Kummerkastenantwort 6678 – Ich habe ein gestörtes Verhältnis zu Femininität, wie kann ich das reparieren?

TW: (internalisierte) Misogynie

Liebes Team, ich habe ein gestörtes Verhältnis zu Femininität im Allgemeinen, und insbesondere zu meiner eigenen.

Ich bin 22 afab und irgendwas zwischen bigender und nonbinary. Oft habe ich deswegen Dysphorie, denn an maskulinen Tagen fühle ich mich nicht „männlich“, und an femininen Tagen nicht „weiblich“ genug. Generell fühle ich mich nie wirklich „angekommen“ in mir selber. Ich würde gerne wie ein femininer Mann aussehen, aber als “Sie“ wahrgenommen werden (meine Pronomen sind Sie/ihr, aber ich hasse es, als „Frau“ betitelt zu werden.)

Ich unterstütze Feminismus total, und ich korrigiere Menschen in meinem Umfeld, die sexistische Aussagen machen, egal gegen welches Geschlecht. Umso mehr stört es mich, dass ich ganz tief drinnen andere Frauen manchmal verachte, wenn sie sich sehr feminin präsentieren. Ich habe herausgefunden, dass da der pure Neid aus mir spricht, da ich selbst nie das Selbstbewusstsein dafür aufbringen konnte und es sich eben auch nie „richtig“ angefühlt hat, mich als „Frau“ feminin zu präsentieren. Ich fühle mich dann immer direkt s3xuell objektifiziert und wie ein schlechter Witz, anstatt empowered, so wie es sein sollte.

Hinzu kommt, dass ich mich selbst nicht wirklich schön finde, da mein eigenes Aussehen sich oft nicht mit dem deckt, wie ich gerne wahrgenommen werden würde. Dadurch empfinde ich noch mehr Neid auf Frauen, die von der Gesellschaft als schön betitelt werden.

Ich versuche schon immer, aktiv dagegen zu arbeiten, und ich werde auch mit meiner Psychologin darüber sprechen, aber vielleicht habt ihr ja auch schon Tipps für mich, wie ich mein Selbstbewusstsein stärken und mein Mindset von dieser toxischen Einstellung weglenken kann? Ich wäre euch super dankbar für ein paar Tipps!

Zum Schluss möchte ich noch einmal klarmachen, dass ich mit dieser Frage niemanden beleidigen will! Ich stelle sie nur, damit ich an diesem toxic trait von mir arbeiten und mich bessern kann. <3

Danke und LG, Talii

Hallo Talii,

das klingt, als willst du alles richtig machen und schlägst dich mit ziemlich anstrengenden Gedanken rum! Ich hätte dir auch geraten, dir professionelle Unterstützung zu suchen und finde gut, dass du mit deiner Psychologin darüber sprechen möchtest, denn hartnäckige Glaubenssätze sind manchmal schwer loszuwerden und wir sind nicht medizinisch/psychologisch ausgebildet, um da Ratschläge zu geben.
Vielleicht kann es dir helfen, dich bewusst in Situationen und Umfelder zu begeben, die (queer)feministisch sind und ähnliche Werte teilen, wie du sie gern weiter verinnerlichen möchtest? Oft ist das ja auch eine Frage der Gewohnheit. Ansonsten fällt mir noch ein, dir Affirmationen zu überlegen, die du selbst wiederholen kannst, wenn du das möchtest. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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