Kummerkastenantwort 6669: Wie kann ich sicher sein, ob ich wirklich trans bin und mir das nicht nur einbilde?

Hallo liebes Kummerkastenteam,

erstmal vielen Dank für eure tolle Arbeit, ich habe hier schon viel gelernt.



Jetzt aber zu meinen Anliegen:

Ich bin AFAB und früher hat mich das eigentlich nicht gestört, da ich auch (immernoch)kein Problem damit habe, als Mädchen geboren zu sein und meine Kindheit so verbracht zu haben. Jetzt bin ich 16 und weiß schon seit ende 14, dass ich eigentlich nicht cis bin und habe das eher so im Bereich Demigirl o.ä. eingeordnet. Ich habe auch schon überlegt ob ich vielleicht Genderfluid bin aber ich finde das passt auch nicht so ganz und seit kurzem denke ich sehr intensiv über mein Geschlecht nach und fühle mich einfach nicht als Mädchen.



Also habe ich überlegt ob ich trans bin und irgendwie passt das schon, da ich einige Anzeichen dafür finden kann wie z.B. so etwas wie gender-envy, was ausschließlich bei maskulinen Personen oder Dingen der Fall ist, außerdem auch Dysphorie wenn es um die „Weiblichkeit“ meines Körpers geht und hätte gerne eine maskuline Körperform wie eine flache Brust und schmalere Hüften, breitere Schultern usw.

Manche männliche Dinge wie z.B. entsprechende Geschlechtsteile, Bärte und viel Körperbehaarung finde ich dann aber wieder abstoßend und auch nicht wirklich was was ich haben will.

Ich fühle mich nicht zu 100% männlich aber noch weniger weiblich.



Wie kann ich sicher sein, ob ich wirklich trans bin und mir das nicht nur einbilde?

Kann es vielleicht sein, dass ich nicht binär und trans bin?

Kann ich auch mehr als ein oder zwei Label verwenden um mich zu beschreiben?



Ich bräuchte dringend eine Beratung, da ich wirklich einfach total verwirrt bin und es mich auch mental belastet, dass ich nicht weiß wer/was ich bin.



Schon mal vielen Dank🫶

Hallo!

Vielleicht kann es dir helfen, dich mit anderen queeren und trans Jugendlichen auszutauschen, das könntest du z. B. in unserem online Regenbogenchat oder in einer queeren Jugendgruppe in deiner Nähe, wenn du das möchtest. Erfahrungsberichte und Geschichten in Büchern, Filmen, Serien, … können helfen, deine Erfahrungen im Vergleich zu denen von anderen trans Jugendlichen einzuordnen und besser zu verstehen. Und: Du denkst da jetzt schon ziemlich lange drüber nach. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dir alles nur einbildest, ist also ziemlich gering.

Es kann gut sein, dass du nicht-binär und trans bist. Deine Labels darfst du selbst bestimmen, du kannst aber auf jeden Fall mehrere Labels kombinieren, wenn sich das für dich richtig anfühlt. Du darfst dich da auch ausprobieren und deine Labels wechseln, wenn du feststellst, dass sie doch nicht gut zu dir passen.

Du schreibst, dass es dich auch mental belastet. Ich würde dir deshalb zusätzlich raten, dich an vertrauenswürdige Personen in deinem Leben oder Beratungsstellen in deiner Nähe zu raten, damit du gut unterstützt werden kannst. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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