrie, was mich überrascht hat da ich ihre ausdrückliche (wenn auch überraschende) Erlaubnis hatte.
Ich habe mir überlegt zum Schulsozialarbeiter zu gehen, aber sie weiß wann ich Schule habe, also müsste ich im Unterricht gehen. Nicht nur das es Teenager in dem Alter oft nicht gut aufnehemen wenn man dort hingeht, auch habe ich keine Freunde (die wissen das ich ein Therian bin) in meiner Klasse habe. Es gibt auch einen anderen Therian an meiner Schule, wir reden auch oft, aber nicht über Therian-Zeug, da ich zu viel Angst habe.
Ich hoffe wirklich ihr könnt mir helfen, da Therians nicht wiklich queer sind, aber ich hab keine anderen Optionen.
Hallo!
Das klingt, als bist du in einer ganz schön schwierigen Situation. Es ist echt uncool von deinen Eltern, dich nicht ernst zu nehmen und gleichzeitig so zu tun, als seien sie Allies. Leider gibt es nicht viel, was wir dir raten können, denn du hast dir selbst ja schon viele Gedanken gemacht. Ich würde dich aber gern ermutigen, dir Unterstützung zu suchen, z. B. wie du sagst beim Schulsozialarbeiter. Wenn du dir Sorgen machst, was deine Klasse dazu sagt wenn du im Unterricht gehst, musst du denen ja nicht unbedingt davon erzählen, wohin du gehst, sondern kannst einfach sagen du hast „einen Termin“ oder sowas? Ich wünsche dir, dass du Verbündete findest, die dich unterstützen und ihr gemeinsam stark sein könnt. Wenn du auf der Suche nach Anlaufstellen bist, kannst du auch mal auf unserer Probleme zuhause Seite schauen. Ich wünsche dir alles Gute!
Viele Grüße
Hannah


